Park Chan-wook

südkoreanischer Filmregisseur, Drehbuchautor und Filmproduzent From Wikipedia, the free encyclopedia

Park Chan-wook (* 23. August 1963 in Seoul, Südkorea) ist ein südkoreanischer Filmregisseur, Drehbuchautor und Filmproduzent.

Hangeul박찬욱
Hanja朴贊郁
McCune-
Reischauer
Pak Ch’anuk
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Park Chan-wook (2025)
Park Chan-wook (2025)
Park Chan-wook (2025)

Koreanische Schreibweise
Hangeul 박찬욱
Hanja 朴贊郁
Revidierte
Romanisierung
Bak Chan-uk
McCune-
Reischauer
Pak Ch’anuk
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Leben

Park Chan-wook wuchs in Seoul auf und studierte Philosophie an der Sogang University, wo er einen Filmclub, die „Sogang Film Community“, gründete und einige Artikel über zeitgenössisches Kino veröffentlichte. Seinen ursprünglichen Plan, Filmkritiker zu werden, gab er auf, als er Vertigo von Alfred Hitchcock sah und daraufhin beschloss, selbst Filme zu machen.[1]

Parks erster Film The Moon Is … The Sun’s Dream aus dem Jahr 1992 und sein zweiter Spielfilm Trio, den er fünf Jahre später drehte, waren kommerzielle Misserfolge. Erst mit Joint Security Area schaffte er 2000 den Durchbruch. Der Film zog in Südkorea sechs Millionen Zuschauer in die Kinos und stellte damit eine neue Bestmarke auf, die zuvor von Shiri gehalten wurde. Im Jahr darauf wurde er aber bereits von Friend abgelöst. Joint Security Area behandelt ein heikles Thema in Südkorea, die Teilung des Landes. In Europa und Amerika blieb Park jedoch bis zu seinem Film Oldboy (2003) ein Geheimtipp. Das für westliche Verhältnisse überaus brutale Rachedrama Oldboy wurde auf den Filmfestspielen von Cannes mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet. Zugleich ist es der zweite Teil einer Rachetrilogie, deren Anfang Sympathy for Mr. Vengeance (2002) machte. Der dritte Teil, Lady Vengeance, folgte 2005. Vier Jahre später erhielt Park für die Vampirgeschichte Durst eine Einladung in den Wettbewerb der 62. Internationalen Filmfestspiele von Cannes und gewann den Preis der Jury ex aequo mit Andrea Arnold für ihren Film Fish Tank.[2]

Park gab in einem Interview im Jahr 2004 unter anderem Sophokles, Shakespeare, Kafka, Dostojewski, Balzac und Kurt Vonnegut als Einflüsse auf seine Karriere an.[1] Seine filmischen Vorbilder sind Robert Aldrich, Ingmar Bergman, Sam Fuller, Roman Polański, Kim Ki-young sowie Alfred Hitchcock. Der Film The Housemaid (1960) von Kim Ki-young habe ihn „mehr beeinflusst als alles andere“.[3]

Quentin Tarantino ist ein erklärter Fan des Filmemachers. Im Jahr 2004 versuchte er als Präsident der Jury der Filmfestspiele von Cannes, selbige davon zu überzeugen, die Goldene Palme an Oldboy zu vergeben. Dies gelang ihm jedoch nicht, die Auszeichnung ging an Fahrenheit 9/11 von Michael Moore. Oldboy erhielt stattdessen den Großen Preis der Jury.

2011 drehte Park mit seinem Bruder Chan-kyong[4] den Film Night Fishing (Paranmanjang; Nachtangeln). Dieser soll der erste Kinofilm sein, der komplett mit dem iPhone 4 gedreht wurde.[5] Der Film, an dem 80 Mitarbeiter mitwirkten, wurde innerhalb von zehn Tagen gedreht und die Produktion kostete 102.000 Euro.[6] Auf der Berlinale 2011 erhielt der Film den Goldenen Bären für den besten Kurzfilm.[7] 2013 führte Park Regie beim Musikvideo V der Sängerin Lee Jung-hyun, die die Hauptrolle in Night Fishing spielte. Im April 2012 gab Park bekannt, die Regie für das US-Remake des französischen Krimidramas Die Axt von Costa-Gavras zu übernehmen.[8]

2016 erhielt er für Die Taschendiebin (Originaltitel: Agassi, englischer Festivaltitel: The Handmaiden) seine dritte Einladung in den Wettbewerb der 66. Internationalen Filmfestspiele von Cannes. Der Film spielt im Korea der 1930er Jahre, ist ein „elegantes Verwirr- und Vexierspiel“ und zugleich ein Thriller, den die Kritiker sehr heraushoben aus dem Mainstream.[9]

Genau wie sein Regiekollege Bong Joon-ho ist Park Chan-wook Mitglied der Minju-nodong-Partei (민주노동당, Demokratische Arbeiterpartei), einer kleinen sozialdemokratischen Partei in Südkorea. 2002 trat er sogar in der Präsidentschaftskampagne der Partei im Fernsehen in Erscheinung.

