Otto Aepli

Schweizer Jurist und Politiker (FDP) From Wikipedia, the free encyclopedia

Alexander Otto Aepli auch Alexander Otto Aepli-Freyenmuth (* 18. April 1870 in Gachnang; † 4. November 1921 in Frauenfeld; heimatberechtigt in Diessenhofen und St. Gallen) war ein Schweizer Jurist und freisinniger Politiker.

Leben

Familie

Alexander Otto Aepli war das jüngste der drei Kinder von Alfred Johannes Aepli (* 17. Oktober 1817 in St. Gallen; † 18. Oktober 1913 in Zürich),[1] Doktor der Theologie und Dekan, sowie Neffe und Patenkind von Arnold Otto Aepli.

1903 heiratete er Ida († 20. Juni 1953),[2] die Tochter des Frauenfelder Baumeisters Ulrich Freyenmuth (1841–1905)[3][4]. Diese Eheschliessung verband ihn mit bedeutenden Familien der Region: Durch seine Schwäger Heinrich Häberlin und Robert Freyenmuth (1875–1941)[5] war er mit etablierten Persönlichkeiten des Thurgaus verbunden.

Ausbildung und juristische Karriere

Aepli absolvierte sein Rechtsstudium zwischen 1891 und 1893 an mehreren Universitäten: Universität Bern, Universität Leipzig, Universität Berlin, Universität Lausanne und Universität Zürich. Ab 1893 liess er sich als Anwalt in Kreuzlingen nieder, bevor er später seine Tätigkeit nach Frauenfeld verlegte.

Seine richterliche Laufbahn war von Unterbrechungen geprägt: Er amtete als Oberrichter in den Jahren 1900–1907 und erneut 1921; seit Frühjahr 1921 war er Vizepräsident des thurgauischen Obergerichts.[6][7]

Politische Karriere

Aepli war ein aktives Mitglied der Freisinnig-Demokratischen Partei (FDP) Thurgau und bekleidete von 1919 bis 1921 deren Präsidentenamt. Seine politische Karriere auf kantonaler und nationaler Ebene umfasste mehrere Positionen: Von 1907 bis 1919 war er, als Nachfolger von Adolf Deucher (1861–1910),[8] Thurgauer Regierungsrat mit der Verantwortung für die Departements Inneres und Landwirtschaft; ab 1917 zusätzlich für Justiz und Polizei. Von 1918 bis 1921 war er, als Nachfolger des verstorbenen Johann Georg Leumann (1842–1918),[9] Thurgauer Ständerat, und von 1920 bis zu seinem Tod war er Mitglied des Thurgauer Grossen Rats und ab 1919 Gemeinderat der Stadt Frauenfeld. Im Grossen Rat übte er kurz vor seinem Tod noch das Amt des Präsidenten der Petitionskommission aus.[10] Im Ständerat folgte ihm Rudolf Huber (1867–1928).[11][12]

Wirtschaftliche Tätigkeiten und Verdienste

Aepli war Verwaltungsratspräsident[13] der Frauenfeld-Wil-Bahn, für deren Finanzierung er 2 Millionen Schweizer Franken aufbrachte; er war auch Präsident des Verwaltungsrats der Schuhfabrik Kreuzlingen (siehe Raichle Sportartikel), dessen Direktor Wilhelm Raichle († 1926)[14] war. Eine Schlüsselposition in seiner Karriere war seine Tätigkeit als Generalsekretär der Schweizerischen Landwirtschaftlichen Ausstellung in Frauenfeld im Jahr 1903. Diese Funktion versetzte ihn in die Lage, breite Unterstützung bei der Landbevölkerung zu gewinnen, was sich bei seinen nachfolgenden Wahlen in den Regierungsrat und später in den Ständerat als vorteilhaft erwies.

Sein bedeutendster Beitrag zur Wirtschaftsentwicklung des Kantons war sein Engagement für die Gründung des kantonalen Elektrizitätswerks (siehe EKT Holding). Von 1912 bis zu seinem Tod 1921 präsidierte er dessen Verwaltungsrat und trug damit wesentlich zur Elektrifizierung des Kantons Thurgau bei. Als er starb, war er auch Mitglied des Verwaltungsrates der Nordost-schweizerischen Kraftwerke (siehe Axpo Power).

Militär

Aepli diente als Oberstleutnant der Infanterie.

Literatur

Einzelnachweise

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