Patricia von Neapel
byzantinische Adelige und Pilgerin
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Patricia von Neapel (auch Patrizia von Konstantinopel, italienisch Patrizia di Constantinopoli, englisch Patricia of Naples; * 664 (?) in Konstantinopel; † 25. August 685 in Neapel) war eine byzantinische Adelige und Pilgerin, die in der katholischen Kirche als Heilige verehrt wird.[1]

Leben
Patricia wurde höchstwahrscheinlich im Jahr 664 in Konstantinopel (heute Istanbul) in eine wohlhabende Adelsfamilie hineingeboren. Manchmal wird sie als enge Verwandte des byzantinischen Kaisers Konstans II. beschrieben. Laut Hagiographie wurde eine drohende Zwangsheirat zum Anlass für Patricias Flucht nach Rom in Begleitung ihrer Amme Aglaia sowie fünf Eunuchen und fünf Kammerfrauen. Dort angekommen verschenkte sie all ihre Besitztümer an Arme. Der Papst weihte sie zur geweihten Jungfrau. Von Rom aus trat sie eine Pilgerfahrt nach Jerusalem an. Ihr Schiff geriet vor Neapel in ein Unwetter. Patricia wurde an der Insel Megaride in Nähe des Castel dell’Ovo an Land gespült. In manchen Berichten war sie zu diesem Zeitpunkt noch am Leben und starb kurz darauf auf dem Castel dell’Ovo. In anderen Berichten war Patricia bereits tot, als sie an Land gespült wurde. Dabei werden Parallelen zu einem Fabelwesen aus der griechischen Mythologie, der Sirene Parthenope, gezogen. Parthenope wird genauso wie Patricia nach ihrem Ertrinkungstod an der Küste Neapels angespült. Der 25. August 685 gilt als Patricias Todestag.[1][2][3]

Verehrung
Eine Verehrung Patricias in Neapel ist bereits seit dem Mittelalter nachgewiesen. Sie wurde im Basilianerkloster Santi Nicandro e Marciano beigesetzt. Aus diesem Basilianerkloster ging später ein Benediktinerinnenkloster hervor, zu dem eine auf das 8. Jahrhundert zurückgehende und Patricia geweihte Kirche gehörte. 1549 wurden ihre Gebeine wiederentdeckt und erhoben. 1864 wurden ihre Reliquien in die große Barockkirche San Gregorio Armeno überführt. Die Gebeine sind dort in eine Liegefigur (Gisant) aus Wachs eingearbeitet.[1][2][4]
Diese Reliquien werden mit zahlreichen Blutwundern in Verbindung gebracht. An einem 13. September um das Jahr 1200 soll ein Ritter, der sich auf dem Weg nach Jerusalem befand, in der Kirche Santi Nicandro e Marciano die Nacht verbracht haben. Dort öffnete er das Grab Patricias und entnahm dem Leichnam einen Zahn. Daraufhin soll aus dem Leichnam und dem losen Zahn frisches Blut geflossen sein. Am Morgen darauf gestand der Wallfahrer seine Störung der Totenruhe. Der Zahn wurde in einer Silberkapsel und das Blut in zwei Glasgefäßen aufbewahrt. Seit dem 19. Jahrhundert wird immer wieder von weiteren Wundern berichtet, bei denen sich das Blut Patricias erneut verflüssigen soll. Am Schrein Patricias in der Kirche San Gregorio Armeno finden regelmäßig besondere Messen und Verehrungen der Reliquien dieses Blutwunders statt.[1][2][3]
Patricia ist seit 1625 eine der Schutzpatroninnen der Stadt Neapel. Zudem wird sie als Patronin von Pilgern und alleinstehenden Frauen verehrt. Ihr Gedenktag ist der 25. August.[1][5] Ikonographisch wird Patricia üblicherweise in Pilgertracht dargestellt.[4]