Otto Donner

deutsch-amerikanischer Staatswissenschaftler From Wikipedia, the free encyclopedia

Otto Donner (* 22. April 1902 in Berlin; † 30. Juni 1981 in Washington) war ein deutsch-amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler.

Werdegang

Donner studierte ab 1921 an der Universität Berlin, wo er 1925 das Diplomexamen für Volkswirte ablegte und 1928 zum Dr. rer. pol. promoviert wurde. 1925 bis 1933 war er Mitglied des Instituts für Konjunkturforschung in Berlin und von 1933 bis 1934 Abteilungsleiter am Institut für Weltwirtschaft an der Universität Kiel. 1935 trat Donner dem NS-Kraftfahrkorps bei, 1940 wurde er Mitglied der NSDAP. Von 1935 bis 1937 war er als Regierungsrat beim Statistischen Reichsamt und von 1938 bis 1939 beim Reichskommissar für das Kreditwesen beschäftigt. Nachdem sich Donner an der Universität Berlin habilitiert hatte, wurde er dort im Januar 1937 zum Dozenten für Statistik ernannt. Zum 1. August 1941 wurde er zum ordentlichen Professor für Volkswirtschaftslehre und Direktor des Sozialökonomischen Seminars an der Universität Hamburg berufen.[1]

In den Jahren 1940 bis 1943 war er persönlicher Referent von Staatssekretär Erich Neumann. Von 1940 bis 1943 war er geschäftsführender Leiter der Forschungsstelle für Wehrwirtschaft der Dienststelle Vierjahresplan bei Hermann Göring, dem Beauftragten für den Vierjahresplan. Der Vierjahresplan war eine wirtschafts- und sozialpolitische Stabsabteilung, an deren Spitze ein »kleines Zentralbüro« mit etwas mehr als hundert Stellen stand. Von dieser wurden die einzelnen Wirtschaftsressorts kontrolliert, und Hermann Göring sollten Entwürfe »zur Abstimmung der Einzelarbeiten, Beseitigung von Mangellagen und Gefahrenpunkten« vorgelegt werden.[2]

1947 erhielt Donner die US-Staatsbürgerschaft und eine Professur in Washington.

Von 1952 bis 1956 war Donner stellvertretender, geschäftsführender Direktor für die Bundesrepublik Deutschland (anfangs auch für Jugoslawien) beim IWF. Von 1954 bis 1968 war Donner Exekutivdirektor für die Bundesrepublik bei der Weltbank. Ebenso war Otto Donner ab 1960 geschäftsführender Direktor bei der Internationalen Entwicklungsorganisation.[3]

Ehrungen

Veröffentlichungen

  • Die Saisonschwankungen als Problem der Konjunkturforschung Berlin, Reimar Hobbing, 1928
  • Geld und Konjunktur: Beiträge zur gegenwärtigen Wirtschaftspolitik Verlag: Berlin : C. Heymann, 1934
  • Statistik Hamburg : Hanseatische Verlagsanstalt 1937 in Grundzüge der Rechts- und Wirtschaftswissenschaft ; Reihe B
  • Kriegskosten und Grenzen der Staatsverschuldung mit Bernhard Benning, Jena: Fischer 1942
  • Zum Unbehagen über die Entwicklungshilfe : Vortrag Berlin ; München : Duncker & Humblot 1962 in Sonderschrift des ifo Institut für Wirtschaftsforschung ; Nr. 32
  • Amerikas drei Wirtschaftsziele in Vortragsreihe des Deutschen Industrieinstituts Köln : Deutsche Industrieverlagsgesellschaft

Literatur

Einzelnachweise

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