Partido Social Cristão

brasilianische politische Partei From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Partido Social Cristão (PSC, deutsch Soziale Christliche Partei)[5] war eine rechtsreligiöse, konservative Partei in Brasilien.[6] In deutschsprachigen Medien wird sie sowohl als rechtsextrem als auch als rechtspopulistisch bezeichnet.

Schnelle Fakten
Partido Social Cristão
Partei­vorsitzender Everaldo Pereira
Gründung 15. Mai 1985
Auflösung 2023
Hauptsitz Brasília, Rio de Janeiro
Ausrichtung Religiöse Rechte[1]
Sozialkonservatismus[2] Christdemokratie[3]
Farbe(n) Grün und Weiß
Mitglieder­zahl 413.706 (November 2021)[4]
Website psc.org.br
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Bei den Präsidentschaftswahlen 2014 erhielt ihr Spitzenkandidat Everaldo Pereira lediglich 0,75 % der Stimmen.

Geschichte

Der PSC wurde am 15. Mai 1985 in Abgrenzung zum sozialistischen und progressiven Partido dos Trabalhadores gegründet. Der Eintrag in das Register der wahlberechtigten Parteien erfolgte jedoch erst am 29. März 1990. Auf Wahlzetteln trägt sie die Nummer 20.

Am 17. Juli 2015 übernahm Everaldo Pereira, in Brasilien bekannt als Pastor Everaldo, den Parteivorsitz, nachdem er bereits vom 17. Juli 2003 bis zum 16. Juli 2015 als Vizepräsident des PSC fungierte. Pastor Everaldo verkörpert die politische Linie der Partei: Antikommunistisch, gegen Homosexuellenehen, gegen Abtreibung und gegen eine Lockerung der Drogengesetze.

Der PSC verzeichnete mit Stand Dezember 2020 420.912 Mitglieder, die sich zum November 2021 auf 413.706 Mitglieder verringerten.[4]

Mitgliederentwicklung

Weitere Informationen Datum, Filiados ...
DatumFiliados[4]Zuwachs %
Dez. 2006216.800
Dez. 2007252.574  35.774+16 %
Dez. 2008265.057  12.483+4,9 %
Dez. 2009260.581  4.476−1,7 %
Dez. 2010304.340  43.759+16 %
Dez. 2011357.188  52.848+17 %
Dez. 2012365.993  8.805+2,4 %
Dez. 2013371.102  4.109+1,3 %
Dez. 2014372.232  1.130+0,3 %
Dez. 2015392.535  20.303+5,4 %
Dez. 2016421.580  29.045+7,3 %
Dez. 2017422.293  713+0,1 %
Dez. 2018423.143  850+0,2 %
Dez. 2019392.671  30.742−7,7 %
Dez. 2020420.912  28.241+7,1 %
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Wahlerfolge

Präsidentschaftswahlen

In Wahljahren ohne eigenen Kandidaten schloss sie sich den Wahlbündnissen anderer Kandidaten an.

Weitere Informationen Jahr, Präsidentschafts- kandidat ...
Jahr Präsidentschafts-
kandidat
Vizepräsidentschafts-
kandidat
Koalition Stimmen % Platz
1989 Fernando Collor de Mello (PRN) Itamar Franco (PRN) PRN, PSC, PTR und PST 35.089.998 49,94 % 1.
1994 Hernani Fortuna Vítor Jorge Nósseis ohne Koalition 238.197 0,38 % 8.
1998 Sérgio Bueno Ronald Abrahão Azaro ohne Koalition 124.659 0,18 % 11.
2002 Anthony Garotinho (PSB) José Antônio Almeida (PSB) PSB, PGT, PTC, PSC 15.180.097 17,86 % 3.
2006
2010 Dilma Rousseff (PT) Michel Temer (PMDB) PT, PMDB, PR, PSB, PDT, PCdoB, PSC, PRB, PTC und PTN 55.752.529 56,05 % 1.
2014 Everaldo Pereira Leonardo Gadelha ohne Koalition 780.513 0,75 % 5.
2018 Álvaro Dias (PODE) Paulo Rabello de Castro[7] PODE, PSC, PTC und PRP 859.574 0,80 % 9.
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Wahlen zum Nationalkongress

In der 56. Legislaturperiode stellt der PSC einen von 81 Senatoren und acht von 513 Abgeordneten.[8]

Bundesstaatliche Mandate

In Amazonas stellt der Partido Social Cristão mit Wilson Miranda Lima den Gouverneur, 2019/2020 war PSC-Mitglied Wilson Witzel Gouverneur Rio de Janeiros.

Kommunalwahlen

Bei der Kommunalwahl in Brasilien 2016 erlangten Kandidaten der Partei 87-mal das Amt des Stadtpräfekten (Bürgermeister, portugiesisch Prefeito Municipal) von 5.568 Städten landesweit, sowie 1525[9] von gesamt 56.810 möglichen Stadtverordnetenämtern (portugiesisch vereador) für die Stadträte (Câmara municipal).

Bekannte Mitglieder

Bekannte Parteimitglieder sind bzw. waren neben Pastor Everaldo auch Jair Bolsonaro (2016–2018), Marco Feliciano (2010–2018), Wilson Witzel (seit 2018) oder Cláudio Castro (seit 2002).

Kontroversen

Pastor Everaldo wurde am 28. August 2020 in dem gleichen Ermittlungsverfahren, das zur Amtsenthebung von Wilson Witzel, Gouverneur des Bundesstaates Rio de Janeiro, führte, durch die Bundespolizei verhaftet.[10]

Einzelnachweise

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