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Operation Tariq al-Qods

Schlacht des Ersten Golfkriegs From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Operation Tariq al-Qods (persisch عملیات طریق‌القدس) war eine iranische Offensive während des Iran-Irak-Krieges, die vom 29. November 1981 etwa eine Woche lang in der südwestiranischen Provinz Chuzestan durchgeführt wurde. Sie wurde auch als „Befreiung von Bostan“ („Liberation of Bostan“) bezeichnet, nach dem zentralen Ziel und Hauptschauplatz der Kämpfe.

OrtBostan, Südwest-Iran
AusgangIranischer Sieg
Schnelle Fakten Datum, Ort ...
Operation Tariq al-Qods
Teil von: Erster Golfkrieg
Datum 29. November 1981 bis 5./7. Dezember 1981
Ort Bostan, Südwest-Iran
Ausgang Iranischer Sieg
Konfliktparteien

Irak 1963 Irak

Iran Iran

Verluste

~2.500

799

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Vorgeschichte

Der Iran-Irak-Krieg begann am 22. September 1980 mit dem Einmarsch irakischer Truppen in die Provinz Chuzestan.[1] Im Zuge dieser Offensive besetzte die irakische Armee am 26. September die Grenzstadt Bostan, die in der Folge 412 Tage unter irakischer Kontrolle blieb.[2] Tariq al-Qods war die zweite von vier großen iranischen Rückeroberungsoffensiven, die zwischen September 1981 und Mai 1982 im Rahmen des sogenannten „Karbala-Plans“ durchgeführt wurden. Ihr ging die Operation Samen-ol-A’emeh zum Entsatz der belagerten Stadt Abadan im September 1981 voraus, ihr folgten die Operationen Fath ol-Mobin und Beit ol-Moqaddas im Frühjahr 1982.[3]

Ziele

Die iranische Führung verband mit der Operation mehrere Ziele. Im Mittelpunkt stand die Rückeroberung Bostans. Außerdem sollte die Verbindung zwischen irakischen Einheiten nördlich und südlich des Flusses Karche unterbrochen werden. Dafür war insbesondere die Einnahme der Enge von Chazabeh vorgesehen.[4.1] Schließlich sollte Iran in diesem Frontabschnitt wieder die international anerkannte Staatsgrenze erreichen.[5]

Bostan hatte für die irakische Armee nicht nur symbolische, sondern vor allem logistische Bedeutung,[6] da die Stadt an einer wichtigen Nachschubroute lag.[7] Da die irakischen Streitkräfte eine sehr lange Front mit vergleichsweise begrenzten Kräften halten mussten, war die Sicherung solcher Verbindungen für sie besonders wichtig.[6]

Verlauf

Die Offensive begann am 29. November 1981 und dauerte etwas mehr als eine Woche.[4.1] Ein wesentlicher Teil des iranischen Plans bestand darin, die irakischen Verteidigungsstellungen zu umgehen.[8] Iranische Einheiten legten durch unbewachte oder nur unzureichend kontrollierte Sanddünen eine etwa 14 Kilometer lange Behelfsstraße an.[9] Über diese Route konnten sie die irakischen Stellungen von hinten angreifen.[8] Nach US-amerikanischen Einschätzungen nahmen zwischen 10.000 und 14.000 Angehörige der Revolutionsgarden, der Pasdaran beziehungsweise IRGC, sowie reguläre iranische Truppen am Angriff auf den Stützpunkt und das Nachschubzentrum bei Bostan teil.[4.1] Andere Angaben sprechen von drei Brigaden der regulären Armee und sieben Brigaden der Revolutionsgarden.[9] Die Operation stand unter dem Kommando des IRGC-Offiziers Gholam Ali Rashid, der später zu den ranghöchsten Militärs der Islamischen Republik Iran gehörte.[10] Die Zusammenarbeit mit den regulären iranischen Bodenstreitkräften wurde von Oberst Hussain Khorsandi koordiniert.[11]

