Oskar Fischer (Schauspieler)
deutscher Schauspieler und Coupletsänger
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Oskar Fischer (* 30. August 1840 in Schleswig; † 7. April 1896 in Königslutter am Elm) war ein deutscher Hofschauspieler, Sänger und Komiker.
Leben
Familie
Oscar Fischer war der Sohn des Schauspielers und Opernsängers Karl Friedrich Fischer († 1863 in Posen) und der Schauspielerin Therese Luise Auguste (geb. Schmidt). Angesichts dieser familiären Hintergründe lag es nahe, dass auch Fischer eine künstlerische Neigung entwickelte. Trotz der Erwartungen seiner Eltern, ihn in eine andere berufliche Bahn zu lenken, fand er letztlich seine Berufung in der Welt des Theaters.
Frühe Jahre und Ausbildung
Fischer verbrachte seine Jugend in Posen, wo sein Vater am Stadttheater als Bassist tätig war. Hier besuchte er das Gymnasium (siehe Friedrich-Wilhelms-Gymnasium), bevor er für ein Jahr als Lehrling in einer Apotheke arbeitete. Diese Zeit war jedoch nicht von langer Dauer; bald entschied er sich, heimlich einer fahrenden Schauspielergesellschaft beizutreten. In Zörbig und Mücheln trat er zunächst in Heldenrollen auf, bevor er von einem Direktor einer anderen Schauspieler-Truppe in Schleusingen als Komiker erkannt wurde.
Theaterkarriere
Sein Wunsch nach stabileren Verhältnissen führte ihn 1859 zum Hoftheater in Meiningen, wo er mit einem bescheidenen Rollenfach begann. Es folgten Engagements am Wallner-Theater in Berlin (1860) und am späteren Herzoglichen Hoftheater in Altenburg (1861). Er hatte 1861 am Stadttheater in Zürich ein weiteres Engagement und trat als Gast in München in Max Schweigers (1816–1880)[1] Volkstheater auf.[2]
1862 erhielt er mit einer Empfehlung des Prinzen Moritz von Altenburg eine Einladung nach Braunschweig, wo er am 25. Juli als Daniel Ephraim Lerchenschlag im Sächsischen Dorfschulmeister auftrat. Sein erstes festes Engagement in Braunschweig begann am 10. August als Kilian im Freischütz.
Überdies erlangte er als parodistisch begabter Komiker große Beliebtheit, nicht zuletzt durch seine plattdeutschen Couplets, in die er auf der Bühne gern pointierte lokale Anspielungen einflocht – was ihm einst den Unmut von Herzog Wilhelm eintrug.[3]
Anfangs war Fischer auch in kleinen Spielopern beschäftigt, doch ein Gehörleiden erschwerte ihm diese Tätigkeit, sodass er sich auf seine Hauptrolle als Komiker konzentrierte. Sein Talent und sein unverwechselbarer Humor machten ihn als Hofschauspieler schnell zu einem Liebling des Braunschweigischen Publikums.
Privatleben und gesellschaftliches Engagement
Am 19. Dezember 1863 heiratete Fischer Alwine Friederike, die Enkelin des Konsistorialrats Jacob Ludwig Römer. In Braunschweig gründete er ein eigenes Hauswesen und trat aktiv in sozialen Kreisen auf. Sein Humor und seine gesellige Art machten ihn zu einem beliebten Gast in verschiedenen Vereinen und Privatveranstaltungen.
Die Tante seiner Ehefrau, Julie Römer, war mit Karl Philipp Christian Schönemann, dem Leiter der Herzoglichen Bibliothek in Wolfenbüttel, der heutigen Herzog August Bibliothek verheiratet.
Trotz eines guten Angebots vom Wallner-Theater in Berlin blieb Fischer seiner alten Wirkungsstätte in Braunschweig treu. Sein 25-jähriges Bühnenjubiläum feierte er am 27. Mai 1887 mit großem Beifall als August Schultze in Heinrich Wilkens Ehrliche Arbeit.
Abschied von der Bühne und Tod
Die stetige Verschlechterung seines Gehörleidens zwang Fischer, sich von der Bühne zurückzuziehen. Am 29. Mai 1890 gab er seine letzte Vorstellung als Valentin Holzwurm in Ferdinand Raimunds Der Verschwender. Auch nach seinem Rückzug blieb er in Braunschweig und trat weiterhin bei öffentlichen Veranstaltungen mit humoristischen Vorträgen und Darbietungen auf.
Er erlitt am 6. April 1896 auf dem Weg zu einem Konzert in Lauingen einen Gehirnschlag, der am folgenden Tag zu seinem Tod führte. Fischer wurde auf dem Zentralfriedhof in Braunschweig beigesetzt. In Anerkennung seiner Verdienste plante eine Gruppe von Verehrern, ihm ein Grabdenkmal zu errichten, dessen Porträtbüste der Bildhauer Wilhelm Habich später geschaffen hat.
Literatur
- Oskar Fischer. In: Deutsches Theater-Lexikon, Leipzig, 1889. S. 268 (Digitalisat).
- Oskar Fischer. In: Wissenschaft. Kunst. Litteratur. In: Saale-Zeitung vom 8. April 1896. S. 1–2 (Digitalisat).
- Oskar Fischer. In: Kunst und Wissenschaft. In: Berliner Börsen-Zeitung vom 9. April 1896. S. 7 (Digitalisat).
- Oskar Fischer. In: Bühne. In: Münchener Kunst- u. Theater-Anzeiger vom 11. April 1896. S. 3 (Digitalisat).
- Oskar Fischer. In: Anton Bettelheim (Hrsg.): Biographisches Jahrbuch und Deutscher Nekrolog, 1. Band. Berlin, 1897. S. 402–403 (Digitalisat).
- Oskar Fischer. In: Neuer Theater-Almanach, Band 8. Berlin, 1897. S. 173–174 (Digitalisat).
- Oskar Fischer. In: Braunschweigs Literaten. Braunschweig, 2016. S. 219 (Digitalisat).