Osieki (Borzytuchom)

Dorf in Polen From Wikipedia, the free encyclopedia

Osieki (deutsch Wusseken) ist ein Dorf in der Gemeinde Borzytuchom im Powiat Bytowski in der polnischen Woiwodschaft Pommern.

Schnelle Fakten Basisdaten ...
Osieki
?
Hilfe zu Wappen
Osieki (Polen)
Osieki (Polen)
Osieki
Basisdaten
Staat: Polen Polen
Woiwodschaft: Pommern
Powiat: Bytów
Gmina: Borzytuchom
Geographische Lage: 54° 14′ N, 17° 24′ O
Einwohner: 286 (2011[1])
Schließen

Geographische Lage

Das Dorf liegt im östlichen Hinterpommern, etwa sieben Kilometer nordwestlich der Stadt Bytów (Bütow) und 1,5 Kilometer nordwestlich des Dorfs Niedarzyno.

Es befindet sich auf einer Anhöhe am See Osiecko. Aus dem See fließt der Bach Leśnica, der weiter nördlich in die Bytowa mündet.

Geschichte

Das Dorf Wusseken, eine Gründung des Deutschen Ordens, erhielt seine Handfeste 1355 auf dem Schloss Bütow aus der Hand des Bütower Hauskomturs Niclas von der Frantz auf Geheiß des Hochmeisters Winrich von Kniprode und des Großkomturs Heinrich von Bovenden. Der Orden verlieh darin seinem getreuen Diener Wenikow vierzig Hufen erbliches Siedlungsland zu kulmischem Recht mit der Auflage, ihm dafür mit einem Pferd zu dienen.[2] Nach der kurbrandenburgischen Besitzergreifung des Landes Bütaw am 18. Juni 1658 wurde die Starostei, zu der Wusseken zwischenzeitlich gehört hatte, in das Domänenamt Bütow umgewandelt. Vorwerk und Dorf Wusseken waren durch Kriegseinwirkung in Mitleidenschaft gezogen worden: Im Gutsbezirk, in dem es zuvor 60 Stück Rindvieh und eine Schäferei mit 1500 Schafen gegeben hatte, war kein Vieh mehr vorhanden, und im Dorf waren von den neun Bauernhöfen acht zerstört worden.[3]

Um 1782 hatte Wusseken an landwirtschaftlichen Betrieben unter anderem ein Vorwerk, einen Freischulzenhof und sechs Bauernhöfe; auf dem Vorwerk, das 1145 Morgen und 30 Ruten Land umfasste, waren sechs Bauern und zwei Kossäten aus Wusseken, zehn Bauern aus Kroßnow und vier Bauern aus Morgenstern dienstpflichtig.[4] Das Gut Adelig Wusseken kauften Wusseker Bauern durch einen Vertrag vom 20. Dezember 1819 für 17.526 Reichstaler vom Fiskus und verkauften es laut Vertrag vom 6. Februar 1821 für 15.875 Reichstaler an Ludwig Kratz, von dem es laut Vertrag vom 16. August 1853 für 37.000 Reichstaler ohne Inventar Ernst Friedrich Schimmelpfennig käuflich erwarb.[5] Letzterer ist im Verzeichnis der Pommerschen Ritterschaft vom 1. Januar 1862 als Besitzer des Guts Wusseken genannt.[6] Im Besitz der Familie Schimmelpfennig befand sich das Gut auch noch 1884[7] und 1892.[8]

Im Jahr 1886 verkaufte der königliche Domänenfiskus den 30,695 Hektar umfassenden Großen See bei Wusseken an den Besitzer Carl Biastock in Königlich Wusseken.[9]

Am 1. Dezember 1913 wurden auf der 764,0 Hektar großen Gemarkung der Landgemeinde Königlich Wusseken 29 viehhaltende Haushaltungen gezählt, die zusammen 29 Pferde, 138 Stück Rindvieh, 13 Schafe und 204 Stück Borstenvieh hielten, und in dem 463,4 Hektar umfassenden Gutsbezirk Adlig Wusseken 14 viehhaltende Haushaltungen, die zusammen 35 Pferde, 119 Stück Rindvieh, ein Schaf und 49 Stück Borstenvieh hielten.[10]

Am 30. September 1928 wurden der Gutsbezirks Adlig Wusseken in die Landgemeinde Königlich Wusseken eingegliedert und die Landgemeinde Königlich Wusseken in Wusseken umbenannt.[11] Am 1. Januar 1929 wurde der Forstgutsbezirk Taubenberg aus dem Amtsbezirk Borntuchen teilweise in die Landgemeinde Wusseken eingegliedert.[11]

