Panhard PL 17

Französisches Pkw-Modell From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Panhard PL 17 war ein Modell des französischen Herstellers Panhard. Er wurde am 29. Juni 1959 als Nachfolger des Modells Dyna Z auf den Markt gebracht und bis 1965 hergestellt. Der Wagen war eine Weiterentwicklung („Facelift“) seines Vorgängers, wies aber eine an Front und Heck überarbeitete Karosserie im Geschmack der Zeit auf.

Schnelle Fakten PL 17 ...
Panhard
Bild
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Panhard PL 17 (1. Serie)
PL 17
Verkaufsbezeichnung PL 17
Produktionszeitraum 1959–1965
Klasse Mittelklasse
Karosserieversionen Limousine, Cabriolet, Kombi
Motoren Ottomotoren:
0,85 Liter
(31–44 kW)
Länge 4285–4580 mm
Breite 1600–1720 mm
Höhe 1460–1735 mm
Radstand 2570–2800 mm
Leergewicht 805–830 kg
Vorgängermodell Panhard Dyna Z
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Panhard 17 (2. Serie, 1964)
Cabriolet
Kombi

Das Modell war aufwendig in der Herstellung, gut verarbeitet und gut ausgestattet und dadurch nicht billig in der Anschaffung, versprach aber geringe Unterhaltskosten.

Citroën hatte seit 1955 immer mehr Anteile an Panhard übernommen und bremste teure Neuentwicklungen wie die Verwendung eines Vierzylindermotors, welchen die Kundschaft in den 1960er Jahren in dieser Fahrzeugklasse erwartete. Citroën nutzte dagegen die Panhard-Werksanlagen an der Avenue d’Ivry auch zur Montage des Lieferwagens auf 2CV-Basis („Kasten-Ente“) und der ersten Serie des Ami 6. Panhard-Modelle wurden über das Citroen-Händlernetz vertrieben, aber nie richtig in die Modellstrategie integriert, da man bereits eigene Pläne für ein Mittelklassemodell hatte.

Modellname

Das „PL“ stand für „Panhard & Levassor“ (so hieß die Firma bis 1945) und sollte eine ähnliche Eleganz wie das „DS“ von Citroën ausstrahlen. Die „17“ stellt die Summe aus 5 CV (französische Steuer-PS), 6 Sitzplätzen und 6 Liter auf 100 km (Benzinverbrauch) dar.

Ab Herbst 1960 waren auch die vorderen Türen vorne angeschlagen, und die vorderen Blinker wurden von der A-Säule schräg unterhalb die Scheinwerfer verlegt.

Ab 1964 wurde das „PL“ weggelassen, und der Wagen hieß fortan 17b. Die charakteristischen „Augenbrauen“-Zierleisten entfielen, die Leuchten wurden modernisiert und die Stoßstangen bekamen eine Ziersicke. Die hintere Dachkante wurde nach dem Geschmack der Zeit über die Heckscheibe nach hinten gezogen. Das Armaturenbrett wurde modernisiert und gepolstert.

Technische Daten

Der Wagen übernahm den luftgekühlten Motor seines Vorgängers Dyna Z mit 851 cm³ Hubraum und 42 PS (31 kW). Das Modell „Tigre“ hatte 50 PS (37 kW). Die Motoren hatten zwei Zylinder in Boxeranordnung und waren hinten an das Getriebe und vorne an zwei Auspuffrohre angeschlossen. Ab dem Modelljahr 1964 (d. h. ab Juli 1963) sank der Hubraum auf 848 cm³ und die Leistung stieg auf 50 PS (37 kW), bzw. 60 PS (44 kW) für den „Tigre“.

Die Motoren verfügten über V-förmig hängende Ventile in „Sackzylindern“ mit eingeschrumpfter Laufbüchse. Der Ventiltrieb hatte eine Drehstabfeder zwischen Auslassventil und Einlassventil, Stößelstangen aus Aluminium und einen hydraulischen Ventilspielausgleich in der Kipphebellagerung, Rollenlager und einen pfeilverzahnten Stirnradantrieb für die unter der Kurbelwelle liegende Nockenwelle sowie weitere ungewöhnliche Konstruktionsdetails.

Die Vorderräder wurden über ein Vierganggetriebe mit Lenkradschaltung und Synchronisierung in den Gängen 2 bis 4 angetrieben.

Die Standardausführung wog etwa 805 kg, der Tigre 830 kg. Dieses geringe Gewicht zusammen mit der aerodynamischen Form (cw-Wert etwa 0,26) sorgte für eine Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h für die Standardausführung und 145 km/h für den Tigre.

Die Vorderräder waren an zwei Querblattfedern aufgehängt, die Hinterräder mit einer starren Deichselachse an Längsstreben mit drei Torsionsstäben auf jeder Seite.

Die Lehne der Rückbank konnte umgeklappt oder ausgebaut werden, sodass der mit 527 Liter große Kofferraum weiter vergrößert werden konnte. 1964 wurde das Reserverad aus dem Kofferraum unter die Motorhaube verlegt, wo es über den Luftfilter passte. Die Felgen hatten keine Radschüssel und dadurch ein großes Loch in ihrer Mitte: sie waren, wie auch beim Renault 4CV, Goggomobil und frühen VW-Käfer, am äußeren Rand der Aluminium-Bremstrommeln an den dafür vorgesehenen „Ohren“ angeschraubt.

Modelle

Weitere Informationen Modell, Bauzeitraum ...
Modell Bauzeitraum Motorbauart Hubraum Steuer-PS (fr.) Leistung
L1 Standard 07/1959 – 08/1960 2-Zyl.-Boxer 4-Takt 851 cm³ 5 CV 42 PS (31 kW)
L1 Tigre 50 PS (37 kW)
L2 Tigre (Cabriolet) 03/1960 – 10/1960
L3 Standard Export 08/1959 – 07/1960 42 PS (31 kW)
L4 Standard 07/1960 – 09/1962 848 cm³
L4 Tigre 50 PS (37 kW)
L5 Tigre (Cabriolet) 10/1960 – 09/1962
L6 Standard 09/1962 – 06/1965
L7 Tigre 60 PS (44 kW)
L8 Tigre (Cabriolet) 09/1962 – 06/1963
L9 Standard (Kombi) 05/1963 – 05/1965 50 PS (37 kW)
WL1 Standard (Utilitaire) 12/1959 – 07/1960 851 cm³ 42 PS (31 kW)
WL2 Standard (Utilitaire) 12/1959 – 06/1960
WL3 Standard (Utilitaire) 06/1960 – 07/1962
WL4 Standard (Utilitaire)
WL5 Standard (Utilitaire) 09/1962 – 05/1965 848 cm³ 50 PS (37 kW)
WL6 Standard (Utilitaire)
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Das Ende

1965 stellte Citroën die Produktion des 17b ein. Das Modell 24 trug in den letzten zwei Jahren zwar noch den alten Namen, hatte zusätzlich aber Typenschilder von Citroën. Nach Ende der Pkw-Fertigung bei Panhard im Jahre 1967 gab es unter diesem Namen nur noch Militärfahrzeuge – diesen Firmenteil betrieb Citroën unter dem alten Markennamen und mit Jean Panhard als Geschäftsführer weiter. Die Werksanlagen im Süden der Pariser Innenstadt wurden bis auf ein Gebäude abgerissen und das Gelände Anfang der 1970er Jahre mit Wohnhochhäusern bebaut.

Commons: Panhard 17 PL – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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