Otto Stumpf AG
Unternehmen
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Die Otto Stumpf AG, früher Otto Stumpf Aktiengesellschaft (Kurzbezeichnung OSTAG), war ein pharmazeutisches Großhandelsunternehmen mit Sitz zuletzt in Fürth. Das Unternehmen wurde 1919 in Chemnitz gegründet und 1922 als Aktiengesellschaft eingetragen; es zählte zu den ältesten und zeitweise größten deutschen Pharmagroßhändlern. In den 1990er Jahren wurde das operative Geschäft in die von Adolf Merckle aufgebaute Phoenix Pharmahandel AG & Co. eingebracht. Die Aktiengesellschaft bestand danach als Immobilien- und Beteiligungsholding fort, bis sie 2009 durch einen Squeeze-out vollständig in den Merckle-Verbund überging.
| Otto Stumpf AG | |
|---|---|
| Rechtsform | Aktiengesellschaft |
| ISIN | DE0007282006 [1] |
| Gründung | 1919 |
| Auflösung | 2009 |
| Auflösungsgrund | Squeeze-out und Eingliederung in die Phoenix-Gruppe |
| Sitz | zuletzt Fürth, |
| Branche | Pharmazeutischer Großhandel |
Geschichte
Gründung und Etablierung in den Friedensjahren (1919–1939)

Nach einer Drogistenlehre in Zwickau und einer Tätigkeit in einer Chemnitzer Drogerie reiste Otto Stumpf (5. Juni 1893 – 13. Juni 1981)[2] im Dezember 1918 nach Chemnitz, wo er mit ersten Verkäufen von Pharmazeutika an Apotheken ein eigenes Handelsunternehmen aufzubauen begann. Am 10. April 1919 erteilte der Rat der Stadt Chemnitz die Handelserlaubnis; die registergerichtliche Eintragung der Einzelfirma folgte im Juni 1919.[3]
Anfang 1921 gründete Stumpf gemeinsam mit dem Apotheker Josef Haberl in Chemnitz die Offene Handelsgesellschaft Otto Stumpf & Co., die im Gründungsjahr über Niederlassungen in Zwickau, Reichenbach im Vogtland und Gera verfügte. Am 13. April 1922 gründete ein Konsortium um den Chemnitzer Bankier Hermann Rothe die Otto Stumpf Aktiengesellschaft (OSTAG) mit einem Gründungskapital von 3,5 Millionen Mark. Die Eintragung ins Handelsregister erfolgte am 9. Juni 1922. Otto Stumpf übernahm den Vorstandsvorsitz, Rothe den Aufsichtsratsvorsitz, den er bis zu seinem Tod 1954 innehatte.[3]
Die Gesellschaft expandierte rasch. In den 1920er Jahren entstanden weitere Niederlassungen in Plauen und Leipzig (1923) sowie Dresden (1926). 1923 übernahm die OSTAG in Naumburg (Saale) einen Herstellungsbetrieb für medizinische Seifen und dehnte damit ihre Geschäftstätigkeit über die reine Großhandlungsfunktion hinaus aus.[3]
In der Weltwirtschaftskrise hielt die OSTAG an ihrem Expansionskurs fest. 1930 entstanden Niederlassungen in Breslau, Hof, München und Görlitz. 1933 folgten Berlin, Nürnberg und Gleiwitz. 1937 verlegte das Unternehmen seine Zentrale und Generaldirektion von Chemnitz in ein umgebautes Fabrikgebäude in Leipzig. Noch im selben Jahr erwarb die OSTAG die pharmazeutische Großhandlung F. W. Hermann Liebe GmbH in Erfurt mit Zweigstelle in Kassel. Über Verbindungen zum sudetendeutschen Kaufmann Ludwig Merckle in Aussig, die nach der Angliederung des Sudetenlandes 1938/39 entstanden (→Reichsgau Sudetenland), trat dieser in den Aufsichtsrat der Gesellschaft ein. 1954 übernahm er den Aufsichtsratsvorsitz. Ebenfalls 1939 entstand durch die Verbindung mit der Wiener Firma J. F. Hentschel eine österreichische Niederlassung, aus der später die Hestag Arzneiwarengroßhandlung hervorging.[3]
Kriegsschäden und Verlust der Betriebe im Osten (1939–1950)
