Palazzo Baldassini

Palast in Rom, Latium, Italien From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Palazzo Baldassini, später auch Palazzo Palma, ist ein Renaissancepalast aus dem 16. Jahrhundert in Rom in der italienischen Region Latium. Er liegt im Viertel Sant’Eustachio in der Via delle Coppelle, 35.

Palazzo Baldassini in Rom: Eingangsportal

Geschichte und Beschreibung

Es handelt sich um einen Adelssitz, den der Jurist Melchiorre Baldassini, ein Mann mit vielen Aufgaben in der apostolischen Kanzlei, der zwischen 1515 und 1518 Antonio da Sangallo den Jüngeren beauftragte, der bis dahin Assistent auf der Baustelle des Petersdomes war.[1] Es handelte sich dabei um eines der ersten Werke von Antonio Sangallo dem Jüngeren, die dieser eigenverantwortlich durchführte, vermutlich in der gleichen Zeit wie die Projektierung des Palazzo Farnese und, anders als dieser in kurzer Zeit erbaut, sodass er um 1522 praktisch fertiggestellt war, was als großer Erfolg galt.

Die typischen Lösungen, die beim Palazzo Baldassini angewandt wurden, wie der Grundriss, der im kleinen das Modell Bramantes vom Palazzo Castellesi wiederaufnimmt, wurden als einer der ersten Prototypen einer durchgehenden Typologie angesehen, die die zivile Architektur nicht nur im 16. Jahrhundert, sondern bis ins 17. Jahrhundert beeinflusste.

Der Eingang wird durch ein Portal unterstrichen, das plastisch aus der strengen Fassade hervorsticht und von dorischen Halbsäulen flankiert wird, die ein Gebälk stützen. Der Eingangsbereich mit Tonnengewölbedecke führt zu einem vierseitigen Innenhof, auf dem die gesamte Konstruktion basiert, und der sich in der Höhe mit einer Loggia und zwei Stockwerken mit toskanischen Pilastern im ersten und ionischen im zweiten entwickelt.

Die Fassade ergeht sich nicht in übereinander angeordneten Säulen. Im Erdgeschoss ersetzen die Fenster mit Konsolen und Gittern die Ladengeschäfte, die im Modell Bramantes vorhanden sind. Das erste Obergeschoss zeichnet sich an der Fassade mit einem Gesimsrahmen aus.

Die Innenräume wurden mit Fresken dekoriert, die den Schülern von Raffael zugeschrieben werden. Insbesondere im Erdgeschoss ist ein Gewölbe erhalten, das mit Grotesken von 1517–1519 von Giovanni da Udine mit Fresken verziert wurde, und im ersten Obergeschoss blieben Fragmente eines großen Freskenzyklus‘ von Perino del Vaga, insbesondere „Die Philosophen“, „Allegorische Figuren“ und ein Fresko mit „Episoden der alten Geschichte, fantastische Tiere und Putten“. Ein Teil dieses Freskos wurde abgenommen und entfernt: So sind z. B. „Tarquinius Superbus begründet den Jupitertempel in Campidoglio“ und „Verurteilung des Seleukos“ heute in den Uffizien in Florenz. Im ersten Obergeschoss befinden sich auch eine Reihe mythologischer Szenen von Giovanni da Udine.

Gleich nach dem Auftraggeber wohnte dort bis 1544 Pietro Bembo, der diese Residenz als „die schönste und bestgestaltete, die es in Rom gebe“ bezeichnete.[1]

Seit 1956 ist in dem Palast das Istituto Luigi Sturzo untergebracht, das nach dem Gründer der Partito Popolare Italiano (PPI) benannt wurde, der für seine Wiederherstellung gesorgt hatte.

Einzelnachweise

Quellen

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