Ottilie Schörg
österreichische Schneiderin, Widerstandskämpferin und Mitglied der Anti-Hitler-Bewegung Österreichs
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Ottilie Schörg, geborene Holcmann (* 5. Februar 1914 in Wien; † 4. Juli 2000 ebenda), war eine österreichische Schneiderin, Widerstandskämpferin und Mitglied der Anti-Hitler-Bewegung Österreichs.
Leben
Ottilie Schörg war gelernte Schneiderin und verheiratet. Während des Ständestaates war sie für die Rote Hilfe aktiv und unterstützte politisch Verfolgte und deren Familien. Dafür wurde sie am 7. November 1935 zu zwei Monaten Arrest verurteilt und 1937 erneut zweimal wegen „staatsfeindlicher Betätigung“ vom 10. April bis zum 7. Juli und vom 17. August bis zum 22. November im Landesgericht Wien inhaftiert.[1]
Nach dem „Anschluss Österreichs“ 1938 setzte sie ihre Widerstandstätigkeit fort. Als der slowenische KP-Funktionär Karl Hudomalj im Februar 1942 erneut nach Wien kam, um ein Widerstandsnetzwerk aufzubauen, kontaktierte er Schörg, da er sie bereits von früheren geheimen Aufenthalten in Wien kannte. Schörg brachte Hudomalj unter anderem bei ihrer Mutter unter, machte ihn mit dem kommunistischen Widerstandskämpfer Johann Rothfuhs bekannt und wurde später Mitglied der von Hudomalj initiierten Anti-Hitler-Bewegung Österreichs.[2] Zusammen mit den anderen Widerstandskämpfern Viktor Bergner, Friederike Burda, Magdalena Onigas und Josefine Stolba wurde Schörg am 1. Februar 1944 von der Gestapo wegen „staatsfeindlicher Betätigung“ festgenommen, aber noch im gleichen Monat wieder freigelassen.[1]
Nach Ende des Krieges war Ottilie Schörg Mitglied der Bezirksgruppe Ottakring des KZ-Verbandes. Sie verstarb 2000 und wurde auf dem Ottakringer Friedhof beigesetzt.
Literatur
- Peter Ulrich Lehner: Verfolgung, Widerstand und Freiheitskampf in Hernals : Ereignisse, Gestalten, Orte, Spuren in einem Wiener Arbeiter-innenbezirk ; ein Heimatbuch der anderen Art. Mandelbaum-Verlag, Wien 2013, ISBN 978-3-85476-802-9.