Bei Kriegsausbruch betrieb die OSTAG Niederlassungen an 24 Standorten im Deutschen Reich. Der Zweite Weltkrieg fügte dem Unternehmen schwere Schäden zu: Das Geschäftshaus in Leipzig brannte am 4. Dezember 1943 vollständig aus; die Niederlassungen in Chemnitz, Plauen, Kassel, München, Görlitz und Berlin wurden zerstört oder schwer beschädigt.[3]
Nach Kriegsende 1945 nahm die OSTAG die Arbeit wieder auf. Im Westen entstanden neue Niederlassungen in Hamburg, Bremen, Goslar, Regensburg, Augsburg und Kempten; der Standort Hof übernahm eine wichtige Funktion als Drehscheibe des innerdeutschen Warenaustauschs zwischen den Zonen. Im Osten betrieb die OSTAG bis 1950 elf Niederlassungen weiter, darunter die Zentrale in Leipzig. Am 15. September 1950 setzte die staatliche Kontrolle der DDR die Leipziger Zentrale unter Zwangsverwaltung und entzog den Vorstandsmitgliedern die Vertretungsbefugnis. Otto Stumpf ging nach Nürnberg, wo seit der Währungsreform von 1948 die Buchhaltung der westlichen Niederlassungen konzentriert war.[3]
Wiederaufbau im Westen (1951–1969)
Zum 1. Januar 1951 wurde eine neue Eröffnungsbilanz aufgestellt. Das Grundkapital betrug knapp drei Millionen DM; ein außerordentliches Kapitalentwertungskonto von gut einer Million DM dokumentierte die durch die Enteignung der Ostbetriebe entstandenen Verluste.[4] 1953 bezog die Hauptverwaltung ein neu errichtetes Gebäude am ehemaligen Kontumazgarten in Nürnberg,[3] der Hauptbetrieb konzentrierte sich später auf Fürth. In den 1950er und 1960er Jahren stiegen Umsatz und Beschäftigtenzahl rasch an: Das Unternehmen setzte einschließlich seiner Beteiligungsgesellschaften 1960 rund 80 Millionen DM um und verteilte für dieses Jahr eine Dividende von 10 Prozent auf Stammaktien sowie 5,4 Prozent auf Vorzugsaktien.[5] 1961 wuchs der Umsatz auf 74,1 Millionen DM (Gruppe: 88,9 Millionen DM); das Aktienkapital wurde 1962 auf 5 Millionen DM erhöht.[6]
Im November 1966 kündigten die Otto Stumpf AG und die Gehe und Co. AG (München), eine Fusion unter dem Namen Stumpf Gehe AG an; der gemeinsame Umsatz hätte über 200 Millionen DM betragen und Rang zwei in der deutschen Branche bedeutet.[7] Im Mai 1967 scheiterten die Verhandlungen jedoch an Meinungsverschiedenheiten über wesentliche Fragen der Unternehmensführung, namentlich über Personalfragen und die Rabattgewährung an die Apothekerschaft.[8]
Im Jubiläumsjahr 1969 unterhielt die OSTAG 15 Niederlassungen im Bundesgebiet und West-Berlin sowie drei Betriebe in Österreich, beschäftigte über 1.200 Mitarbeiter und wies einen Gesamtumsatz von rund 140 Millionen DM aus. Seit Jahren wurde konstant eine Dividende von 10 Prozent ausgeschüttet.[3]
Krisenjahre und Restrukturierung (1975–1989)
Bis Mitte der 1970er Jahre zahlte die Gesellschaft regelmäßig Dividenden.[9] Staatliche Kostendämpfungsgesetze, verschärfter Wettbewerb und sinkende Margen belasteten das Ergebnis in den Folgejahren erheblich. Für das Geschäftsjahr 1985 wurde nach langer Pause wieder eine Dividende von 5 Prozent auf die Vorzugsaktien gezahlt, 1986 entstand erneut ein Fehlbetrag von knapp 3,5 Millionen DM.[10][11]
Eine Restrukturierung führte zur Kostenentlastung. Im Geschäftsjahr 1988 erzielte das Unternehmen bei einem Umsatz von 445 Millionen DM wieder einen Jahresüberschuss von 3,39 Millionen DM, mit dem der verbliebene Verlustvortrag getilgt werden konnte.[12] Für das Geschäftsjahr 1989 konnten nach über zehn Jahren erstmals wieder Dividenden auf Stammaktien ausgeschüttet werden, die Vorzugsaktionäre erhielten Nachzahlungen für die Vorjahre.[13]
