Otto Springer
deutsch-amerikanischer Germanist, Sprachwissenschaftler und Hochschullehrer
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Otto Springer (* 18. März 1905 in Aalen; † 15. September 1991 in Bryn Mawr) war ein deutsch-amerikanischer Germanist, Sprachwissenschaftler und Hochschullehrer.[1]
Leben und Wirken
Otto Springer studierte nach seiner Reifeprüfung in Blaubeuren von 1923 bis 1928 Klassische Philologie, Vergleichende Sprachwissenschaft, Nordistik und Altgermanistik an der Eberhard Karls Universität Tübingen und den Universitäten Berlin, München und Uppsala. Im Jahre 1927 promovierte er dort zum Dr. phil. bei Hermann Schneider und Karl Bohnenberger. Die beiden Staatsexamen für den höheren Schuldienst legte er 1928 und 1930 in Tübingen ab. Sein akademisches Wirken geschah anschließend in den USA. Dorthin wanderte er 1930 aus. Von 1932 bis 1936 war er Professor für Germanistik am Wheaton College in Norton (Massachusetts). Bis 1940 lehrte er als Professor an der University of Kansas, Lawrence. Von 1940 bis zum Eintritt in den Ruhestand 1975 (unterbrochen durch seinen Militärdienst bei der U.S. Army während des Zweiten Weltkriegs) hatte er eine Professur für Germanistik an der University of Pennsylvania in Philadelphia inne. Diese Universität verlieh ihm 1984 die Ehrendoktorwürde. Gastdozenturen führten in an mehrere Universitäten in den USA und Europa.[2] 1972 wurde er zum Fellow der Medieval Academy of America gewählt.[3]
In seinen Veröffentlichungen beschäftigte sich Otto Springer neben der Namensforschung mit der althochdeutschen Literatur, der Skandinavistik, Lexikologie und Dialektologie.
Veröffentlichungen (Auswahl)
- Die Flussnamen Württembergs und Badens (= Tübinger germanistische Arbeiten, Bd. 11). Kohlhammer, Stuttgart 1930 (= Dissertation Universität Tübingen).
- Die nordische Renaissance in Skandinavien (= Tübinger germanistische Arbeiten, Bd. 22). Kohlhammer, Stuttgart 1936.
- (Hrsg. u. Übers.): A German conscript with Napoleon. Jakob Walter’s recollections of the campaigns of 1806–1807, 1809, and 1812–1813 according to a manuscript found at Lecompton, Kansas. University of Kansas, Lawrence, Ks. 1938.
- Die Aufzeichnungen eines württembergischen Soldaten aus den napoleonischen Kriegen. In: Hans Bihl (Hrsg.): Beiträge zur Geschichte, Literatur und Sprachkunde vornehmlich Württembergs [Festgabe für Karl Bohnenberger, Tübingen zum 75. Geburtstag, 26. August 1938 dargebracht von Freunden, Kollegen und Schülern]. Mohr, Tübingen 1938, S. 92–106.
- The Style of the Icelandic Family Sagas. In: The Journal of English and German Philology, Bd. 38 (1939), H. 1, S. 107–128.
- The Study of the Pennsylvania German dialect. In: The Journal of English and German Philology, Bd. 42 (1943), S. 1–39.
- Germanic bibliography. In: The Journal of English and German philology, Bd. 45 (1946), H. 3, S. 251–326.
- Otfrid von Weissenburg: Barbarismus et soloecismus. Studies in the medieval theory and practice of translation. In: Symposium, Bd. 1 (1947), S. 54–81.
- Mediaeval pilgrim routes from Scandinavia to Rome. In: Mediaeval Studies, Bd. 12 (1950), S. 92–122.
- Wolframs Parzifal. In: Roger Sherman Loomis (Hrsg.): Arthurian literature in the middle ages. A collaborative history. Clarendon Press, Oxford 1959, S. 218–250.
- (Hrsg.): Langenscheidts enzyklopädisches Wörterbuch der englischen und deutschen Sprache. Begründet von Eduard Muret und Daniel Sanders. Mehrere Bände. Langenscheidt, Berlin 1962ff. (mehrere Auflagen).
- Arbeiten zur germanischen Philologie und zur Literatur des Mittelalters. Fink, München 1975, ISBN 3-7705-1163-8.
- Ein unveröffentlichtes Spiel von „Aristoteles und der Königin“. In: Zeitschrift für deutsches Altertum und deutsche Literatur, Bd. 111 (1982), S. 22–52.
- (Mitarb.): Etymologisches Wörterbuch des althochdeutschen. Bd. 1 u. 2. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1988ff.
Festschrift
- Stephen J. Kaplowitt (Hrsg.): Germanic studies in honor of Otto Springer. K & S Enterprises, Pittsburgh, Pa. 1978.