Opernhaus am Habsburgerring

ehemaliges Opernhaus in Köln, zerstört im Zweiten Weltkrieg From Wikipedia, the free encyclopedia

Das Opernhaus am Habsburgerring bzw. Neue Stadttheater in Köln war vor dem Ersten Weltkrieg eines der größten Stadttheater im Deutschen Reich.

Opernhaus am Habsburgerring (Rudolfplatz), Postkarte um 1910

Geschichte

Nachdem das Kölner Stadttheater in der Glockengasse an seine Kapazitätsgrenzen gestoßen war, beschloss die Stadtverordnetenversammlung 1896, ein zweites und größeres Haus zu errichten. Ein Grundstück in der Kölner Neustadt an der Ringstraße (es lag in der Nähe des Rudolfplatzes mit dem Hahnentor) war zum neuen Bauplatz bestimmt worden. Der vorgesehene Baugrund war durch den Habsburgerring sowie die Aachener-, Engelbert- und Richard-Wagner-Straße gerahmt, er musste daher um ein dreieckiges Grundstück ergänzt werden.

Nach einer Ausschreibung wurden 41 Entwürfe eingereicht, wobei jener des Kölner Regierungsbaumeisters Carl Moritz letztlich favorisiert wurde. Moritz hatte bereits einen zunächst verworfenen Plan vorgelegt, die stark überarbeitete Variante sollte dann mit ihrer Fassade am Habsburgerring platziert werden. Um die gewünschte Größe erzielen zu können, musste eine Straße durch einen Tunnel unter der Bühne geführt werden.

Die Bauarbeiten begannen 1899, am 7. September 1902 wurde das Haus eröffnet. Auf einer Grundfläche von fast 6000 Quadratmetern war das damals als „Neues Stadttheater“ bezeichnete Gebäude das größte Theatergebäude des Deutschen Reiches. Ab 1906 bezeichnete man den Neubau als „Opernhaus“ und spielte das Sprechtheater im älteren „Schauspielhaus“.

Oper mit Restaurationsgebäude, nach 1934

Der Neubau Moritz’ wurde mit hellem Sandstein verkleidet und wies eine neobarocke Formsprache auf, die von den Opernhäusern Georg Mollers in Mainz (1833) und Gottfried Sempers in Dresden (1841 und 1878) inspiriert war. Verziert wurden die Fassaden mit Darstellungen von Medea und König Lear sowie diversen anderen namhaften Charakteren der Theaterliteratur. 1934 wurde am rechts neben dem Haus gelegenen Konzertgarten ein Restaurationsgebäude angebaut. Das Haus verfügte über 1800 Plätze, seine Baukosten betrugen 3,9 Mio. Mark. 1938 erfolgte eine Versachlichung der verspielten Formen des Foyers und Zuschauerraums.

Das Bombardement Kölns im Frühjahr 1944 führte zu einer weitestgehenden Zerstörung des Hauses, das man jedoch noch wieder aufbauen hätte können, 1958 aber abriss.

Mit dem Stadttheater bzw. Opernhaus zu Köln begann Carl Moritz seine Laufbahn als vielgefragter Theaterarchitekt. In den folgenden Jahren realisierte er die Theater in Barmen, Düren und Stralsund.

Literatur

  • Hermann Kipper: Festschrift zur Eröffnung des neuen Stadt-Theaters zu Cöln. Köln 1902, Cölner Verlags-Anstalt und Druckerei
  • Harald Zielske: Deutsche Theaterbauten bis zum Zweiten Weltkrieg. Typologisch-historische Dokumentation einer Baugattung. (Schriften der Gesellschaft für Theatergeschichte 65), Berlin 1971
  • Carl H. Hiller: Vom Quatermarkt zum Offenbachplatz: ein Streifzug durch vier Jahrhunderte musiktheatralischer Darbietungen in Köln. Köln 1986, Bachem
Commons: Opernhaus am Habsburgerring – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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