Paul Cirou

französischer Maler, Zeichner und Lithograf From Wikipedia, the free encyclopedia

Paul Cirou (* 11. Dezember 1869 in Sainte-Mère-Église, Département Manche; † 19. Februar 1951 ebenda) war ein französischer Maler, Zeichner und Lithograf. Er war vor allem als Landschafts-, Marine- und Genremaler tätig und stellte über mehrere Jahrzehnte hinweg regelmäßig in den großen Pariser Salons aus.[1]

Paul Cirou: Rues de Mascara et Sidi Benna, à Tlemcen, 1928

Leben

Paul Cirou wurde in Sainte-Mère-Église in der Normandie geboren. Über seine Ausbildung sind keine gesicherten Angaben überliefert. Er lebte und arbeitete zunächst in Paris, wo er ab 1898 regelmäßig im Salon der Société des Artistes Français ausstellte. Ab 1903 war er auch im Salon der Société Nationale des Beaux-Arts und ab 1904 im Salon des Indépendants vertreten. Im Jahr 1904 veranstaltete er eine Einzelausstellung in der Galerie des Collectionneurs in Paris, die von der zeitgenössischen Kritik positiv aufgenommen wurde. Seine frühen Werke stehen in engem Zusammenhang mit der Landschaft seiner normannischen Heimat und zeigen insbesondere Stimmungslandschaften sowie Seestücke. Später ließ sich Cirou zeitweise in Algier nieder und hielt sich auch in Tlemcen auf. In dieser Phase wandte er sich vermehrt orientalischen Themen zu. Er stellte weiterhin regelmäßig in Paris aus, unter anderem ab 1907 im Salon d’Automne sowie zwischen 1939 und 1943 im Salon des Tuileries.[1]

Werk

Das Œuvre von Paul Cirou umfasst Gemälde, Zeichnungen, Aquarelle und Lithografien. In seinen frühen Arbeiten dominieren Landschaften und Marinebilder aus der Normandie, darunter stimmungsbetonte Darstellungen von Küsten, Kirchen und Friedhöfen. Zeitgenössische Kritiker hoben insbesondere seine Seestücke hervor, etwa das Gemälde Pluie d’orage. Nach seinem Aufenthalt in Algerien entstanden zahlreiche Werke mit orientalischen Sujets, darunter Alltagsleben und städtische Szenen wie Soir d’Alger oder Porteuses d’eau kabyles. Stilistisch ist seine Kunst vorwiegend in der Landschaftsmalerei der Normandie verwurzelt. Gelegentlich wurden Reminiszenzen an Gustave Moreau und Edward Burne-Jones festgestellt. Seine Zeichnungen und Aquarelle galten als besonders leicht und graziös ausgeführt. Zudem schuf Paul Cirou einige Lithografien. Werke von ihm befanden sich unter anderem im Bestand des Musée national des Arts d’Afrique et d’Océanie in Paris.[1]

Literatur

  • Edouard-Joseph, Émile: Dictionnaire biographique des artistes contemporains, Band I, Art et Édition, Paris, 1930.
  • Thornton, Lynne: La femme dans la peinture orientaliste, ACR Édition, Paris, 1993.
  • Cazenave, Éric: Les artistes de l’Algérie, Éditions de l’Amateur, Paris, 2001.
  • Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 3: Bülow – Cossin. Paris, 2006.
Commons: Paul Cirou – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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