Siliciumorganische Verbindungen

organische Verbindungen mit Silizium als Zwischenatom From Wikipedia, the free encyclopedia

Siliciumorganische Verbindungen (auch: Organosiliciumverbindungen) ist der Sammelbegriff für Verbindungen, die entweder direkte Silicium-Kohlenstoff-Bindungen (Si–C) aufweisen oder in denen der Kohlenstoff über Sauerstoff-, Stickstoff- oder Schwefel-Atome an das Silicium geknüpft ist. Siliciumorganische Verbindungen können durch die allgemeine Formel RnSiX4−n (mit n von 1 bis 4) beschrieben werden, wobei R verschiedene organische Reste darstellt, wie z. B. Aliphate, Aromaten, Heterocyclen. X steht für verschiedene Gruppen (siehe Tabelle). Verbindungen wie Monosilan (SiH4), Tetrachlorsilan (SiCl4) etc. werden hingegen nicht zu den siliciumorganischen Verbindungen gerechnet.

Weitere Informationen X, Stoffgruppe ...
Beispiele für Siliciumorganische Verbindungen
XStoffgruppeBemerkungen
H oder ROrganosilanez. B. Tetramethylsilan, das in der NMR-Spektroskopie als (innerer) Standard für die Ermittlung der chemischen Verschiebung genutzt wird
OHOrganosilanolez. B. Trimethylsilanol, ein Hydrophobierungsmittel
ClOrganochlorsilanewerden u. a. in der Bauchemie als Hydrophobierungsmittel eingesetzt; von großtechnischer Bedeutung sind Organohalogensilane als Ausgangsstoffe für Siliconpolymere
Si–O, abwechselndSiloxane
Silicone
z. B. Hexamethyldisiloxan, (H3C)3Si–O–Si(CH3)3
Si–N, abwechselndPolysilazanez. B. Hexamethyldisilazan, (H3C)3Si–NH–Si(CH3)3
Si–C, abwechselndCarbosilanez. B. (H3C)3Si–CH2–Si(CH3)3
Si-C-DoppelbindungSilene
Si-Si-DoppelbindungDisilene
Si-C-DreifachbindungSiline
Si-Si-DreifachbindungDisiline
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Neben den in der Tabelle genannten Anwendungsgebieten werden siliciumorganische Verbindungen in verschiedensten Bereichen eingesetzt, z. B.

Siliciumorganische Verbindungen wurden bereits in der Mitte des 19. Jahrhunderts beschrieben und untersucht.[2][3]

Literatur

Einzelnachweise

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