Oropouche-Fieber
Krankheit
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Das Oropouche-Fieber (OF) ist eine tropische Infektionskrankheit, ausgelöst durch das Oropouche-Virus. Es kommt im Amazonasgebiet, der Karibik und Panama vor. Der Name leitet sich vom Oropuche River auf der Insel Trinidad ab.
| Klassifikation nach ICD-10 | |
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| A93.0 | Oropouche-Viruskrankheit |
| ICD-10 online (WHO-Version 2019) | |
Erreger und Übertragung
| Oropouche-Virus | ||||||||||||||||||||
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| Systematik | ||||||||||||||||||||
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| Taxonomische Merkmale | ||||||||||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||||||||||
| Oropouche virus | ||||||||||||||||||||
| Kurzbezeichnung | ||||||||||||||||||||
| OROV | ||||||||||||||||||||
| Links | ||||||||||||||||||||
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Der Erreger ist das Oropouche-Virus (englisch Oropouche-Virus, OROV; Art: Orthobunyavirus oropoucheense, früher Oropouche orthobunyavirus, OrpObV), das zur Familie Peribunyaviridae gehört. Zur selben Virusspezies gehören das Iquitos-Virus (IQTV), das Madre-de-Dios-Virus (MDDV), das Perdões-Virus (PDEV) und das Pintupo-Virus (PINTV).[1][2]
Das Oropouche-Virus wird durch Stechmücken bzw. durch die Gnitze Culicoides paraensis auf den Menschen übertragen und wird daher zur nicht-taxonomischen Gruppe der Arboviren gerechnet. Als Virusreservoir dienen Wildsäuger (Faultiere), Vögel und nach erfolgter Anpassung des Virus auch neuerdings der Mensch.
Ausbrüche
Der erste Ausbruch erfolgte in den 1950er Jahren. Mittlerweile gehört die Erkrankung in Brasilien zu den häufigsten Infektionskrankheiten mit Hunderttausenden von Erkrankten. Durch die Intensivierung des Kakaoanbaus in Brasilien (Mückenbrut in leeren, wassergefüllten Kakaoschalen) kam es in den letzten Jahren zu einer Vermehrung der Mücken und damit zu einem gehäuften, epidemieartigen Anstieg der Übertragungen und Erkrankungen auf den Menschen.
Ende Mai 2024 meldete Kuba die ersten Fälle des Oropouche-Fiebers im Land. Betroffen waren zunächst die Provinzen Santiago mit 54 und Cienfuegos mit 20 Fällen.[3] Vier Wochen später waren bereits neun der sechzehn Provinzen Kubas betroffen.[4]
Im Juni 2024 wurden die ersten Fälle von Oropouche-Fieber in Europa bekannt.[5] Zwei Italiener, einer aus Venetien, einer aus der Emilia-Romagna, hatten sich Ende Mai bzw. Anfang Juni an unterschiedlichen Orten jeweils während einer Kuba-Reise infiziert.[6] Im Juli 2024 wurden die ersten zwei Fälle in Deutschland gemeldet. Auch diese Betroffenen hatten sich in Kuba infiziert.[7] Anfang August 2024 wurde ein Fall, Ende August 2024 drei weitere Fälle auf den Kanarischen Inseln bestätigt. Alle vier Fälle wurden aus Kuba importiert.[8]
Klinik
Das Oropouche-Fieber ist eine in der Regel gutartig verlaufende Krankheit. Die Inkubationszeit beträgt 3–10 Tage. Danach können für 2–7 Tage Symptome wie Schüttelfrost, Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen auftreten; in Einzelfällen treten die Symptome Wochen nach dem ersten Abklingen wieder auf. Selten kommt es zu einem Exanthem und zu einer Beteiligung des Zentralnervensystems in Form einer Meningitis.[9]
Literatur
- Luiz Tadeu Moraes Figueiredo: Emergent arboviruses in Brazil (Arboviroses emergentes no Brasil). In: Revista da Sociedade Brasileira de Medicina Tropical, Band 40, Nr. 2, März–April 2007, S. 224–229; doi:10.1590/s0037-86822007000200016, PMID 17568894 (englisch)
- Sofia Moutinho: A little-known virus on the rise in South America could overwhelm health systems. In: Science, 5. Juni 2024; doi:10.1126/science.zsbcmzz (englisch, portugiesisch).
- Carlo Fischer, Anna Frühauf, Lucia Inchauste, Murilo Henrique Anzolini Cassiano, Heriberto Arévalo Ramirez, Karine Barthélémy, Jan Felix Drexler et al.: The spatiotemporal ecology of Oropouche virus across Latin America: a multidisciplinary, laboratory-based, modelling study. In: The Lancet: Infectious Diseases, 14. April 2025; doi:10.1016/S1473-3099(25)00110-0 (englisch). Dazu:
- Potential Global Threat: This Mysterious Virus Is Spreading Quietly Across Latin America. Auf: SciTechDaily. Quelle: By Charité – Universitätsmedizin Berlin, 30. April 2025.
Weblinks
- Eduardo Jurado-Cobena: Oropouche Virus: More Questions than Answers. In Zoonoses, Band 4, Nr. 1, 30. Juli 2024; doi:10.15212/ZOONOSES-2024-0006 (englisch).
- Kat Lay: Outbreak of Oropouche virus in Brazil should be a ‘wake-up call’, say experts. In: The Guardian vom 2. August 2024 (englisch).
- Claudia Krapp: Wie gefährlich ist das Oropouche-Virus? Erste Todesfälle nach Ausbreitung des Oropouche-Fiebers. Auf: scinexx.de vom 6. August 2024.
- Nadja Podbregar: Oropouche-Virus: 19 Fälle auch in Europa – Infizierte Reiserückkehrer brachten Virus mit – Ausbreitung hierzulande aber unwahrscheinlich. Auf: scinexx.de vom 14. August 2024.
- Carly Cassella: First US Cases of 'Sloth Fever' From Oropouche Virus Reported. Auf: sciencealert vom 28. August 2024.
- Reisemedizin: Tropenvirus Oropouche weiter verbreitet als gedacht. Auf: orf.at vom 15. April 2025.
- Nadja Podbregar: Risiko für Oropouche-Virus in Europa. Asiatische Tigermücken können das Virus übertragen – vor allem im Mittelmeerraum. Auf: scinexx.de vom 28. Juli 2025.