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Palazzo Aragona Gonzaga

Palast in Rom, Italien From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Palazzo Aragona Gonzaga (auch Palazzo Balami Galitzin, Palazzo Negroni oder Palazzo Mancini genannt) ist ein Palast aus dem 16. Jahrhundert in Rom in der italienischen Region Latium. Er liegt im Viertel Campo Marzio an der Via della Scrofa, 117, an der Ecke zur Piazza Nicosia, neben dem Gelände des Collegio Clementino.

Palazzo Aragona Gonzaga in Rom

1518 wurde der Palast im Stil der Spätrenaissance errichtet, aber Mitte des 18. Jahrhunderts wurde Restaurierungsarbeiten durchgeführt, die dem Gebäude ein größtenteils barockes Aussehen verliehen.

In dem Palast residierte der Kardinal Scipione Gonzaga.[1] Heute findet man an der Fassade zur Via della Scrofa zwei Erinnerungstafeln an die beiden bedeutenden Personen, die hier lebten: Neben Kardinal Gonzaga war dies der Dichter Torquato Tasso.

Beschreibung und Geschichte

Den Palazzo Aragona Gonzaga Galitzin, auch Palazzo Balami Galitzin ließ Fernando Balami erbauen, der auch Ferrante Siciliano oder Ferrante Aragonese (Ende 15. Jahrhundert – ca. 1550) genannt wurde, als zur Zeit Papst Leo X. die Via di Ripetta trassiert wurde. An der neuen Straße gab es ein Grundstück gegenüber dem Palast von Aldobrando Orsini, Bischof von Nicosia (später Collegio Clementino), das Balami 1518 von Kardinal Giovanni Salviati kaufte. Auf diesem Grundstück zwischen der Piazza Nicosia, der Via Leonin‘, der Via della Campana und dem Vicolo della Campana baute Giovanni di Sangallo im Auftrag Balamis einen großen Palast.

Balami, ein bedeutender Mediziner, Gelehrter und Dichter, bekleidete damals das Amt eines päpstlichen Archiaters und hatte sich unter anderem um die Übersetzung des Traktates De Ossibus von Galenos gekümmert, das damals gerade gefunden worden war.

1517 waren Antonio da Sangallo der Jüngere und Raffael mit der Projektierung der neuen Straßenkreuzung beschäftigt, deren zentrales Element die Piazza Nicosia war, die an der Kreuzung zwischen der sixtinischen Linie, die von Papst Sixtus IV. trassiert worden war (Piazza Nicosia, Via di Monte Brianzo, Via di Tor di Nona) und der neuen Via Leonina (Via Ripetta, Via della Scrofa) lag. Bei der Projektierung des Palastes befand sich Sangallo somit in der vorteilhaften Lage, sowohl als Stadtplaner als auch als Architekt des Palastes zu handeln, indem er nicht nur die Piazza Nicosia gestaltete, sondern auch die Via della Campana, den Vicolo della Campana und den kleinen Platz vor der Kirche Sant’Ivo dei Bretoni.

Ecke der Via della Scrofa und der Piazza Nicosia mit dem Palazzo Aragona Onzaga Galitzin in der Via della Scrofa, 117

Höchstwahrscheinlich wurde das Architekturprojekt von Vetter von Antonio, Gianfrancesco da Sangallo unterstützt, wenn auch nicht ausgearbeitet; er legte 1519 Balami den Kostenvoranschlag für die Maurerarbeiten vor.

Der Palast, der auf den ersten Blick rechteckig erscheint, hat tatsächlich den Grundriss eines unregelmäßigen Fünfecks, wobei die Seite zur Via della Scrofa einen spitzen Winkel mit der Seite zur Piazza Nicosia bildet.

Beim Bau mussten Antonio und Gianfrancesco da Sangallo all ihre Meisterschaft an den Tag legen, um die Symmetrievorschriften der Renaissance an einem Palast mit so stark unregelmäßigem Grundriss verwirklichen zu können, der neben einem bereits bestehenden Gebäude in bramantischen Stil mit quadratischem Grundriss errichtet wurde (der heute den Flügel des Palastes an der Ecke der Piazza Nicosia und der Via della Campana bildet). Der Effekt wurde dadurch erreicht, dass sie ein Erdgeschoss mit grundlegend vom ersten Obergeschoss unterschiedlichen Grundriss bauten, wobei das Haupteingangstor geometrisch in der Mitte der Fassade zur Via della Scrofa lag, aber stark geneigt gegenüber der Fassade selbst in der Symmetrieachse der beiden Innenhöfe.

