Paul Martin Leonhardt
deutscher Maler und Grafiker
From Wikipedia, the free encyclopedia
Paul Martin Leonhardt (* 16. November 1883 in Buchholz; † 31. Januar 1971 in Radebeul) war ein deutscher Maler und Grafiker.
Leben
Paul Martin Leonhardt absolvierte eine Lehre als Lithograf und begab sich anschließend auf Wanderschaft, die ihn zunächst nach Dresden führte. Dort besuchte er Kurse an der Kunstgewerbeschule sowie an der Kunstakademie.[1] Es folgte ein Aufenthalt in Innsbruck, der durch ein Stipendium ermöglicht wurde. Später arbeitete er als Zeichner in einer Kunstdruckerei in Berlin.
Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs verlegte Leonhardt seinen Wohnsitz 1918 nach Rostock, war dort freiberuflich tätig und Mitglied der Vereinigung Rostocker Künstler.[2] Während der Luftangriffe auf Rostock verlor er 1942 bei einem Bombenangriff den Großteil seines bisherigen künstlerischen Bestands. Danach kam er bei Verwandten in Radebeul bei Dresden unter. Später verbrachte er die Sommermonate weiterhin regelmäßig in Rostock.
In der Nachkriegszeit entstanden vor allem Ölgemälde, Aquarelle und Kohlezeichnungen. Thematisch dominierten Landschaften, Schiffe sowie Hafen- und Stadtansichten; als Motive wählte er insbesondere die Ostseeküste und Rostock, außerdem Dresden und das heimatliche Erzgebirge. Leonhardt war Mitglied im Verband Bildender Künstler der DDR.
„[…] Obwohl 1945 entstanden, sind sie im Gefühl, in der Aussage und Darstellung bei tiefdurchdringender farbiger Nuancierung mehr den zwanziger und dreißiger Jahren verhaftet und nachempfunden. Die kleinen Naturausschnitte, im Aquarell oder in der Kohlezeichnung festgehalten, gehören zu seinen besten Arbeiten.“
Leonhardt war unverheiratet. Als Sterbeadresse ist die damalige Ernst-Thälmann-Straße 8 (heute: Hauptstraße 8) in Radebeul belegt.[4] Das Gebäude steht am Bahnhof Radebeul Ost und ist heute denkmalgeschützt.
Werkbeispiele
- Alte Dorfmühle, Aquarell (1933)
- Mecklenburgisches Dorf, (1939)
- Rostock im Winter, Öl/Leinwand (1941)
- Rostocker Holzhafen, Öl/Leinwand (1942)
- Bootswerft im Winter, Öl/Sperrholz (1945)
- Die Elbe bei Gohlis (Dresden), Aquarell (1951)
Ausstellungen (unvollständig)
Ausstellungsbeteiligungen
- 1939: Schwerin, Museum am Alten Garten (Zeitgenössische mecklenburgische Maler, mit dem Aquarell Mecklenburgisches Dorf)
- 1944: München, Große Deutsche Kunstausstellung (mit dem Aquarell Hühner 70 × 49,5 cm)
- 1946: Dresden, Allgemeine Deutsche Kunstausstellung
- 1962/1963: Dresden, Fünfte Deutsche Kunstausstellung
Postume Einzelausstellung
- 1972: Kulturhistorisches Museum Rostock: Gedächtnisausstellung im Schiffbaumuseum Rostock auf dem Traditionsschiff Typ Frieden
Literatur
- Leonhardt, Paul Martin. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler des XX. Jahrhunderts. Band 3: K–P. E. A. Seemann, Leipzig 1956, S. 213 (Textarchiv – Internet Archive – Leseprobe).
- Grete Grewolls: Wer war wer in Mecklenburg und Vorpommern. Das Personenlexikon. Hinstorff Verlag, Rostock 2011, ISBN 978-3-356-01301-6, S. 5837.
Weblinks
- Literatur über Paul Martin Leonhardt im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Literatur über Paul Martin Leonhardt in der Landesbibliographie MV
- Werke von Paul Martin Leonhardt im Portal artnet
- Paul Martin Leonhardt in der Galerie: Vereinigung Rostocker Künstler