Otho Orlando Kurz

deutscher Architekt From Wikipedia, the free encyclopedia

Otho Orlando Kurz (* 1. Juni 1881 in Florenz, Italien; † 11. Mai 1933 in München; oft auch O. O. Kurz) war ein deutscher Architekt.

Otho Orlando Kurz, um 1928
Otho Orlando Kurz

Leben

Otho Orlando Kurz wurde in Florenz als Sohn des Bildhauers Erwin Kurz, eines Mitarbeiters von Adolf von Hildebrand, geboren. 1893 wurde Adolf von Hildebrand als Professor an die Münchner Kunstakademie berufen und die Familie von Erwin Kurz übersiedelte nach München. Otho Orlando besuchte in München das Gymnasium. Nach dem Abitur studierte er zunächst Elektrotechnik, wechselte dann aber ins Fach Architektur. Nach dem Studienabschluss mit der Diplom-Hauptprüfung arbeitete Kurz unter anderem bei Friedrich von Thiersch, Hans Grässel und Heinrich von Schmidt als Praktikant.

1908 wurde er mit der Errichtung der katholischen Pfarrkirche Milbertshofen beauftragt und gründete zusammen mit Eduard Herbert ein Architekturbüro, das zahlreiche prestigeträchtige Bauaufträge in München erlangen konnte. 1911 wurde Kurz zum Professor an der Technischen Hochschule München ernannt und unterrichtete dort Zeichnen.

Während des Ersten Weltkriegs wurde Kurz zunächst im Denkmalschutz eingesetzt und schied 1917 aus dem Kriegsdienst aus, um für die Bayerischen Motorenwerke einen Industriebau in München zu errichten. Bis 1928 arbeitete er immer wieder als Hausarchitekt für die BMW. In den 1920er Jahren wurde er außerdem auch für einige Wohnungsbauprojekte bekannt, die er in einem der Neuen Sachlichkeit nahestehenden Stil errichtete. Für den Viktualienmarkt in München entwarf Otho Orlando Kurz nach Kriegsende drei Hochhäuser, ein zylinderförmiges, ein rechteckiges und ein sehr ausladendes, welches ein Hotel werden sollte. Zusammen mit Hermann Sörgel plante Kurz mehrere Hochhauskuben mit 15 Stockwerken und zehn Aufzügen als Kreis von Türmen rund um die Altstadt. Diese sollten 50 Meter hoch und aus Eisenbeton sein. Keines der Projekte wurde realisiert.

Neben seiner Bautätigkeit entwarf Kurz auch Möbel und Grabmonumente (u. a. das Grabmal von Paul Heyse auf dem Münchener Waldfriedhof).

Otho Orlando Kurz verstarb am 11. Mai 1933 an einer Blutvergiftung, die er sich beim Rasieren zugezogen hatte.

Bauten

Pfarrkirche St. Otto in Bamberg
Gebäude an der Lindenschmitstraße 56
Gebäude an der Meindlstraße 11
Kirche St. Sebastian in München (Foto um 1929)
Herz-Jesu-Kirche in Weiden

Schriften

  • O.O. Kurz: Was wir wollen – Anregungen, Wünsche von Architekten, Hausfrauen, Technikern für den Wohnungsbau, Zur Ausstellung Heim und Technik. Callwey, München 1928.
  • O.O. Kurz: Die kleine Wohnung in der Ausstellung Heim und Technik. Callwey, München 1928.
  • O.O. Kurz: Was ein Bauherr wissen muss – Ratschläge für Bauende. F. Bruckmann, München 1930.

Literatur

  • Luigi Monzo: Kirchen bauen im Dritten Reich. Die Inversion der kirchenbaulichen Erneuerungsdynamik am Beispiel der von Fritz Kempf entworfenen Kirche St. Canisius in Augsburg. In: Das Münster – Zeitschrift für christliche Kunst und Kunstwissenschaft, Jg. 68, 2015/1 (April), S. 74–82.
  • Adolf Feulner: O. O. Kurz und E. Herbert (= Neue Werkkunst). F. E. Hübsch Verlag, Berlin 1927.
  • Peter Stuckenberger: Der Münchner Architekt Otho Orlando Kurz (1881–1933). In: Baukultur, Heft 1/1997, S. 39–42.
  • Peter Stuckenberger: Die Kirchenbauten des Münchner Architekten Otho Orlando Kurz. In: Das Münster, Heft 1/1998, S. 78–80.
  • Sebastian Multerer, Julian Wagner (Hrsg.): Otho Orlando Kurz. Park Books, Zürich 2017
Commons: Otho Orlando Kurz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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