Paul Hähndel
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Paul Hähndel (geboren am 26. April 1914 in Seesen; gestorben/gefallen am 19. August 1941 in Smolensk) war ein deutscher Bildnis-, Landschaftsmaler und Zeichner. Er signierte einige seiner Bilder als „Paule Hähndel“.
Leben
Hähndel wuchs zunächst in Seesen auf und besuchte danach die Gewerbeschule und die Meisterschule in Braunschweig. Er setzte sein Studium an der Hochschule für bildende Künste in Berlin fort und betätigte sich anschließend als Landschaft- und Bildnismaler.[1] Er war in der Zeit des Nationalsozialismus auch als Maler von Propagandabildern bekannt und hatte seine Arbeiten in den Dienst des Nationalsozialismus gestellt. Bereits 1933 hatte er in diesem Sinne verkündet, dass „die Kunst fortan keine Frage der Qualität, sondern allein der Weltanschauung [sei].“[2]
Dies brachte ihm bereits im Oktober 1936 eine Förderung von monatlich 60 Reichsmark und eine Beihilfe von 120 Reichsmark pro Semester durch den zuständigen Ministerpräsidenten des Freistaates Braunschweig Dietrich Klagges ein, und im Jahr 1942 fand im Städtischen Museum Braunschweig eine „Paul-Hähndel-Gedächtnis-Ausstellung“ statt.[3] Sein bekanntestes Werk war das Gemälde Fertigmachen, auf dem junge Infanteristen sich bereitmachen, um in den nächsten Kampf zu ziehen.[4] Hähndel war ein Anhänger der Nationalsozialisten und war seit dem 1. Mai 1937 Mitglied der NSDAP und der SA.[5] Er wurde nach seinem Tod mit einem „Paul-Hähndel-Preis“ gewürdigt. Seine Witwe Elisabeth Hähndel schenkte 1994 dem Städtischen Museum Braunschweig mehrere Bilder aus dem Nachlass ihres Mannes und rief am 12. Dezember 1994 in Zusammenarbeit mit Beamten der Stadt eine „Kunststiftung Paul Hähndel“ ins Leben, die sie mit 100.000 Mark ausstattete. Dieses Geld sollte, neben dem Andenken an ihren früh verstorbenen Mann, zur Förderung junger Künstlerinnen und Künstler verwendet werden. Daraufhin wurde unter dem Titel „Paul Hähndel (1914–1941). Ein Kunststudium im Dritten Reich. Braunschweig–Berlin“ eine Werkschau geplant, in der Hähndels Bilder gezeigt und der Künstler als „Opfer des Systems“ dargestellt werden sollte. Auch zu dieser Ausstellung hatte die Witwe 30.000 Mark beigesteuert. Bei der Eröffnung der Ausstellung legte sie am 25. Juni 1996 einen Blumenstrauß vor dem Gemälde Fertigmachen nieder. Dies führte zu starken Protesten. In den Ausstellungsräumen wurde kurz nach der Eröffnung die alljährliche Gedenkfeier für die „Opfer des Nationalsozialismus aus der Braunschweiger Arbeiterbewegung“ veranstaltet und das Gemälde wurde symbolisch abgehängt. Da die Kritik an der mangelnden Aufarbeitung und der fehlenden kritischen Auseinandersetzung mit dem Werk und der Ideologie des Malers nicht verstummte,[2] wurde die Ausstellung am 10. Juli 1996 durch den Oberstadtdirektor Jürgen Bräcklein geschlossen.[6] Auch die Stiftung wurde aufgegeben.
Werke (Auswahl)
- um 1930: Selbstbildnis als Knabe vor Seesener Landschaft
- zwischen 1935 und 1941: Seesen (mehrere Bilder mit Ansichten)
- 1937: Landarbeiter, Ansicht von Seesen, Industriearbeiter (Triptychon)
- 1939: Alpenlandschaft
- 1940: Selbstbildnis als Soldat
- 1941: Fertigmachen (Soldatenbild, Selbstbildnis mit Kameraden)
Ausstellungen (Auswahl)
- 1941: Das Bild Fertigmachen wurde in der Großen Deutschen Kunstausstellung in München ausgestellt[7]
- 1942: Paul-Hähndel-Gedächtnis-Ausstellung
- 25. Juni – 10. Juli 1996: Paul Hähndel (1914–1941). Ein Kunststudium im Dritten Reich. Braunschweig–Berlin[8]
- 16. April – 2. Juli 2000: Deutsche Kunst in Braunschweig 1933–1945. Kunst im Nationalsozialismus[9]
Literatur
- Hähndel, Paul. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler des XX. Jahrhunderts. Band 2: E–J. E. A. Seemann, Leipzig 1955, S. 349 (Textarchiv – Internet Archive – Leseprobe).
- Franz-Josef Christiani, Brigitt Frielinghaus: Paul Hähndel (1914–1941): ein Kunststudium im Dritten Reich Braunschweig-Berlin (= Gerd Spies (Hrsg.): Arbeitsberichte, Veröffentlichungen aus dem Städtischen Museum Braunschweig. Band 68). Städtisches Museum, Braunschweig 1996, ISBN 3-927288-23-3.
- Jürgen Voges: NS-Ideologie für die Nachwelt. In: Die Tageszeitung. 11. Juli 1996 (taz.de).
- Julia M. Nauhaus: Hähndel, Paul (Seesen 1914–1941 Smolensk/Russland). In: Die Gemäldesammlung des Städtischen Museums Braunschweig – vollständiges Bestandsverzeichnis und Verlustdokumentation. Olms, Hildesheim 2009, ISBN 978-3-487-13942-5, S. 169–172 (Textarchiv – Internet Archive – Leseprobe).