Ostalpen-Meier
Art der Gattung Meier (Asperula)
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Der Ostalpen-Meier (Asperula neilreichii) ist eine seltene Pflanzenart aus der Gattung Meier (Asperula) innerhalb der Familie der Rötegewächse (Rubiaceae). In der Schweiz wird er auch Felsen-Waldmeister genannt.[1]
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| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Asperula neilreichii | ||||||||||||
| Beck |
Beschreibung
Vegetative Merkmale
Der Ostalpen-Meier wächst als ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 5 bis zu 15 Zentimetern erreicht und dichte, polsterförmige Rasen bildet. Der Stängel ist im Gegensatz zum Hügel-Meier unflexibel aber mehr oder weniger vierkantig. Die Blätter sind gegenständig. Die unteren sind kreisförmig bis eiförmig und stumpf abgerundet. Nach oben werden sie größer und erreichen eine Länge bis zu 17 Millimeter bei einer Breite von 1 Millimeter. Sie sind dann auch zugespitzt. Auf der Unterseite tritt der Mittelnerv hervor.[2]
Nach dem Bestimmungsschlüssel von Adler/Oswald/Fischer sind die unteren zurückgekrümmten, verkehrt-eiförmigen Stängelblätter auch in der Blütezeit erhalten, während sie beim nah verwandten Hügel-Meier verdorrt sind. Die mittleren und oberen Stängelblätter sind nicht kürzer als die Stängelglieder und manchmal eher länger.
Generative Merkmale
Die Krone der dicht beisammenstehenden Blüten ist rosa gefärbt und außen glatt. Sie stehen meist zu dreien beisammen und werden von 2 Deckblättern gestützt.[2] Die Blütenröhre ist außen kahl. Die Blütenkrone ist etwa 5 Millimeter lang. Die 4 Kronzipfel sind eiförmig länglich und etwa ein Drittel so lang wie die Blüte. Die 4 Kelchzipfel sind unscheinbar; sie sind eiförmig und weißlich-grün.[2] Die Früchte sind kaum warzig.[3]
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 20.[4]
Vorkommen
Das Verbreitungsgebiet des Ostalpen-Meiers reicht von den nordöstlichen Alpen bis zu den westlichen Karpaten.[5] Er kommt als Nunatakrelikt beispielsweise in den Chiemgauer Alpen und den Ammergauer Alpen in Höhenlagen zwischen 1630 und 2050 Metern vor. Besonders auf alpinen und subalpinen Schutthalden-Pflanzengesellschaften ist der Ostalpen-Meier anzutreffen.
Als Standort bevorzugt der Ostalpen-Meier in den Chiemgauer Alpen den Wettersteinkalk und am Geigelstein den Hauptdolomit. Er gedeiht auf „Kalkstein-Schwarzerden“, sogenannten Rendzinen. In Österreich ist der Ostalpen-Meier in den Bundesländern Niederösterreich, Oberösterreich, der nördlichen Steiermark und möglicherweise auch in Salzburg anzutreffen[6]. In der Schweiz kommt er nur im Jura von Bern und Solothurn vor.[1] Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2+ (frisch), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 5 (basisch), Temperaturzahl T = 1+ (unter-alpin, supra-subalpin und obers-subalpin), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).[1]
Der Ostalpen-Meier wurde 1988 von Frankl auch im Tiroler Teil der Allgäuer Alpen an der Hundsarschscharte an der Schlicke in Höhenlagen von 1750 bis 1850 Metern in Polstern von Carex firma entdeckt.[7]
Erforschungsgeschichte
Otto Sendtner fand den Ostalpen-Meier 1850 am Geigelstein wahrscheinlich als Erster, ordnete ihn aber dem Hügel-Meier zu. Er gab als Verbreitungsgebiet „Alpen in der Höhe von 5514 Pariser Fuß“ an.[8] Die Erstbeschreibung erfolgte 1859 durch den Wiener Botaniker und Juristen August Neilreich in seinem Buch Flora von Niederösterreich Seite 464, allerdings als Varietät des Hügel-Meier, also als Asperula cynanchica var. alpina. Neilreich fand diese Pflanzenart damals „im Saugraben des Schneeberges, auf der Schütt der Griesleiten in der Prein, hier häufig.“[9] 1883 erkannte der Wiener Botaniker Günther Beck den Ostalpen-Meier als eigene Art an und gab ihm, weil das Epithet alpina im Artrang schon an eine andere Asperula-Art vergeben war, den Namen Asperula neilreichii.[2] Er veröffentlichte den neuen Namen 1883 in den Verhandlungen der Kaiserlich-Königlichen Zoologisch-Botanischen Gesellschaft in Wien Band 32 Seite 182–184.