Optima packaging group

internationale Unternehmensgruppe mit Hauptsitz in Schwäbisch Hall From Wikipedia, the free encyclopedia

Die OPTIMA packaging group GmbH ist eine internationale Unternehmensgruppe mit Hauptsitz in Schwäbisch Hall und Hersteller von Abfüll- und Verpackungsmaschinen.

Schnelle Fakten
OPTIMA packaging group
Logo
Rechtsform GmbH
Gründung 1922
Sitz Schwäbisch Hall
Leitung Stefan König, Christoph Müller
Mitarbeiterzahl 3.400 (2025)[1]
Umsatz 800 Mio. EUR (2024)[1]
Branche Verpackungsmaschinen
Website www.optima-packaging.com
Schließen

Die Optima beschäftigt weltweit rund 3.400 Mitarbeiter (Stand 2025). Über 85 % der Maschinen und Anlagen werden ins Ausland verkauft. Der konsolidierte Umsatz belief sich im Jahr 2024 auf über 800 Millionen Euro.[2]

Geschichte

Gegründet wurde das Unternehmen als Optima-Maschinenfabrik am 15. September 1922 durch den Kaufmann Otto Bühler und den Mechanikermeister Gottlob Beutelspacher als Offene Handelsgesellschaft.[3] Beutelspacher schied Anfang 1936 aus der Gesellschaft aus, woraufhin Bühler sie als Einzelfirma weiterführte.[4] 1937 wurde ein Erweiterungsbau für das Fabrikgebäude an der alten Reifensteige genehmigt.[5] Abfüllwaagen für Lebensmittel und andere Produkte etwa der Branchen Pharma, Chemie und Kosmetik waren der Anfang vor dem Zweiten Weltkrieg.[6] In den 1930er Jahren erfolgten erste Exporte nach West- und Osteuropa. In den letzten Kriegsmonaten wurden 1945 große Teile des Unternehmens zerstört. Der Sohn des Unternehmensgründers, Max Bühler, begann nach Kriegsende mit dem Wiederaufbau. 1950 folgte eine Erweiterung des Programms durch Verpackungsmaschinen.

1970 entwickelte das Unternehmen seine erste Verpackungsmaschine für Hygieneprodukte. Hans Bühler, Sohn von Max Bühler und einer der heutigen Geschäftsführer, stieg 1980 in das Unternehmen ein. 1984 wurde das US-amerikanische Tochterunternehmen Optima Machinery Corporation in Green Bay, Wisconsin gegründet. 1992 erfolgte die Übernahme der INOVA Pac-Systeme GmbH, 1995 die Gründung von Optima Japan Co. Ltd. und 1997 von Optima Brasilien.

1998 übernahm Optima die Firma Julius Kugler Co. & GmbH mit Füll- und Verschließmaschinen für die pharmazeutische und kosmetische Industrie, 1999 Amotek in Italien. 2000 wurde die packaging group GmbH gegründet, im Jahr darauf eine Tochtergesellschaft in Mexiko und die Medicon GmbH & Co. KG. 2002 kam eine Niederlassung in Großbritannien hinzu.

2005 erhielt Hans Bühler die Wirtschaftsmedaille des Landes Baden-Württemberg. 2007 erfolgte die Gründung der Optima Group Pharma (Schwäbisch Hall, Deutschland) als Zusammenschluss der Marken Inova, Klee und Kugler (Geschäftsbereich Pharma). 2008 wurde die Niederlassung Optima Packaging Machines in Shanghai, China gegründet. 2011 übernahm Optima das Unternehmen Metall + Plastic in Radolfzell, das Isolatoren und Dekontaminationssysteme für pharmazeutische Produkte fertigt. Metall+Plastic GmbH wurde 2023 umfirmiert in OPTIMA pharma containment GmbH.[7]

2012 wurde die Marke Doyen Medipharm gekauft und mit Medicon in der OPTIMA life science GmbH vereint. Des Weiteren wurden die Firmen S.F.Vision, Kugler, Stern und ein Bereich der Optima filling and packaging machines GmbH in der OPTIMA consumer GmbH zusammengefasst. Hierfür entstand ein neues Verwaltungsgebäude mit 4.000 m² Fläche, das 2013 bezogen wurde. Es erfolgte eine Umbenennung der OPTIMA filling and packaging machines GmbH in die OPTIMA nonwovens GmbH.[2]

Optima war mit Stand 2010 Weltmarktführer bei Maschinen für die Verpackung von Windeln und Damenhygieneprodukten in Folienbeuteln, bei Portionspackungen wie Pads oder Kapseln für Kaffee und Tee und bei Funktionsverschlüssen für Lebensmittel mit jeweils einem Weltmarktanteil zwischen 60 % und 80 %.[8]

Geschäftsbereiche

Die OPTIMA packaging group ist eine internationale Unternehmensgruppe mit Schwerpunkt auf Abfüll- und Verpackungsmaschinen sowie zugehörigen Automatisierungs- und Servicelösungen.[9] In einzelnen Fachbeiträgen wird das Unternehmen zudem als Technologieführer im Dosieren, Füllen und Verpacken anspruchsvoller Produkte beschrieben.[10] Auch in internationalen Regionalmedien wird Optima als global leader in Verpackungs- und Abfülltechnologien eingeordnet.[11]

