Palästina-Rennratte
Art der Gattung Rennratten (Meriones)
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Die Palästina-Rennratte (Meriones sacramenti) ist ein im zentralen Israel und auf der östlichen Sinai-Halbinsel verbreitetes Nagetier in der Gattung der Rennratten. Das Typusexemplar stammt aus der Umgebung von Beʾer Scheva. Die Art ist der Shaw-Rennratte (Meriones shawi) und der Libyschen Rennratte (Meriones libycus) sehr ähnlich.[1] Ob sie auch nahe verwandt sind, sollen molekulargenetische Untersuchungen zeigen.[2]
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Palästina-Rennratte (Meriones sacramenti) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Meriones sacramenti | ||||||||||||
| Thomas, 1922 |
Merkmale
Diese mittelgroße Rennratte erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 130 bis 170 mm, eine Schwanzlänge von 120 bis 180 mm und ein Gewicht von 125 bis 275 g. Sie hat 30 bis 41 mm lange Hinterfüße und Ohren von 17 bis 22 mm Länge. Kennzeichnend sind ein Schwanz mit einer Quaste aus schwarzen Haaren am Ende und Füße, die auf den Sohlen teilweise Fell tragen. Andere Bereiche des Schwanzes sind oberseits hellgrau und unterseits weiß. Auf dem Rücken und den Flanken kommt sandfarbenes Fell mit roten Tönen vor und die Grenze zur weißen Unterseite ist deutlich. Auffällig ist der große Paukenteil am Schläfenbein, der 35 bis 37 Prozent der gesamten Schädellänge einnimmt. Der diploide Chromosomensatz besteht aus 46 Chromosomen (2n=46).[2]
Verbreitung und Lebensweise
Das Tier bewohnt die Wüste Negev nördlich bis nach Tel Aviv, die Palästinensischen Autonomiegebiete auf der Sinai-Halbinsel und angrenzende Bereiche Ägyptens. Funde gibt es dort zum Beispiel von den Wadis Umm Shehan, Al-Gora und El-Agra. Als Habitat dienen Wüsten, trockene Steppen und Buschflächen. Gelegentlich wird Ackerland besucht.[3][2]
Die Rennratte legt einen Bau im Sand oder in weicher Erde an und ist nachtaktiv. Im Bau hält sich gewöhnlich eine kleine Familiengruppe auf. Manchmal wird familienfremden Tieren gestattet, einen Bau unter demselben Strauch anzulegen. Als Nahrung dienen Wurzeln, Knollen, grüne Pflanzenteile, Körner, Knospen und Früchte. Einzelne Studien lassen vermuten, dass das Tier mehr Blätter frisst als andere Gattungsmitglieder. Zur Fortpflanzung liegen keine Informationen vor.[3][2]
Gefährdung
Die Umwandlung der ursprünglichen Landschaft in Ackerland und Siedlungen wirkt sich negativ aus. In Regionen, wo die Weidenblatt-Akazie (Acacia saligna) eingeführt wurde, erhalten die Sanddünen einen anderen Aufbau, was zur Bestandsabnahme führen kann. Alle Reviere verteilen sich über eine 10.600 km² große Fläche. Die IUCN listet die Art deswegen als gefährdet (vulnerable).[3] Welchen Einfluss der seit 2023 dauernde Krieg im Gazastreifen hat, ist dabei noch nicht berücksichtigt.