Anfang der 1930er Jahre hatte die Landgemeinde Wusseken eine Flächengröße von 18,8 km². Innerhalb der Gemeindegrenzen standen insgesamt 43 bewohnte Wohnhäuser an zwei verschiedenen Wohnplätzen:[12]

  1. Forsthaus Wusseken
  2. Wusseken

Um 1935 hatte Wusseken unter anderem einen Gasthof, einen Gemischtwarenladen und eine Zimmerei-Werkstatt.[13] Das Gut Adelig Wusseken befand sich im Jahr 1944 im Besitz der Familie Becker, aus der 1925 und 1938 Walter Becker als Gutsbesitzer genannt worden war.[14]

Bis 1945 bildete Wusseken eine Landgemeinde im Landkreis Bütow im Regierungsbezirk Köslin der preußischen Provinz Pommern des Deutschen Reichs. Wusseken war dem Amtsbezirk Meddersin zugeordnet. Das Standesamt befand sich in Meddersin.

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Region im März 1945 durch die Roten Armee besetzt. Infolge des Krieges wurde der Ort Teil Polens und in Osieki umbenannt.

Demographie

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner Anmerkungen
1782Dorf, mit einem Vorwerk, einem Freischulzen-Hof, sechs Bauernhöfen, einem Kossäten, einem lutherischen Schulmeister, zwei Vorwerkskaten, einem Freischulzenkaten, 19 Feuerstellen (Haushaltungen), eingepfarrt zu Bütow[4]
1818221davon 214 im königlichen Dorf und Vorwerk und sieben in der königlichen Försterei, zum Kirchspiel Bütow gehörig[15][16]
1852311Dorf, mit der Kolonie Kamenzin[17]
1855349am Jahresende, davon 252 (244 Evangelische, acht Katholiken) in Königlich Wusseken und 97 (sämtlich Evangelische) in Adelig Wusseken[18]
1864393am 3. Dezember, davon 319 in Königlich Wusseken und 74 in Adelig Wusseken[19]
1867388am 3. Dezember, davon 290 in Königlich Wusseken und 98 in Adelig Wusseken[20]
1871364am 1. Dezember, davon 256 (255 Evangelische, ein Katholik) in Königlich Wusseken und 108 (sämtlich Evangelische) in Adelig Wusseken[20]
1885375am 1. Dezember, davon 259 (sämtlich Evangelische) in Königlich Wusseken und 116 (sämtlich Evangelische) in Adelig Wusseken[21]
1895346am 2. Dezember, davon 239 (236 Evangelische, drei Katholiken) in Königlich Wusseken und 107 (sämtlich Evangelische) in Adelig Wusseken[22]
1910334am 1. Dezember, davon 208 im Dorf und 126 im Gutsbezirk[23]
1925377Landgemeinde, in 77 Haushaltungen, darunter 335 Evangelische und 41 Katholiken[12]
1933347[24]
1939283[24]
2011286[1]
Schließen

Kirche

In Wusseken stellten evangelische Christen die Bevölkerungsmehrheit. Diese waren nach Bütow eingepfarrt. Das katholische Kirchspiel war in Bütow.

Die seit 1945 und Vertreibung der einheimischen Dorfbewohner anwesende polnische Einwohnerschaft gehört mit seltenen Ausnahmen der Römisch-katholischen Kirche in Polen an. Das polnische katholische Kirchspiel ist in Bütow. Das polnische evangelische Kirchspiel ist in Bütow.

Literatur

  • Wusseken, Dorf (Königlich) und Rittergut (Adlig), Kreis Bütow, Provinz Pommern. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912 (meyersgaz.org).
  • Wusseken, Forsthaus, Kreis Bütow, Provinz Pommern. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Wusseken (meyersgaz.org).
  • Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Teil II, Band 2, Stettin 1784, S. 1060, Ziffer (36) (Google Books), und S. 1061, Ziffer (5) (Google Books).
  • P. Ellerholz: Handbuch des Grundbesitzes im Deutschen Reiche, Band 2: Provinz Pommern, 2. Auflage, Nicolai (Stricker), Berlin 1884, S. 20–21 (Google Books).
  • Pommersches Güter-Adressbuch, Friedrich Nagel (Paul Niekammer), Stettin 1892, S. 94–95 (Google Books).

Fußnoten

Related Articles

Wikiwand AI