Pharma

Im Geschäftsbereich Pharma entwickelt Optima Verpackungs- und Abfüllsysteme für die pharmazeutische Industrie.[12] Dazu zählen Anlagen und Turnkey-Lösungen für sterile Prozesse sowie integrierte Komponenten wie Gefriertrocknung (Lyophilisation) und begleitende digitale Services.[13] Laut SWR zählt die Pharma- und Biotechindustrie zu den wesentlichen Anwendungsfeldern, etwa für Maschinen zur Impfstoffabfüllung; als Kunden werden „Globalplayer der Pharma-Industrie“ genannt.[14]

Consumer

Der Geschäftsbereich Consumer umfasst Maschinen- und Verpackungslösungen für Konsumgüter, darunter Anwendungen in Kosmetik und Personal Care.[15] In der Fachpresse wird beispielsweise eine modulare Abfüll- und Verschließplattform (Optima Moduline Smart) beschrieben, die auf standardisierten, austauschbaren Modulen basiert und damit auf wechselnde Anforderungen reagieren kann.[16] International wird Optima außerdem als Anbieter von Verpackungslösungen für Consumer Goods eingeordnet; als Beispielanwendungen werden u. a. Kaffeekapseln und Säuglingsnahrung genannt.[17]

Fiber Based Packaging und nachhaltige Verpackungslösungen

Im Zuge regulatorischer und marktgetriebener Nachhaltigkeitsanforderungen gewinnen faserbasierte Verpackungen (Fiber Based Packaging) als Alternative zu kunststoffbasierten Verpackungen an Bedeutung.[18] In diesem Kontext wird die Zusammenarbeit Optimas mit dem schwedischen Technologieunternehmen PulPac berichtet, das eine skalierbare „Dry Molded Fiber“-Technologie entwickelt.[19] Fachmedien ordnen die Kooperation und die Beteiligung Optimas an PulPac als Schritt zur industriellen Umsetzung faserbasierter Verpackungslösungen ein, die Kunststoffverpackungen ersetzen sollen.[20][21]

Nonwovens

Der Geschäftsbereich Nonwovens adressiert Verpackungs- und Verarbeitungslösungen im Umfeld von Vliesstoff- und Hygieneprodukten.[22] Der SWR nennt als Anwendungsbeispiele u. a. Anlagen für Hygieneartikel wie Windeln oder Feuchttücher.[23] In internationalen Medien werden Nonwovens zudem als eine der vier Geschäftseinheiten genannt; als Beispielanwendungen werden u. a. Wundversorgung (Dressings) und High‑Speed‑Hygieneartikel aufgeführt.[24]

Life Science

Im Geschäftsbereich Life Science werden Systeme für Anwendungen in Biotechnologie, Laborautomation und angrenzenden Industrien beschrieben.[25] Zudem wird Optima in Fachmedien im Zusammenhang mit Anlagen zur Serienfertigung von Elektrolyse‑Stacks (z. B. für die Produktion grünen Wasserstoffs) genannt.[26] In diesem Zusammenhang wird berichtet, dass durch automatisierte Serienfertigung Produktionszeiten deutlich reduziert werden können.[27]

Automatisierung und digitale/OT-nahe Systemkompetenzen (querschnittlich)

Als querschnittliche Kompetenzfelder werden in Branchenmeldungen der Ausbau von Automatisierung sowie Operational‑Technology‑(OT)‑Themen genannt. So wird über die Übernahme der niederländischen Total Plant Solution Group (TPS) berichtet, mit der Kompetenzen u. a. in PLC-, SCADA- und HMI‑Systemen sowie OT‑Security erweitert werden sollen.[28] ``

Literatur

  • 75 Jahre OPTIMA – Fragmente aus drei Generationen 1922–1997, Schwäbisch Hall 1997.
  • Kirchner, Peter: Die Cluster-Region Heilbronn-Franken. Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2011, ISBN 978-3-89735-679-5.
  • Peter Tognotti, Rudolf Büchner: Tüftler. Schaffer. Weltmarktführer. 150 Jahre Verpackungsmaschinenbau in Südwestdeutschland, 2011, Packaging Valley e. V., Schwäbisch Hall und Packaging Excellence Center (PEC), Waiblingen (Hrsg.)
  • Kurt Neuffer: Die Tüftler von heute. Zur Geschichte der Spezialmaschinenbauer im Kreis Hall, 1990, in: Haller Tagblatt.
  • 50 Jahre interpack, 2008, Messe Düsseldorf GmbH (Hrsg.), ISBN 978-3-00-026141-1.
  • Walter Döring: Optima. In: Weltmarktführer. Innovationen made in Schwäbisch Hall-Hohenlohe. Mit einem Geleitwort von Peter Altmaier und Nicole Hoffmeister-Kraut, Molino Verlag, Schwäbisch Hall und Sindelfingen 2020, S. 205–227. ISBN 978-3-9820231-5-1.

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI