Oshino Hakkai

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Oshino Hakkai (japanisch 忍野八海) sind eine Gruppe von acht Quellen und von ihnen gebildeten Teichen in Oshino in der japanischen Präfektur Yamanashi. Sie gelten als Naturdenkmal und sind seit 2013 gemeinsam mit dem Fuji Weltkulturerbe.

Oshino Hakkai mit dem Fuji im Hintergrund, 2019

Lage

Die Quellen befinden sich 14 Kilometer nordöstlich des Fuji im westlichen Teil von Oshino. Die Teiche entwässern in den Shinnashō.

Anlage

Oshino Hakkai, 2023

Das als klar beschriebene Wasser der acht Quellen soll vor allem aus vom Fuji herabströmenden Grundwasser stammen. Sieben der acht Teiche liegen nah beieinander, der mit 1467 m² Fläche größte Quellteich liegt etwas weiter entfernt und ist daher weniger stark von Besuchern frequentiert. Der kleinste Teich umfasst eine Fläche von lediglich 24 m², ist jedoch recht tief.

Am Ufer eines Teichs befindet sich ein aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts stammendes Gebäude. Es wird als Museum genutzt, in dem historische Möbel, landwirtschaftliche Geräte und Alltagsgegenstände aus der Edo-Zeit gezeigt werden.[1]

Noch bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts hatten die Teiche eine wichtige Funktion für eine buddhistische Reinigungszeremonie vor allem im Vorfeld von Besteigungen des Fuji.[2] Die Zahl acht hat im Buddhismus eine besondere Bedeutung.

Zu den acht Quellteichen kommen noch weitere, künstlich angelegte Teiche hinzu, darunter ein großer Teich im Zentrum der Anlage. Das Umfeld ist zum Teil in Form eines Freilichtmuseums mit historischen Gebäude gestaltet. Außerdem befinden sich in dem Bereich touristische Angebote wie Gastronomie und Einzelhandelsgeschäfte.

Teiche

Folgende Teiche gehören zu Oshino Hakkai:[3]

Weitere Informationen Name, Fläche ...
NameFlächeBemerkungBild
Deguchi-Teich (出口池)1467 m²Größter Teich, etwas abgelegen. Gilt als Symbol des Nordsterns. Das Ufer ist zum Teil bewaldet. Im Wald befinden sich mehrere rote Torii.
Okama-Teich (お釜池)24 m²Kleinster Teich, klar und tiefblau. Im Teich wachsen Pflaumenalgen.
Sokonashi-Teich (底抜池)In der Nähe befindet sich ein als Museum eingerichtetes Haus aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.
Chōshi-Teich (銚子池)Am Grund des Teiches kann man das hereinquellende Wasser sehen.
Waku-Teich (湧池)Der Teich befindet sich im Zentrum der Anlage. Mit 8,4 Millionen Litern am Tag, weist dieser Teich die größte tägliche Durchflussmenge der acht Teiche auf. Er wurde in der Vergangenheit zur Gewinnung von Trinkwasser und zur Bewässerung genutzt und dient der Karpfenhaltung. 1983 nutzt die NASA Wasser aus diesem Teich für ein Experiment im Weltraum.
Nigori-Teich (濁池)In der wörtlichen Übersetzung bedeutet der Name Trüber Teich. Der Name geht auf die Legende zurück, dass ein zerlumpter Wanderer hier Anwohner um eine Schüssel Wasser bat, diese ihm aber verweigert wurde. Daraufhin sei das Wasser des Teichs trüb geworden. Aktuell ist das Wasser des Teichs jedoch klar und nicht eingetrübt.
Kagami-Teich (鏡池)Der Teich führt nur wenig Wasser. Sein Name bedeutet Spiegelteich, da sich im klaren Wasser des Teichs der Fuji spiegelt. Einer Legende nach, kann der Teich zwischen richtig und falsch unterscheiden. Streitende Parteien sollen in der Vergangenheit am Teich für einen erfolgreichen Abschluss von Streitigkeiten gebetet haben.
Shōbu-Teich (菖蒲池)Einer Legende nach lebte in der Nähe des Teichs einmal ein Ehepaar, wobei der Ehemann an einer schweren Lungenkrankheit erkrankt war. Die Frau bat die Götter um Hilfe, wusch sich im Teich und betete. Am 37. Tag sprach ein Gott zu ihr und riet, eine im Teich wachsende Wasserpflanze um ihren Mann zu wickeln. Tatsächlich sei er daraufhin in weniger als einem Monat genesen.
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Einzelnachweise

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