Wiedervereinigung und Expansion Ost (1990–1992)
Die deutsche Wiedervereinigung eröffnete der OSTAG die Chance zur Rückkehr in ihre Ursprungsregion. Im Januar 1991 übernahm das Unternehmen von der Treuhandanstalt die Pharmedent Handelsgesellschaft mbH Leipzig sowie das Versorgungsdepot für Medizintechnik Erfurt GmbH und war damit wieder Eigentümerin ihres früheren Leipziger Hauptbetriebs.[14] Die Zahl der Beschäftigten im Konzern stieg von rund 450 auf rund 1.200. Erhebliche Investitionen von rund 130 Millionen DM innerhalb von zwei Jahren sowie strukturelle Sonderbelastungen im Osten (gesonderte Preisabschläge auf Arzneimittel, fehlendes Eigenkapital der übernommenen Betriebe) führten zu einem Bilanzverlust: Das Geschäftsjahr 1990 schloss mit minus 4,3 Millionen DM, die Geschäftsjahre 1991 und 1992 ebenfalls mit roten Zahlen.[15][16][17]
Das Bundeskartellamt verhängte 1991 gegen zwölf führende Pharmagroßhändler, darunter die Otto Stumpf AG, Bußgelder von insgesamt 34,6 Millionen DM wegen wettbewerbsbeschränkender Rabattabsprachen der Jahre 1987 bis 1990 zulasten von Apotheken.[18] 1991 erwarb das Unternehmen zudem eine 20-prozentige Beteiligung an dem italienischen Pharmagroßhändler Felletti Spadazzi S.p.A. in Padua.[19]
Übernahme durch Merckle und Einbindung in die Phoenix-Gruppe (1992–1994)
In den späten 1980er Jahren begann der Pharma-Unternehmer Adolf Merckle schrittweise Beteiligungen an der Otto Stumpf AG zu erwerben. Im August 1992 meldete die Merckle-Gruppe beim Bundeskartellamt den Erwerb von Beteiligungen über 25 Prozent an der Otto Stumpf AG, der Hageda AG (Köln) und der F. Reichelt AG (Hamburg) an.[20] Das Kartellamt genehmigte die Zusammenschlüsse im Januar 1993 mit der Auflage, die Otto Stumpf GmbH & Co. in München sowie die Münchener Niederlassung der Hageda zu veräußern, um eine marktbeherrschende Stellung in Ober- und Niederbayern sowie in Schwaben zu verhindern.[21][22]
Auf einer von der PH Pharmahandel AG (der späteren Phoenix Pharmahandel AG) erzwungenen außerordentlichen Hauptversammlung Ende April 1993 wurde der Aufsichtsrat in Merckles Sinn umgebaut. Die PH Pharmahandel hatte bis dahin gegenüber der Öffentlichkeit verschwiegen, dass sie zwischen 25 und 50 Prozent der Stimmrechte hielt; Kleinaktionäre übten heftige Kritik daran.[23]
Wenige Wochen nach dieser Hauptversammlung musste der Vorstandssprecher der Otto Stumpf Aktiengesellschaft wegen Meinungsverschiedenheiten mit dem neuen Aufsichtsrat über die künftige Unternehmensstruktur sein Amt niederlegen.[24]
Im Juli 1993 wurde bekannt, dass Merckle unter dem Dach der Phoenix Pharmahandel AG in Hamburg als Managementholding die Pharmagroßhandlungen Ferd. Schulze GmbH & Co. (Mannheim), F. Reichelt AG, Hageda AG und Otto Stumpf AG strategisch zusammenführen wollte.[25] Da eine formelle Eingliederung Abfindungsangebote an Minderheitsaktionäre erfordert hätte, entschied man sich für ein Pachtmodell: Die Gesellschaften sollten ihre operativen Betriebe an die Phoenix Pharmahandel AG & Co. verpachten und sich auf reine Vermögensverwaltung beschränken.[26]
Auf der langandauernden Hauptversammlung vom 24. August 1994 billigten die Aktionäre einen Kapitalschnitt (Herabsetzung des Grundkapitals im Verhältnis 4:1 von 24 auf 6 Millionen DM) und die anschließende Wiederaufstockung auf 16 Millionen DM sowie den Betriebspachtvertrag mit Phoenix.[27] Die Phoenix Pharmahandel erlangte damit mit einem Marktanteil von rund 30 Prozent die führende Stellung im deutschen Pharmagroßhandel.[28]
