Parastoo Ahmadi
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Parastoo Ahmadi (persisch پرستو احمدی; * 21. März 1997) ist eine iranische Sängerin.

Sie wurde national und international bekannt, weil sie sich im streng theokratisch bzw. islamisch regierten Iran den stark eingeschränkten Frauenrechten widersetzte bzw. weil sie das Gesangverbot für Frauen missachtete und zudem entgegen der islamischen Kleiderordnung ohne Hidschab auftrat. Vor diesem Hintergrund wurde sie vom iranischen Regime zu Peitschenhieben verurteilt.[1][2]
Werdegang
Im Alter von 14 Jahren begann sie mit Kursen in Solfège und Stimmtraining (in den Bereichen Volksmusik und klassische Musik).[3]
Ahmadi schloss ihr Studium der Filmregie an der Soureh International University ab.[4]
Während der Proteste im Iran im Jahr 2022 sang Ahmadi das Lied „Aus dem Blut der Jugend des Vaterlandes“.[5]
Im Juni 2023 wurde „The Air of Freedom“ veröffentlicht, ein Lied mit einem Text von Fatemeh Dogoharani. Laut Ahmadi war das Lied eine Hommage an die iranische Bewegung „Frau, Leben, Freiheit“. Daraufhin leitete die iranische Justiz im Oktober 2023 ein Gerichtsverfahren gegen sie ein.[6][4] Die Vorladung vor das Sicherheitsgericht in Teheran sowie die Beschlagnahmung ihrer persönlichen Gegenstände erschwerten ihre künstlerische Tätigkeit.[7][8]
Im Herbst 2024 gab Ahmadi in einer Karawanserei ein Solokonzert, womit sie sich dem Gesangverbot widersetzte. Das Singen ist Frauen laut Gesetz der Islamischen Republik Iran nur im Chor (bzw. als Teil einer Gruppe), als reine Begleitstimme für einen männlichen Hauptsänger oder als Solosängerin vor einem rein weiblichen Publikum erlaubt. Zudem verstieß Ahmadi bei dem Auftritt gegen die islamische Kleiderordnung, weil sie sich ohne obligatorischen Hidschab zeigte. Der Live-Auftritt sorgte in den sozialen Medien national und international für großes Aufsehen. Über ihr Konzert schrieb sie:
Ich, Parastoo – das Mädchen, das für die Menschen singen möchte, die es liebt. Dies ist ein Recht, das ich nicht außer Acht lassen konnte: für das Land zu singen, das ich zutiefst verehre. Hier, an diesem Ort in unserem geliebten Iran, wo Geschichte und Legenden miteinander verschmelzen, hört meine Stimme in diesem imaginären Konzert und stellt euch diese wunderschöne Heimat vor …[9]
Beim Karavanserai-Konzert spielte Ahmadi Stücke wie „Sar Kooye Doost“, „Aziz Joon“, „Kamar Bareek“, „Mara Bebos“, „Lahze Didar“, „Cheh Sazam“ und „Az Khoon-e Javanan-e Vatan“. Begleitet wurde sie von den Musikern Ehsan Beyraghdar am Klavier, Soheyl Faghih-Nasiri an der Gitarre, Amin Taheri am Schlagzeug und Amir Ali Pirnia am Bass.[10]
Die iranische Justiz kündigte an, gegen Ahmadi rechtliche Schritte einzuleiten. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Mizan wurden gegen die am Konzert Beteiligten Klagen eingereicht. Zudem wurden Maßnahmen gegen andere Personen ergriffen, die mit der Veranstaltung in Verbindung standen.[4] Am 14. Dezember 2024 wurde Ahmadi in der Provinz Mazandaran festgenommen. Berichten zufolge wurden auch zwei ihrer Musiker, Ehsan Birghidar und Sohail Faqih Nasiri, festgenommen.[11] Am 15. Dezember 2024 erklärte Ahmadis Anwalt, dass sie nach weit verbreiteter Empörung über ihre Festnahme freigelassen worden sei.[12]
Im Juni 2026 wurden Ahmadi und acht weitere Mitglieder der Gruppe, die am Caravanserai-Konzert beteiligt waren, wegen „öffentlicher Anstand durch Produktion und Veröffentlichung obszöner und unmoralischer Inhalte“ von einem Strafgericht zu 74 Peitschenhieben verurteilt. Außerdem wurden zwei Jahre Reise- und künstlerische Darbietungsverbote verhängt, basierend auf der Veröffentlichung eines Videos, das Ahmadi bei einem Auftritt zeigte, ohne einen Hijab zu tragen.[13]