2017 wurde er in die Wettbewerbsjury der 70. Filmfestspiele von Cannes berufen.

2018 inszenierte er die sechsteilige Miniserie Die Libelle nach dem gleichnamigen Roman von John le Carré. Die Hauptrollen spielen Florence Pugh, Alexander Skarsgård und Michael Shannon. Die Serie entstand im Auftrag des amerikanischen Fernsehsenders AMC und der britischen BBC, die gemeinsam mit der Produktionsfirma The Ink Factory zuvor bereits The Night Manager, die Verfilmung von le Carrés Der Nachtmanager, realisiert hatten. Am 8. Oktober 2018 wurde der erste Trailer veröffentlicht.[10] Die Premiere fand am 14. Oktober 2018 auf dem London Film Festival statt. Die BBC startete die Ausstrahlung der Serie am 28. Oktober 2018.

Im Jahr 2022 wurde Park für Die Frau im Nebel zum vierten Mal in den Wettbewerb des Filmfestivals von Cannes eingeladen und dort mit dem Regiepreis geehrt. Drei Jahre später wurde ihm für die Kriminalverfilmung No Other Choice (2025) eine weitere Einladung in den Hauptwettbewerb von Venedig zuteil.

2026 wurde Park als Jurypräsident des 79. Filmfestivals von Cannes ausgewählt.

Filmografie

Regie

  • 1992: The Moon Is … The Sun’s Dream
  • 1997: Trio
  • 1999: Judgement (Simpan, Kurzfilm)
  • 2000: Joint Security Area (공동경비구역 JSA Gongdong gyeongbi guyeok JSA)
  • 2002: Sympathy for Mr. Vengeance (복수는 나의 것 Boksuneun naui geot)
  • 2003: If You Were Me (Segment Never Ending Peace And Love)
  • 2003: Oldboy (올드보이 Oldeuboi)
  • 2004: Three… Extremes (Segment Cut, 쓰리, 몬스터, Sseuri, monseuteo)
  • 2005: Lady Vengeance (친절한 금자씨, Chinjeolhan geumjassi)
  • 2006: I’m a Cyborg, But That’s OK (싸이보그지만 괜찮아 Saibogeujiman kwenchana)
  • 2009: Durst (Thirst / 박쥐 Bak-Jwi)
  • 2011: Nachtangeln (Night Fishing / 파란만장 Paran-manjang, Kurzfilm)
  • 2013: Stoker
  • 2014: A Rose Reborn (Kurzfilm)
  • 2016: Die Taschendiebin (아가씨 Agassi / The Handmaiden)
  • 2018: Die Libelle (The Little Drummer Girl, Miniserie, 6 Folgen)
  • 2022: Die Frau im Nebel (헤어질 결심 Heeojil gyeolsim / Decision to Leave)
  • 2024: The Sympathizer (Miniserie, 3 Folgen)
  • 2025: No Other Choice (어쩔수가없다 Eojjeol suga eopda)

Drehbuch

Produktion

Auszeichnungen

2001

  • Deauville Asian Film Festival, Frankreich
    • Lotus Award in der Kategorie Bester Film für Joint Security Area

2002

  • Blue Ribbon Award, Japan
    • Blue Ribbon Award in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film für Joint Security Area
  • Seattle International Film Festival
    • Emerging Masters Showcase Award

2003

  • Fantasia Festival
    • Best Asian Film für Sympathy for Mr. Vengeance
  • Philadelphia Film Festival
    • Jury-Preis für Sympathy for Mr. Vengeance

2004

  • Bergen International Film Festival
    • Publikumspreis für Oldboy

2005

  • Bangkok International Film Festival
    • Golden Kinnaree Award in der Kategorie Beste Regie für Oldboy

2006

  • Bangkok International Film Festival
    • Golden Kinnaree Award in der Kategorie Beste Regie für Sympathy for Lady Vengeance
  • Fantasporto, Portugal
    • Orient Express Section Grand Prize für Sympathy for Lady Vengeance
  • Sarasota Film Festival
    • Publikumspreis in der Kategorie Best in World Cinema für Sympathy for Lady Vengeance

2007

  • Montréal Festival of New Cinema
    • Z Tele Grand Prize Feature Film Award für I’m a Cyborg, But That’s OK
  • Sitges Festival Internacional de Cinema de Catalunya, Spanien
    • Bestes Drehbuch für I’m a Cyborg, But That’s OK

2008

  • Fantasporto, Portugal
    • International Fantasy Film Award – Special Mention für I’m a Cyborg, But That’s OK

2009

2011

2022

  • Internationale Filmfestspiele von Cannes

Besetzung

Ein besonderes Merkmal seiner Filme ist, dass Park regelmäßig mit denselben Schauspielern zusammenarbeitet. Dazu gehören unter anderem:

Des Weiteren teilen sich die Filme von Park Chan-Wook und die seines Kollegen und engen Freundes Kim Jee-woon oftmals die Darsteller:

Commons: Park Chan-wook – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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