Sanierungsphase als Holding (1994–2006)
Nach der Verpachtung des operativen Geschäfts war die Otto Stumpf AG nur noch eine Immobilien- und Beteiligungsholding. Ihre wesentlichen Ertragsquellen bildeten die Pacht- und Beteiligungserträge aus dem Kommanditanteil an der Phoenix Pharmahandel. Für 1994 wies die AG einen Bilanzverlust von 69,5 Millionen DM aus, das Eigenkapital war vollständig aufgezehrt.[29]
Zur Sanierung verzichtete die Mehrheitsaktionärin PH Pharma-Holding AG Ende 1995 auf ein Darlehen von 33 Millionen DM (gegen Besserungsschein[30]) und garantierte gleichzeitig die Kapitalerhöhung um 10 auf 16 Millionen DM mit einem Mittelzufluss von 40 Millionen DM.[31] Im September 1996 folgte ein weiterer Forderungsverzicht von 10 Millionen DM, womit die Stützungsbeiträge der Großaktionärin insgesamt über 43 Millionen DM erreichten.[32] Dennoch blieben Eigenkapital, Bilanzverlust und Schuldenberg über Jahre die beherrschenden Themen.[33] Im Geschäftsjahr 1997/98 rutschte der Konzern erneut in die Verlustzone: Außerplanmäßige Abschreibungen von 16,4 Millionen DM auf ein Betriebsgrundstück in Fürth führten zu einem Fehlbetrag von 8,3 Millionen DM.[34] Im Jahr 1999 zog sich die Gesellschaft vollständig aus dem Pharmagroßhandelsgeschäft zurück und betrieb fortan nur noch Vermögensverwaltung (Verpachtung von Immobilien) sowie die Beteiligung an Phoenix. Das Grundkapital wurde gleichzeitig von 16 Millionen DM auf 6,4 Millionen Euro umgestellt; der Differenzbetrag diente der Verlustdeckung.[35]
Zum 31. Oktober 2006 veräußerte die AG ihre Anteile an der Tochtergesellschaft Otto Stumpf GmbH für „vorläufig“ 130 Millionen Euro an die Phoenix International Beteiligungs GmbH. Aus dem Erlös sollten unter anderem die nicht bilanzierten Verbindlichkeiten aus den Besserungsscheinen von insgesamt 30,3 Millionen Euro getilgt werden; für das Geschäftsjahr 2006 erwartete der Vorstand einen Jahresüberschuss der AG von rund 90 Millionen Euro. Das förderte den Börsenkurs. Anleger erhofften sich erstmalige Dividendenzahlungen nach über 14 dividendenlosen Jahren.[36]
Squeeze-out und Ende der Eigenständigkeit (2007–2009)
Am 24. Mai 2007 überschritt der Stimmrechtsanteil der PH Pharma-Holding GmbH (Hamburg) die Schwelle von 50 Prozent.[37] Am 9. November 2007 übermittelte die OS Otto Holding GmbH der Otto Stumpf AG das förmliche Verlangen auf Beschluss eines Squeeze-outs. Als Barabfindung wurden 156 Euro je Aktie (Stamm- wie Vorzugsaktien) festgelegt, betroffen waren rund 84.000 Aktien im Streubesitz.[38][39] Die außerordentliche Hauptversammlung vom 20. Dezember 2007 beschloss den Ausschluss der Minderheitsaktionäre. Mehrere Aktionäre erhoben daraufhin Anfechtungsklagen, das Landgericht Nürnberg-Fürth wies diese in erster Instanz ab, das Oberlandesgericht Nürnberg bestätigte dies letztinstanzlich.[40] Am 2. April 2009 entschied der Vorstand, den Squeeze-out-Beschluss zur Eintragung ins Handelsregister anzumelden. Mit der Eintragung wurde der Squeeze-out wirksam.[40] Er vollzog sich im Kontext des beinahe gleichzeitigen Rückzugs der Merckle-Gruppe vom Kapitalmarkt auch bei der Hageda AG und der Kötitzer Ledertuch- und Wachstuch-Werke AG.[39] Damit endete die knapp neunzigjährige Geschichte der Otto Stumpf AG als eigenständige börsennotierte Gesellschaft.
