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Otto Merker (Politiker)

deutscher Politiker (NSDAP), MdR, MdL From Wikipedia, the free encyclopedia

Karl Richard Otto Merker (* 2. Juni 1896 in Tauer; † nach 1950) war ein deutscher Politiker (NSDAP).

Otto Merker

Leben und Wirken

Nach dem Schulbesuch trat Otto Merker 1914 in ein Garde-Schützen-Bataillon der preußischen Armee ein. Ab 1914 nahm er am Ersten Weltkrieg teil: Zuerst mit Reserve-Jäger-Bataillon 16 und dann mit dem Reserve-Jäger-Bataillon 3. Im Krieg wurde Merker dreimal schwer verwundet und schließlich 1917 Schwerkriegsbeschädigter entlassen. Für seine Leistungen wurde er mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse und dem Silbernen Verwundetenabzeichen ausgezeichnet.

Nach seiner Heimkehr arbeitete Merker als Gutsinspektor, bis er einen Betriebsunfall erlitt. Danach arbeitete er als Landwirt und Getreidekaufmann in Meseritz.

Zum 1. November 1929 trat Merker in die NSDAP ein (Mitgliedsnummer 167.150).[1] Er übernahm bald Funktionärsaufgabe in der Partei. 1930 wurde er Kreisleiter der NSDAP im Kreis Meseritz. Er unterstand damit Wilhelm Kube als Gauleiter des Gaues Ostmark.

1932 wurde Merker als Abgeordneter in den Preußischen Landtag gewählt. Diesem gehörte er bis zur Auflösung dieser Körperschaft im Herbst 1933 als Abgeordneter an.

Einige Monate nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde Merker am 15. Juni 1933 zum Landrat des Kreises Meseritz ernannt. Merker war zudem 1. Vorsitzender des Provinzialausschusses der Grenzmark Posen-Westpreußen, Fraktionsführer derselben Grenzmark sowie Hauptabteilungsleiter IV der Landesbauernschaft Kurmark.

An der Reichstagswahl November 1933 wurde Merker als Abgeordneter für den Wahlkreis 5 (Frankfurt an der Oder) in den nationalsozialistischen Reichstag gewählt. Diesem gehörte er bis zur Reichstagswahl vom März 1936 an.

1935 oder 1936 wurde ein Parteigerichtsverfahren gegen Merker anhängig gemacht. Hintergrund war wahrscheinlich, dass er eine von ihm geschwängerte Geliebte einem jüdischen Arzt zugeführt hatte, um das von ihr erwartete Kind abzutreiben (die NSDAP war scharf gegen Abtreibung eingestellt). Das Parteigerichtsverfahren endete jedenfalls damit, dass Merker am 13. März 1936 aus der NSDAP ausgeschlossen wurde (da Hitler bereits am 7. März 1936 die Auflösung des Reichstags angeordnet hatte und dieser formal am 28. März aufgelöst wurde, erschien Merker lediglich nicht mehr auf der Wahlliste). Nach dem Verlust seines Postens als Landrat setzte sein alter Förderer Wilhelm Kube sich für ihn ein: Er sorgte dafür, dass Merker ersatzweise in der brandenburgischen Provinzialverwaltung als kommissarischer Leiter eines Wanderarbeitsheims eingestellt wurde.[2]

Seit Mitte 1936 ermittelte die Geheime Staatspolizei gegen Merker bei der brandenburgischen Provinzialverwaltung. Sie teilte dem Landesdirektor schließlich mit, dass Merker aus der NSDAP ausgeschlossen worden sei, weil er ein „von ihm geschwängertes Mädchen einem jüdischen Arzt zugeführt habe, um von diesem die Frucht abtreiben zu lassen“. Daraufhin wurde er sofort aus seiner Stellung als Leiter des Wanderarbeitsheims entlassen.[3]

In den Hamburger Adressbüchern für 1955 und 1960 ist Merker als „Landrat i.R.“ mit Adresse Witts Allee 17 nachweisbar.[4][5]

Ehe und Familie

Merker heiratete am 20. Oktober 1934 in Senftenberg Waltraud Gülland (* 14. März 1914 in Naumburg). Die Ehe wurde am 1. März 1938 durch Urteil des Landgericht Berlin geschieden.[6]

Literatur

  • Otto Merker in der Datenbank der Reichstagsabgeordneten

Einzelnachweise

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