Parvaneh Forouhar
iranische Aktivistin
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Parvaneh Forouhar (persisch پروانه فروهر; * 20. März 1939 in Teheran, Iran; † 22. November 1998 ebenda) war eine iranische oppositionelle Politikerin und Bürgerrechtlerin, die zusammen mit ihrem Ehemann Dariush Forouhar am 22. November 1998 in ihrem Haus im Süden Teherans ermordet wurde.[1] Ihr Tod gehört zu den Kettenmorden als Teil einer in den 1990er-Jahren eskalierenden Serie politischer Tötungen von Dissidenten und Intellektuellen.[2]

Leben
Forouhar und ihr Ehemann waren prominente oppositionelle Politiker und säkulare Demokraten, die bereits in der Schah-Zeit und später in der Islamischen Republik für demokratische Strukturen eintraten.[3] Beide waren offene Kritiker der Staatsführung und betrieben eine kleine säkulare Oppositionspartei, die zunächst weitgehend geduldet wurde.[1] Bei dem Angriff am 22. November 1998 wurde Forouhar 24-mal und ihr Mann 11-mal mit einem Messer verletzt.[1] Der Mord an den Eheleuten ist Teil einer Mordserie, der auch die Schriftsteller Mohammad Mokhtari und Mohammad Jafar Pouyandeh zum Opfer fielen.[4] Die in Deutschland lebende Tochter Parastou Forouhar erfuhr von der Tat, nachdem der wöchentliche Anruf der Eltern ausgeblieben war und eine BBC-Journalistin sie telefonisch kontaktierte.[1]
Wirken
Forouhar verkehrte in säkular-nationalistischen Kreisen, darunter in der Frauenorganisation der Nationalen Front, und im Umfeld der Iranischen Volkspartei.[5] Ihr Ehemann Dariush Forouhar war Generalsekretär der Iranischen Volkspartei.[6] Die Morde lösten landesweite Empörung aus und führten zu Ermittlungen, bei denen die Behörden Anfang 1999 „abtrünnige“ Mitarbeiter des Geheimdienstministeriums verantwortlich machten und in der Folge ein Verfahren gegen mehrere Angeklagte führten.[1] Selbst nach der Feststellung der Täterschaft durch Mitarbeiter des Informationsministeriums und Verurteilungen bestand die Repression fort und die Pressezensur wurde weiter verschärft.[4] Die jährliche Gedenkarbeit der Tochter im Elternhaus in Teheran war politisch umkämpft und mit staatlichem Druck bis hin zu Anklagen wegen „Propaganda“ und Blasphemie verbunden.[7][8][9]