Otto Ernst Gregorius Schieferlein
deutscher Sänger, Kopist und Komponist
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Leben

Schieferlein war ein Buxtehuder Kantorensohn. Er wirkte von 1732 bis 1787 als Kirchensänger und Operist in Hamburg und war von ca. 1741 als Hauptnotenkopist von Georg Philipp Telemann bis zu Telemanns Tod 1767 und später bis ca. 1781 für Carl Philipp Emanuel Bach tätig.[1] Sein Debüt als Sänger gab er am 25. Februar 1732 in der Oper Cleofida – Königin Von Indien (als Poro von Georg Friedrich Händel komponiert, bearbeitet von Telemann) an der Gänsemarktoper in Hamburg als Timagenes. Aus dem Jahr 1746 ist eine Beschwerde von Musikanten gegen Schieferlein aktenkundig.[2] In der Telemannschen Kapitänsmusik von 1755 sang er die Partie des Hoffendenden (Solipsus).[3] Von Juni 1767 bis April 1768 fungierte er nach Telemanns Tod zusammen mit Telemanns Enkel Georg Michael Telemann als Interimsdirektor der Hamburger Hauptkirchen bis zum Antritt Carl Philipp Emanuel Bachs.[4] Zum Antritt Bachs in Hamburg als Musikdirektor schrieb er eine Kantate.[5] Die wahrscheinlich letzte Kopistentätigkeit Schieferleins ist der Orgelpart der Matthäus-Passion von Carl Philipp Emanuel Bach im Jahre 1781.[6] Um 1782 wurde er als Sänger emeritiert.[7] Schieferlein wurde 1993 von Peter Wollny als Kopist Telemanns und C. P. E. Bachs identifiziert (bis dahin als Anonymus 304 bezeichnet).[8] Er komponierte drei Sonata a 3 per Violoncello Concerto, Violino Concerto, e Basso Continuo.
Otto Ernst Gregorius Schieferlein war der mutmaßliche Vetter von Johann Dietrich Schieferlein (* 11. April 1710 in Buxtehude; † 24. August 1788 in Altona), Violinist, Flötist und Oboist, ab 1756 erster Stadtmusikant von Altona (arbeitete auch mit Telemann zusammen); Sohn des Buxtehuder Ratsmusikanten Johann Theophil Schieferlein. Johann Georg Schieferlein war ebenfalls ein Vetter von Johann Dietrich Schieferlein.[9]
Literatur
- Gundela Bobeth: Der Hamburger Sänger Schieferlein als Sohn einer Buxtehuder Musikerfamilie und seine Stellung innerhalb der Kirchenmusik zur Zeit Telemanns. Telemann-Archiv, Hamburg 2005.
Weblinks
- Schieferlein auf Bach digital, abgerufen am 25. Februar 2026.
- Artikel von Early Music Amerika mit Nennung von Schieferlein, abgerufen am 25. Februar 2026.
- Artikel der Universität Hamburg mit Nennung von Schieferlein, abgerufen am 25. Februar 2026.
- Schieferlein auf www.imslp.org, abgerufen am 25. Februar 2026.
- Artikel der Akademie der Wissenschaften Mainz mit Nennung von Schieferlein, abgerufen am 25. Februar 2026.