Das erste Obergeschoss hat seine Symmetrieachse wiederum in der Mitte der Folge der Salons zum Platz hin, und das Fenster an der stumpfen Ecke des Palastes über dem Brunnen der Acqua Vergine und optischen Zentrum zwischen den beiden Fassaden erscheint im Inneren dank der Formgebung der Wände als eines der beiden symmetrischen Fenster des Eckzimmers. An der Hauptfassade zur Piazza Nicosia blieb ein zentrales Band übrig, das die Vereinigung der beiden Paläste vorspiegelt, um den kleinen Palast an der Via della Campana an das neue Gebäude im Renaissancestil anzuschließen.

Mitte des 16. Jahrhunderts hinterließ Fernando Balami den Palast seinem Sohn Nicola, der sich um bemerkenswerte Ausschmückungen kümmerte und sogar Perino del Vaga für die Anfertigung von Fresken in einem der Räume rief.

Fresken im Palazzo Aragona Gonzaga

Nicola Aragonia, Konservator von Rom, überließ seinen Palast auf Lebenszeit dem Kardinal Scipione Gonzaga, der damals von Mantua nach Rom zog. Später erbte Giulia Astalli, die Witwe von Aragonia, den Palast und verkaufte ihn 1591 an den Kardinal. In dieser Zeit hatte der Onkel San Luigi Gonzaga zu Gast und für etwa zwei Jahre auch Torquato Tasso.

Nach dem Tod von Scipione Gonzaga fiel der Palast an Annibale Francesco Gonzaga, Bischof von Cefalù und später Bischof von Mantua. 1593 mietete ihn der Kardinal Filippo Spinola, 1596 der Kardinal Ottavio Bandini; auch der Herzog von Luxemburg, Sondergesandter des Königs von Frankreich, wohnte 1596 dort.

1642 kaufte Monsignore Francesco Adriano Ceva, der später Kardinal wurde, den Palast für 35.000 Scudi.

Ende des 17. Jahrhunderts (das genaue Jahr weiß man nicht) fiel der Palast an die Familie Negroni aus Bergamo. In der Nuova Topografia di Roma von Nolli (1748) ist der Palast als Eigentum der Familie Negroni (Gebäudeteil an der Via della Scrofa) und als Eigentum der Familie Cellesi und später Negroni (Gebäudeteil an der Via della Campana) vermerkt.

1743 rief die Familie Negroni den Architekten Carlo Francesco Bizzaccheri zur Erneuerung der Fassade im Stil des 18. Jahrhunderts. Aus dieser Zeit stammt das schöne Gesims und das Wappen der Negronis an den Fensterrahmen zur Via della Scrofa (während die Fensterrahmen zum Vicolo della Campana ihre ursprüngliche Form ohne die spätbarocken Verzierungen behalten haben).

Später gelangte der Palast in den Besitz des russischen Prinzen Galitzin, der 1886 den Architekten Luca Carimini mit der Komplettrestaurierung beauftragte. Bei dieser Gelegenheit wurde der Palast auch um ein Geschoss aufgestockt. Pläne und Zeichnungen dieser Arbeiten sind im Archivio Capitolino erhalten. Ende des 19. Jahrhunderts ging der Palast in das Eigentum der Familie Mancini über.

Nutzung

Der Palast beherbergte viele bekannte Persönlichkeiten. Den Aufenthalt von Torquato Tasso und des Heiligen Luigi Gonzaga bezeugen zwei Erinnerungstafeln an der Fassade zur Via della Scrofa. Neben seinem Bauherrn Ferdinando Balami beherbergte der Palast den Kardinal Scipione Gonzaga, den Herzog von Luxemburg (Sondergesandter des Königs von Frankreich 1597). In den Innenräumen ist das (sehr ungewöhnliche) Sinnbild von Gerolamo Falletti (1518–1564), Graf von Trignano und Trino dargestellt, bei dem es sich um ein Rosenbeet zwischen zwei Zwiebeln handelt.

Einzelnachweise

Quellen

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