Palmeira dos Índios
Gemeinde im Bundesstaat Alagoas, Brasilien
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Palmeira dos Índios ist eine brasilianische Gemeinde im Bundesstaat Alagoas in der Nordostregion des Landes. Sie liegt im Agreste Alagoano und ist Zentrum der gleichnamigen Região Geográfica Imediata. Die Einwohnerzahl wurde vom Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística (IBGE) im Jahr 2025 auf 73.621 geschätzt.[2]
| Município de Palmeira dos Índios Palmeira dos Índios | |||
|---|---|---|---|
Blick auf die Ortschaft | |||
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| Koordinaten | 9° 24′ S, 36° 38′ W | ||
| Symbole | |||
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| Gründung | 10. April 1835 (Vila)[1] | ||
| Basisdaten | |||
| Staat | Brasilien | ||
| Bundesstaat | Alagoas | ||
| ISO 3166-2 | BR-AL | ||
| Região intermediária | Arapiraca (seit 2017) | ||
| Região imediata | Palmeira dos Índios (seit 2017) | ||
| Höhe | 290 m | ||
| Klima | tropisch | ||
| Fläche | 451 km² | ||
| Einwohner | 73.621 (2025[2]) | ||
| Dichte | 163,2 Ew./km² | ||
| Zeitzone | UTC−3 | ||
| Website | palmeiradosindios.al.gov.br (brasilianisches Portugiesisch) | ||
| Wirtschaft | |||
| BIP | 1.367.252 Tsd. R$ 19.103 R$ pro Kopf (2023) | ||
| HDI | 0,638 (2010) | ||
Geografie und Klima
Palmeira dos Índios liegt im westlichen Binnenland des Bundesstaates Alagoas auf einer Höhe von etwa 290 Metern über dem Meeresspiegel. Das Gemeindegebiet umfasst 450,990 Quadratkilometer.[2][3] Das Gemeindegebiet liegt am Übergang zwischen Agreste und Sertão und ist durch welliges Relief, einzelne Höhenzüge und landwirtschaftlich genutzte Flächen geprägt. Die Stadt befindet sich am Fuß mehrerer Serras; in der Umgebung bestehen indigene Siedlungsräume der Xukuru-Kariri.[3] Neben dem Hauptort umfasst das Município die Distrikte Caldeirões de Cima und Canafístula.[1] Das Klima ist warm und tropisch mit einer ausgeprägteren Regenzeit in den Monaten Mai bis August.[3]
Geschichte
Das Gebiet des heutigen Palmeira dos Índios war ursprünglich ein Aldeamento der Chucurus beziehungsweise Xukuru, die sich nach Angaben des IBGE in der Mitte des 17. Jahrhunderts in der Region niederließen. Der Name des Ortes verweist auf diese indigene Besiedlung und auf die Palmen, die in der Landschaft vorkamen.[1] Um 1770 kam der Franziskaner Frei Domingos de São José in die Siedlung und begann mit dem Bau einer ersten Kirche. Drei Jahre später erhielt er eine Landschenkung für die Errichtung einer Kapelle. Die religiöse und administrative Entwicklung des Ortes wurde dadurch wesentlich gefördert.[3]
1798 wurde die Freguesia Palmeira dos Índios geschaffen. 1821 ersuchten die indigenen Bewohner den Präsidenten der Provinz Alagoas um Land, auf dem sie arbeiten konnten; im folgenden Jahr wurde die Demarkation eines entsprechenden Gebietes zwischen dem Riacho Cabeça de Negro, dem heutigen Pau da Negra, und den Quellgebieten des Panelas angeordnet.[3]
Durch die Resolution Nr. 10 vom 10. April 1835 wurde Palmeira dos Índios zur Vila erhoben und aus der Vila Atalaia ausgegliedert. 1846 wurde die Vila aufgehoben und ihr Gebiet dem Município Anadia angeschlossen. 1853 wurde Palmeira dos Índios erneut zur Vila erhoben und aus Anadia ausgegliedert.[1]
Am 20. August 1889 erhielt Palmeira dos Índios durch Provinzgesetz den Rang einer Stadt.[1] In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts veränderte sich die Verwaltungsgliederung mehrfach. Zu dem Município gehörten zeitweise die Distrikte Olho d’Água do Acioli, Cacimbinhas und Minador do Negrão, die später als eigenständige Gemeinden ausgegliedert wurden.[1]
Zwischen 1928 und 1930 war der Schriftsteller Graciliano Ramos Bürgermeister von Palmeira dos Índios. Seine Verwaltungsberichte aus dieser Zeit wurden später literarisch beachtet; außerdem verarbeitete er Erfahrungen aus der Stadt in seinem 1933 erschienenen Roman Caetés.[3] Die 1933 eröffnete Eisenbahnverbindung, bei der Palmeira dos Índios Endpunkt eines Ramals wurde, trug zur regionalen wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt bei, die heute eine der größten in Alagoas ist.[3]
Demografie
Die Einwohnerzahl wurde 2025 auf 73.621 Personen geschätzt.[2] Die meisten Einwohner der Stadt sind ethnisch gemischt. 2022 gehörten knapp sechs Prozent der indigenen Bevölkerung an.[4]
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1991 | 65.816 |
| 2000 | 68.060 |
| 2010 | 70.341 |
| 2022 | 71.574 |
| Volkszählungen[4] | |
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Palmeira dos Índios besitzt mehrere kulturelle und touristische Bezugspunkte, die mit indigener Geschichte, Literatur und religiöser Tradition verbunden sind. Zu den bekannten Sehenswürdigkeiten gehören das Museu Xucurus de História, Arte e Costumes, die Casa Museu Graciliano Ramos, die Aldeia da Cafurna beziehungsweise weitere Xukuru-Kariri-Siedlungsräume sowie der Cristo do Goiti mit Blick über die Stadt.[3][5] Die Casa Museu Graciliano Ramos erinnert an den Schriftsteller, der in Palmeira dos Índios als Bürgermeister wirkte. Das Gebäude wurde nach Restaurierungsarbeiten 2024 wiedereröffnet.[6] Der Museu Xucurus befindet sich in der früheren Kirche Nossa Senhora do Rosário und behandelt lokale Kunst-, Sakral- und Alltagsgeschichte.[7]
Religion
Die Bevölkerung ist überwiegend christlich geprägt. Palmeira dos Índios ist Sitz des römisch-katholischen Bistums Palmeira dos Índios. Im Hauptort befindet sich die Catedral Nossa Senhora do Amparo; die gleichnamige Pfarrei geht auf die 1798 geschaffene Freguesia zurück.[8] Daneben bestehen evangelikale Gemeinden, afrobrasilianische Religionsgemeinschaften und weitere christliche Gemeinschaften.