Während der Kämpfe griffen iranische Verbände wiederholt mit leichter Infanterie an. Diese Angriffe gegen befestigte irakische Positionen erfolgten häufig ohne ausreichende Unterstützung durch Panzer oder Luftstreitkräfte.[12] Dadurch kam es vielerorts zu intensiven Nahkämpfen, die teilweise länger als einen Tag dauerten.[4.1] In der Literatur werden diese Angriffe häufig als „menschliche Angriffswellen“ beschrieben. Dabei kamen besonders Freiwillige der Basidsch gemeinsam mit Einheiten der Revolutionsgarden zum Einsatz.[12][13] Die Operation Tariq al-Qods gilt als Beispiel für die systematischere Einbindung der Basidsch in die Strukturen der Revolutionsgarden.[4.1] Diese Form des Infanterieeinsatzes wurde später zu einem charakteristischen Merkmal weiterer iranischer Offensiven, allerdings um den Preis hoher Verluste.[14]

Nach iranischen Angaben zogen sich die irakischen Truppen am 5. Dezember 1981 hinter den Fluss Neysan zurück,[15] womit die Operation aus iranischer Sicht als abgeschlossen galt.[16] Nichtiranische Darstellungen datieren die endgültige Rückeroberung Bostans dagegen auf den 7. Dezember.[17] Warum die Angaben auseinandergehen, lässt sich anhand der verfügbaren Literatur nicht eindeutig klären. Möglicherweise beziehen sie sich auf unterschiedliche Phasen des Rückzugs und der vollständigen Sicherung des Stadtgebiets.

Ergebnisse und Gebietsgewinne

Iranische Truppen eroberten neben Bostan etwa 70 umliegende Dörfer und mehrere Grenzposten zurück.[18] Bei der Größe des zurückgewonnenen Gebiets gehen die Angaben deutlich auseinander. Je nach Quelle werden etwa 250, 650 Quadratkilometer oder andere Angaben genannt.[19] Die sowohl militärische als auch politische Tragweite des Erfolgs unterstrich Revolutionsführer Ruhollah Chomeini, der ihn als „Sieg der Siege“ bezeichnete.[20][21]

Für den Irak bedeutete der Verlust Bostans eine erhebliche Belastung der Versorgungslage in diesem Frontabschnitt. Die zuvor über Bostan verlaufende Nachschubverbindung fiel weg. Irakische Einheiten mussten daher offenbar auf längere Versorgungswege ausweichen, unter anderem über die Gegend südlich von Ahvaz. Da die irakische Armee bereits Schwierigkeiten hatte, ihre Kräfte entlang der weit ausgedehnten Front ausreichend zu versorgen und zu verstärken, verschärfte dies ihre logistischen Probleme zusätzlich.[22]

Verluste

Zu den Verlustzahlen nennt eine iranische, auf offizielle Kriegsdokumentationen gestützte Quelle 2.500 getötete und 534 gefangen genommene irakische Soldaten sowie 799 gefallene iranische Kämpfer, davon 674 Angehörige der Revolutionsgarden und der Basidsch sowie 125 Armeeangehörige. Als irakische Materialverluste werden 207 Panzer und gepanzerte Fahrzeuge, 18 Flugzeuge sowie umfangreiches weiteres Kriegsgerät wie Artilleriegeschütze, Transportfahrzeuge und Pioniermaschinen genannt.[20]

Einordnung in den Kriegsverlauf

Die Rückeroberung Bostans fiel in eine Phase, in der sich das militärische Kräfteverhältnis zwischen Iran und Irak zunehmend zugunsten Irans verschob.[23] Nach der Rückeroberung von Chorramschahr im Mai 1982 hatte Iran bis Juni 1982 nahezu das gesamte zuvor von irakischen Truppen besetzte Territorium zurückgewonnen.[4.2] Der Krieg selbst dauerte bis zum Inkrafttreten der Waffenruhe gemäß UN-Resolution 598 am 20. August 1988 an.[24]

Siehe auch

Literatur

  • Anthony H. Cordesman, Abraham R. Wagner: The Lessons of Modern War. Band 2: The Iran-Iraq War. Westview, Boulder 1990, ISBN 0-8133-0955-7, Kap. 5.4: Phase Two: Iran Liberates Its Territory 1981–1982.
  • Zahra Sadat Zuqi: Operation Tariq al-Quds. Wikidefa, Resistance Literature and Culture Researches and Studies Center;.

Einzelnachweise

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