Velódromo Islas Baleares

multifunktionale Sporthalle mit Radrennbahn im spanischen Palma From Wikipedia, the free encyclopedia

Das Velódromo Islas Baleares (katalanisch Velòdrom Illes Balears) ist eine Mehrzweckhalle und Velodrom in der spanischen Stadt Palma auf der Insel Mallorca.

Schnelle Fakten Frühere Namen, Daten ...
Velódromo Islas Baleares
Das Velódromo Islas Baleares (2010)
Das Velódromo Islas Baleares (2010)
Frühere Namen

Palma Arena (2007–2019)

Daten
Ort SpanienSpanien 07010 Palma, Balearen, Spanien
Koordinaten 39° 35′ 17,3″ N,  38′ 35″ O
Eigentümer Stadt Palma
Baubeginn Oktober 2005
Eröffnung 2. März 2007 (erste Veranstaltung)
29. März 2007 (offiziell)
Oberfläche Beton
Parkett
Sibirische Kiefer (Radrennbahn)
Kosten 120 Mio. Euro
Architekt Ralph Schürmann
Sander Douma
Kapazität 4500 Plätze (Radrennen)
Spielfläche 250 m (Radrennbahn)
Veranstaltungen
Lage
Velódromo Islas Baleares (Balearen)
Velódromo Islas Baleares (Balearen)
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Geschichte

Das Velódromo Islas Baleares überdeckt eine Fläche von 90.000 Quadratmetern und bietet bei Radrennen Platz für 4500 Zuschauer. Die Radrennbahn ist 250 Meter lang und besteht aus Sibirischer Kiefer. Die Arena kann zudem für andere Sportveranstaltungen genutzt werden, wie z. B. Hallen­tennisturniere, sowie für Konzerte und weitere Veranstaltungen wie etwa Ausstellungen.

Die erste Veranstaltung wurde am 2. März 2007 in der damaligen Palma Arena mit den spanischen Bahnradmeisterschaften des Jahres ausgetragen.[1] Vom 29. März bis 1. April fanden die Bahnradsport-Weltmeisterschaften statt, zu deren Anlass die Arena gebaut und offiziell eröffnet wurde.[2] Im Mai 2007 fand ein Tennisschaukampf zwischen dem gebürtigen Mallorquiner Rafael Nadal und dem Schweizer Roger Federer vor ausverkauftem Haus statt. Die Partie wurde als Battle of Surfaces bezeichnet, da die Spielfläche zur Hälfte aus Rasen und zur Hälfte aus Sand bestand.[3][4] Im September 2007 folgten Spiele der Basketball-Europameisterschaft. Im Mai 2023 fand die Endrunde der UEFA Futsal Champions League 2022/23 im Velódromo statt. Der Gastgeber AE Palma Futsal gewann am 7. Mai gegen Sporting Lissabon den Titel im Sechsmeterschießen (1:1, 5:3 n. S.).[5] Zwischen 2007 und 2017 fanden die Spanischen Bahnradsport-Meisterschaften acht Mal in der Palma Arena statt.

Im Februar 2019 wurde endgültig die Umbenennung der Palma Arena in Velódromo Islas Baleares beschlossen.[6]

Korruptionsskandal

Die Errichtung der Arena wurde von einem Korruptionsskandal begleitet. Der Münsteraner Architekt Ralph Schürmann, der die Radrennbahn konzipiert hatte, hatte eine Fortführung von Planung und Bau verweigert, da er nach eigener Aussage gefälschte Rechnungen über höhere Beträge vorlegen sollte.[7] Daraufhin wurde er von den mallorquinischen Auftraggebern, der Inselregierung, entlassen, und der niederländische Architekt Sander Douma und ein einheimisches Planungsbüro führten den Bau zu Ende. Die Kosten wuchsen in der Folge um mehr als das Doppelte von ursprünglich veranschlagten rund 48 auf letztlich rund 120 Millionen Euro, und das, obwohl ein Teil der Anlage nicht fertiggestellt wurde. Die Mallorca-Zeitung bezeichnete die Arena im Jahre 2009 als „größtes Millionengrab auf Mallorca“, und die Frankfurter Allgemeine Zeitung schrieb, es gehe bei der Affäre um eine „teure Radrennbahn“, „die sich, als sie fertig war, für alles eignete außer für Radrennen“.[7][8]

Nach Abschluss der Bahnrad-WM 2007 verweigerte der Weltradsportverband Union Cycliste Internationale (UCI) der Radrennbahn wegen zahlreicher Mängel die weitere Zulassung für internationale Rennen.[9] Es hieß, dass der UCI die Mängel, unter anderem der Sicherheit, schon vor der WM bekannt waren, sie aber trotzdem die Wettbewerbe durchführen ließ, da so kurz vor der WM kein Ersatz-Austragungsort gefunden werden konnte. Insgesamt wurden mehr als 220 Baumängel an der gesamten Halle festgestellt, allen voran ein undichtes Dach.[10] Die Radrennbahn selbst musste 2011 wegen Wasserschäden komplett erneuert werden.[11] Gegen mehrere mallorquinische Politiker wurden Ermittlungen wegen Korruption in diesem Zusammenhang eingeleitet; es bestand der Verdacht, dass sie die Differenz zwischen wirklichen Kosten und gefälschten Rechnungsbeträgen in die eigene Tasche gewirtschaftet hätten.[9][7][12] Im März 2012 wurde der frühere Präsident der Balearen, Jaume Matas, in einem ersten Verfahren von mehreren in erster Instanz zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt.[13][14]

Einzelnachweise

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