Paul Groschupf
deutschamerikanischer lutherischer Geistlicher
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Paul Herman Groschupf (* 30. Oktober 1866 in Annaberg, Königreich Sachsen; † 9. November 1924 in Spokane, Washington) war ein deutschamerikanischer lutherischer Geistlicher. Er war maßgeblich an der Gründung der ersten deutschsprachigen lutherischen Gemeinde im Pazifischen Nordwesten beteiligt und war als Präses des Washington-Distrikts der Ohio-Synode über 20 Jahre lang ihr leitender Geistlicher.

Biographie
Groschupf stammte aus Annaberg in Sachsen.[1] Sein Vater fiel in der Schlacht von Sedan und er wuchs daraufhin bei Freunden der Familie auf.[2] Mit 18 Jahren besuchte er das Missionsseminar Hermannsburg bei Hannover. 1887 wanderte er in die Vereinigten Staaten aus und studierte dort bis 1890 am Luther Seminary in Saint Paul.[1] Im Jahr seines Abschlusses wurde er in der Ohio-Synode ordiniert und folgte einem Ruf nach Genesee in Idaho. Von dort aus betreute er Gläubige in einem Umkreis von 100 Meilen und betrieb die Gründung der Gemeinden in Genesee, Potlatch, Cameron und Juliaetta.[2] Die dafür nötigen Distanzen legte Groschupf, der als wilder Reiter galt, auf seinem Pferd Flora zurück.[3]
1895 wurde er an die Emanuel-Kirche in Spokane berufen, wo er 30 Jahre lang bleiben sollte. Er war damit der längste durchgängig tätige Geistliche seiner Zeit in Spokane. Unter seiner Ägide wurde 1910 eine neue Kirche und im Jahr zuvor ein neues Pfarrhaus errichtet. Kurz nach seiner Ankunft wurde er zum zweiten Präses des erst 1891 gegründeten Washington-Distrikts der Ohio-Synode gewählt. Er wurde stets wiedergewählt und hatte dieses Amt 20 Jahre lang inne. Als Distriktspräses wirkte er weiter an der Gründung von Gemeinden in Washington und Oregon und der Gründung des Spokane College mit. Weiterhin war er Präsident des Lutherischen Krankenhausverbands in Spokane und vier Jahre lang Hochschulpräsident des Pacific Seminary in Olympia. Groschupf, der über seine Tätigkeiten genau Buch führte, hatte bis zu seinem Tode 1116 Taufen, 786 Hochzeiten und 281 Beerdigungen durchgeführt, dazu 388 Konfirmanden unterrichtet.[2]
Groschupf heiratete 1891 seine Jugendfreundin Marie Bergelt in Idaho, mit der er drei Kinder hatte.[1] Sein Sohn John Groschupf folgte ihm nach seinem Tod als Pfarrer an der Emanuel-Kirche nach.[4] Groschupf selbst starb 1924 an den Folgen eines Krebsleidens und wurde in Spokane begraben.[2]
Weblinks
- Paul Groschupf in der Datenbank Find a Grave, abgerufen am 30. Dezember 2025.