Wikiwand AI

Paul Strauss (Politiker, 1852)

französischer Politiker und Journalist From Wikipedia, the free encyclopedia

Paul Strauss (geboren am 23. September 1852 in Ronchamp; gestorben am 22. Februar 1942 in Hendaye) war ein französischer Journalist und Politiker der Dritten Republik.

Porträtfoto, schwarz-weiß
Paul Strauss (1901)
Plakat mit 15 Personen, Karikaturen, alle Mitglieder der Redaktion des Indépendant. Paul Strauss oben links.
Redaktion des L’Indépendant, Émile Cohl, La Nouvelle Line 1881[1]

Leben

Paul Strauss war der Sohn des Tuchhändlers Isidore Strauss aus der Haute-Saône und von Zélie Schwob aus Héricourt. 1869 zog er nach Paris.[2] 1870 nahm er als Teil der Nationalgarde am Deutsch-Französischen Krieg teil.[3]

Strauss stand früh den republikanischen Kräften (insbesondere der Politik Léon Gambettas) nahe und wurde 1877 im Zusammenhang mit der Krise des 16. Mai wegen eines Artikels in Le Radical strafrechtlich verfolgt und zu drei Monaten Haft nebst Geldstrafe verurteilt. Er floh nach Belgien, was als Desertion gewertet wurde, da er zu dieser Zeit dem Militär angehörte.[3] Nach seiner Rückkehr war er einige Zeit in Haft; 1879 wurde er amnestiert. Paul Strauss arbeitete zu dieser Zeit für mehrere Zeitungen wie zum Beispiel Le Voltaire und Radical. Er gründete 1897 die La Revue philanthropique, die er bis 1934 leitete.[4]

Nachdem er zuvor schon in der Pariser Lokalpolitik und als Generalrat der Seine aktiv gewesen war, wurde er 1897 in den Senat gewählt. Dort gehörte er der Gauche démocratique an.[3] Von 1922 bis 1924 amtierte er im Kabinett Poincaré II als Gesundheitsminister. In der Gesundheitspolitik gehörten Kinderpflege und sozialer Wohnungsbau zu seinen Schwerpunkten.[3]

Paul Strauss war mit Renée Bernard verheiratet. Beide sind in Passy begraben.

Ehrungen

Nach Paul Strauss sind unter anderem das Kresbforschungs-Institut Strauss[5] und eine Schule für Kinderpflege[6] benannt.

Werke (Auswahl)

  • Paris ignoré., 550 dessins inédits d'après nature. Reunies, 1892 (Werk auf Gallica).
  • Dépopulation et puériculture. Fasquelle, 1901 (Werk auf Gallica).

Literatur

  • Henri Avenel: La presse française au vingtième siècle : portraits et biographies. Flammarion, 1901 (Werk auf Gallica).
  • Julien Huber: Les Cahiers du Musée social. Musée social, 1962 (Werk auf Gallica).
  • Jean Jolly: Dictionnaire des Parlementaires français. PUF, 1960 (senat.fr).
  • Catherine Rollet-Echalier: La politique à l’égard de la petite enfance sous la IIIe République. Band 1. PUF, 1990, ISBN 978-2-7059-5900-5.

Einzelnachweise

Related Articles

Timelines

Top Qs

Fact Checks