Paul Gottheiner
deutscher Architekt und Baubeamter
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Leben

Paul Gottheiner entstammte einer Familie des jüdisch-liberalen Bürgertums. Er war der Sohn des Kammergerichtsrats Carl Eduard Gottheiner (1804–1886). Nach dem Abitur 1857 am Friedrich-Wilhelms-Gymnasiums in Berlin[1] und Militärdienst beim Garde-Reserve-Regiment[2] studierte er Architektur. Bereits zu dieser Zeit betätigte er sich als Lithograf und schuf ein Porträt von Varnhagen von Ense, mit dem seine Familie befreundet war.[3] Als königlicher Baumeister wurde er ab 1. April 1873 Prokurist bei der Baugesellschaft für Eisenbahn-Unternehmungen F. Pleßner & Comp.[4] Nach dem Konkurs der Gesellschaft trat er 1875 als Stadt-Bauinspektor in den Dienst des Berliner Magistrats. Unter der Oberaufsicht des Baustadtrats James Hobrecht übernahm er als dessen rechte Hand und offizieller Stellvertreter die Leitung der zentralen Bau-Deputation, deren Aufgabe es war, die Großbauprojekte der neuen Reichshauptstadt zu bewältigen. Er setzte sich vorwiegend beim Bau von Straßen-, Brücken und Hafenanlagen ein. 1896 wurde er Magistrats-Baurat und 1911 zum Geheimen Baurat ernannt.[5]
Familie
Paul Gottheiner war verheiratet mit Anna Therese Elisabeth Behn († 1894). Seine älteste Tochter war die Sozialpolitikerin Elisabeth Altmann-Gottheiner. Sein Sohn Georg wurde Jurist und später Landrat und Reichstagsabgeordneter.
Bauten in Berlin
- 1881–1882: Marschallbrücke
- 1884: Lützowbrücke (im Zweiten Weltkrieg zerstört und 1987 als Hiroshimasteg neu errichtet)[6]
- 1886: Melchiorbrücke über den Luisenstädtischen Kanal (1926–1927 nach Verfüllung des Kanals abgetragen)[7]
- 1907–1913: Entwürfe für den Osthafen, zusammen mit Friedrich Krause, Seifert und Heinrich Zaar
Schriften
- Zur Geschichte des Potsdamer Platzes in Berlin und seiner Umgestaltungen. In: Deutsche Bauzeitung, 32. Jahrgang 1898, Nr. 33 (vom 23. April 1898), S. 205–210. (Digitalisat auf archive.org)
- Die Berliner Bauverwaltung. In: Alexander Herzberg, D. Meyer (Hrsg.): Ingenieurwerke in und bei Berlin. (Festschrift zum 50-jährigen Bestehen des Vereins Deutscher Ingenieure) Sittenfeld, Berlin 1906, S. 120–122.