Otto Günther-Naumburg

deutscher Maler From Wikipedia, the free encyclopedia

Otto Günther-Naumburg (* 19. September 1856 in Naumburg (Saale); † 21. Juni 1941 in Berlin) war ein deutscher Architektur- und Landschaftsmaler sowie Hochschullehrer.

Seelandschaft mit Scheune

Leben

Otto Günther-Naumburg wurde am 19. September 1856 in Naumburg geboren und war ab 1861 in Berlin ansässig. Er studierte 1873–1877 an der Königlichen Akademie der Künste Berlin bei Albert Hertel und dessen Nachfolger Christian Wilberg.

Zu seinen Werken zählen vorrangig Architektur- und Landschaftsbilder. Er beteiligte sich an zahlreichen Ausstellungen und errang dabei mehrfach Auszeichnungen. Ab dem Jahr 1877 beschickte er die Akademie-Ausstellung, ab 1893 die Große Berliner Kunstausstellung, ab 1891 war er auch im Münchner Glaspalast vertreten. Günther-Naumburg lehrte ab 1892 an der Technischen Hochschule (Berlin-)Charlottenburg als Professor für Aquarellmalerei.[1][2]

In der Zeit des Nationalsozialismus war er Mitglied der Reichskammer der bildenden Künste.

Günther-Naumburg wohnte in Berlin-Friedenau in der Goßlerstraße 26.[3]

Werk

Günther-Naumburg malte in einem altmeisterlich-realistischen Stil in fein nuancierter Farbgebung.

Er erstellte mindestens ein Diorama über Berlin für das Passage-Panoptikum, eröffnet 1888.[4]

Öffentlich zugänglich sind Bilder von Günther-Naumburg z. B. im Rathaus Dillingen/Saar. Als zwischen 1906 und 1908 der Architekt Wilhelm Franz in der aufstrebenden Industriegemeinde Dillingen einen Rathausneubau in einer Mischung aus Neorenaissance und Jugendstilelementen baute, vermittelte er die malerische Ausstattung des Ratssaales an Günther-Naumburg. Günther-Naumburg schuf für den Saal die großformatigen Ölgemälde „Die Rückkehr der Herren von Siersberg und Dillingen von der Belehungsfeier in der Liebfrauenkirche zu Trier am 17. Januar 1333“ und „Das alte Schloss und die Dillinger Hütte im Jahre 1909“, am unteren Bildrand beider Gemälde integrierte er dynastische Wappen.[5][6][7]

Weitere dekorative Wandgemälde entstanden für das Preußische Abgeordnetenhaus in Berlin, das Verwaltungsgebäude des Allgemeinen Knappschaftsvereins in Bochum und das Potsdamer Rathaus.

Ein von ihm in mehreren Bildern gezeichneter „Pfingstausflug von Berlin nach Rügen“ erschien um 1890 als ganzseitige Xylographie in Über Land und Meer.

Sicher belegte Teilnahme an Ausstellungen in der Zeit des Nationalsozialismus

  • 1937: Berlin (Frühjahrsausstellung des Vereins Berliner Künstler)
  • 1937: Berlin, Haus des Vereins Berliner Künstler („Das Bild von Berlin“)
  • 1938: Frankfurt/Main, Städelsches Kunstinstitut (Kunstausstellung des Hilfswerks für die deutsche bildende Kunst in der NS-Volkswohlfahrt)
  • 1940: Berlin, Haus des Vereins Berliner Künstler („Deutsche Städtebilder und Landschaften“)

Literatur

Einzelnachweise

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