Untreue im Management
Im Sommer 1994 wurden der im Mai 1993 abberufene langjährige Vorstandsvorsitzende der Otto Stumpf AG sowie zwei frühere Vorstandsmitglieder weiterer Merckle-Gesellschaften festgenommen. Ihnen wurde vorgeworfen, ungenehmigt Darlehen in Millionenhöhe aus den Firmenkassen entnommen und dies durch Umbuchungen und fingierte Rechnungen verschleiert zu haben. Die Otto Stumpf AG bezifferte den Gesamtschaden auf mindestens 30 Millionen DM.[41] Die Hauptverhandlung begann im März 1996 vor der Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Nürnberg-Fürth. Alle Manager wurden zu Haftstraften verurteilt, einer von ihnen erhielt eine Bewährungsstrafe. Der vormalige Chef der Otto Stumpf AG erhielt mit sieben Jahren und drei Monaten Haft das höchste Strafmaß. Als erwiesen galt, dass die Angeklagten mehr als 18 Millionen DM Bargeld veruntreut und das Unternehmen durch Strohmanngeschäfte zusätzlich in Millionenhöhe geschädigt hatten.[42] Der Bundesgerichtshof verwarf im Februar 1997 das Revisionsbegehren des früheren Otto-Stumpf-Chefs als unbegründet.[43] Dieser bestritt bis zuletzt die Vorwürfe und sah sich als Opfer von Merckle. Er behauptete, die Entnahmen seien von Merckle persönlich als Tantiemen genehmigt worden. Nach seiner Haftentlassung klagte er auf Anerkennung von Tantiemeansprüchen von 180 Millionen DM; die Klage wurde abgewiesen.[44]
Umsätze und Mitarbeiter
| Jahr | Umsatz (Mio. DM) | Mitarbeiter | Quelle |
|---|---|---|---|
| 1960 | 80,2 | k. A. * | [5] |
| 1961 | 88,9 | k. A. | [6] |
| 1965 | 123 | k. A. | [7] |
| 1967 | 140 | über 1.200 | [3] |
| 1979 | 271 | 832 | [45] |
| 1980 | 279 | 495 | [45] |
| 1981 | 279 | k. A. | [46] |
| 1982 | 316 | k. A. | [47] |
| 1983 | 380 | k. A. | [47] |
| 1984 | 329 | 419 | [10] |
| 1985 | 370 | 419 | [9][48] |
| 1986 | 388,1 | 435 | [11][48] |
| 1987 | 410 | 391 | [49] |
| 1988 | 445,1 | 392 | [12] |
| 1989 | 464 | 378 | [50] |
| 1991 | 705,4 | 1.353 | [16] |
Wettbewerbsumfeld
Der deutsche Pharmagroßhandel entwickelte sich im 20. Jahrhundert von einer regional zersplitterten zu einer hochkonzentrierten Branche. Maßgebliche Faktoren waren staatliche Kostendämpfungsgesetze (beispielsweise das Gesundheitsstrukturgesetz 1993 und das Gesundheitsreformgesetz 1989), der Margenverfall, der Trend zu Direktlieferungen großer Pharmahersteller an Apotheken sowie die technische Rationalisierung durch die EDV.[51] Die wichtigsten Wettbewerber der Otto Stumpf AG in ihrer aktiven Phase waren die Gehe AG (später führender europäischer Pharmagroßhändler), die Andreae-Noris Zahn AG (Frankfurt), die F. Reichelt AG (Hamburg), die Hageda AG (Köln) und die Ferd. Schulze GmbH & Co. (Mannheim). Die drei letztgenannten Gesellschaften wurden ebenso wie die Otto Stumpf AG in den 1990er Jahren in den Phoenix-Verbund integriert.[28]
Im Jahr 1994 repräsentierte der Phoenix-Verbund mit einem Umsatz von rund 6,5 Milliarden DM etwa 30 Prozent des deutschen Pharmagroßhandelsmarktes.[27] Kartellrechtlich war die Branche sowohl durch staatliche Genehmigungspflichten bei Zusammenschlüssen als auch durch Wettbewerbsverstöße geprägt.[18]
Siehe auch
Literatur
- Fünf Jahrzehnte dienstbereit. 50 Jahre. 1919–1969. Otto Stumpf Aktiengesellschaft (Jubiläumsschrift, herausgegeben von der Otto Stumpf Aktiengesellschaft), Hoppenstedts Wirtschafts-Archiv, Darmstadt 1969 (keine Paginierung).
