Pamela Granderath
deutsche Autorin, Lyrikerin, Moderatorin, Kulturvermittlerin und Frisörin
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Pamela Granderath (* 26. August 1968 in Duisburg; † 17. Februar 2026 in Hilden) war eine deutsche Autorin, Lyrikerin, Moderatorin, Kulturvermittlerin und Frisörin.

Leben und Werk
Pamela Granderath war langjährig Teil der Düsseldorfer Literatur- und Kunstszene und beteiligt an der Verbindung von Pop-Literatur, Nachwuchsförderung und Inklusion. 1999 wurde ihr der Literaturförderpreis der Stadt Düsseldorf verliehen. Nach ihrem Umzug im Jahre 2018 nach Portugal erprobte Granderath alternative Lebensmodelle. Granderath gehörte zu den frühen Initiatoren des Poetry Slams in Deutschland.[1][2] Über zwei Jahrzehnte blieb sie als Moderatorin und Performerin aktiv. Ihr literarischer Stil zeichnet sich durch eine direkte Sprache aus.[3] Granderath war Erfinderin des Literaturautomaten, der Literatur und Poesie im öffentlichen Raum zugänglich macht. Damit entwickelte sie eine Methode, um Poesie und Literatur überall zu verbreiten. In umgebauten Zigarettenautomaten werden kleine Päckchen mit gedruckten Texten zum Selbstkostenpreis angeboten.[4]
Pamela Granderath wirkte in Düsseldorf durch Projekte an der Schnittstelle von Handwerk, Subkultur und Literatur. Sie entwickelte das Konzept des Cyber Razor Cut, der ab 1997 im Kulturprojekt Holli 199 als neue Form der Vernetzung von Literatur, Kunst, Musik und Design fungierte und einen Anlaufpunkt der nationalen und internationalen Kunst- und Subkulturszene bildete. Ihr Ansatz umfasste ein frühes Unisex-Modell sowie die Nutzung des Salons für Lesungen und Performances, was mediale Beachtung fand. Die für den Cyber Razor Cut entwickelte Werbekampagne thematisierte Genderdebatten und trug diese in die Öffentlichkeit. Die Kampagne fand Einzug in das Lürzer’s Archive.[5][6] Der Cyber Razor Cut und das Holli 199 erreichten durch Berichte in Presse und Medien wie dem Lifestyle-Magazin Max oder dem Kulturjournal der ARD regionale und überregionale Aufmerksamkeit.[7] Das Holli 199 diente als interdisziplinäre Plattform. Granderath arbeitete dort mit der Designerin Yvonne Hollunder und dem Musiker Christian Koch (Bandleader von Vibravoid) zusammen. Dies machte den Ort zu einem Anlaufpunkt der Kunst- und Subkulturszene. Ebenso arbeitete Granderath mit weiteren Künstlern zusammen oder förderte ihr Werk. Ein Aspekt ihres Schaffens war die Förderung junger Talente, was ihr den Beinamen „Die Königin von Flingern“ einbrachte.[8]
Granderath lehnte für ihre eigene Arbeit eine geschlechtergerechte Sprache ab. Sie begründete dies mit ihrem Verständnis von Gleichberechtigung, das sie auch in ihrem Haarsalon durch ein Unisex-Konzept ohne geschlechtsspezifische Unterschiede umsetzte.[9]
Nach kurzer, schwerer Krankheit starb Pamela Granderath am 17. Februar 2026 im Alter von 57 Jahren in Hilden.[2]
Auszeichnungen
Werke
Eigenständige Veröffentlichungen
- Tassenschranklos. Gedichte. Größenwahn Verlag, Frankfurt am Main 2016, ISBN 978-3-95771-077-2
Weitere Veröffentlichungen ohne ISBN-Registrierung:[11]
- gib mir Ruhe. Lyrik 1995
- Bleibtreu. Theaterstück 2000
- Betroffenheitslyrik. Lyrik 2006
- es dichtet sich. Lyrik 2007
- Versende. Lyrik 2008
- Dichten im Kopf. Lyrik 2011
- Kardiolyrik. Lyrik 2011
- Lactosefreie Lyrik. Lyrik 2012
- nur atmen ist umsonst. Lyrik 2012
Herausgeberschaften
- mit Michalis Patentalis (Hrsg.): Nordrhein-Westfälische Einladung. Erzählungen, Geheimnisse und Rezepte. Größenwahn Verlag, Frankfurt am Main 2015, ISBN 978-3-95771-063-5
- mit Christine Brinkmann (Hrsg.): Literaturautomat Düsseldorf (seit 2006)
Beiträge in Anthologien und Zeitschriften (Auswahl)
- Lyrik-Beiträge in Zeitschriften wie Maultrommel, Großalarm, Kunst Life, Augen auf und Zettelwirtschaft (seit 1997)
- Worringer Platzgeschichten. Lyrik 2003
- Platzgeschichten. Lyrik 2004
- Feinschmecker & Zeitschmecker. Prosa 2006
- Düsseldorf walking. Prosa 2014