Paantu
japanisches Fest und Ritual
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Das Paantu-Fest (japanisch パーントゥ) ist ein jährlich wiederkehrendes Fest auf der Insel Miyako-jima in der japanischen Präfektur Okinawa. Das Fest wurde 1993 zum „Immateriellen Volks- und Kulturgut“ (重要無形民俗文化財) ernannt. Das Ritual Raihōjin (来訪神), d. h. einer die Menschen besuchenden, segenbringenden Gottheit, die Masken und Kostüme wurden 2018 als Immaterielles Kulturerbe der UNESCO registriert.[1]

Jedes Jahr im neunten Monat des Lunisolarkalenders verkleiden sich die männlichen Dorfbewohner als Paantu, übernatürliche Wesen, die Glück bringen und böse Geister vertreiben sollen. Typisch für das Fest ist eine Holzmaske mit hoher Stirn, kleinen Augen und schmalem Mund sowie das Bestreichen neu gebauter Häuser oder Neugeborener mit heiligem Schlamm. In manchen Dörfern werden die Paantu von traditionellen animistischen Noro-Priesterinnen begleitet.[2]
In anderen Dörfern jagen die Paantu kleine Kinder und bringen sie zum Weinen oder verfolgen Menschen, die sich weigern, sich mit dem heiligen Schlamm bestreichen zu lassen.[3]
Weblinks
- 【国指定重要無形民俗文化財】 宮古島のパーントゥ. Miyakojima City, 2012, abgerufen am 10. Januar 2026 (japanisch, mehrsprachig mit englischer Erläuterung).