Paul Sunder-Plassmann

Deutscher Chirurg und Hochschullehrer From Wikipedia, the free encyclopedia

Peter Paul Sunder-Plassmann (* 8. Februar 1905 in Förde;[1]29. September 1984[2]) war ein deutscher Chirurg und Hochschullehrer. Als Nachfolger von Hermann Coenen war er von 1946 bis 1973 Inhaber des Lehrstuhls für Chirurgie in Münster und Chefarzt der dortigen Chirurgischen Universitätsklinik.[3]

Leben

Sunder-Plassmann wurde in Förde (heute Lennestadt, Kreis Olpe) als fünftes Kind von Maria Sunder-Plassmann (geb. Huckestein) und dem Bauleiter Anton Sunder-Plassmann geboren.[4] Sein Abitur legte er 1924 am humanistischen Gymnasium Attendorn ab. Anschließend nahm er ein Studium der Architektur in Hannover und Karlsruhe auf. Nach dem dritten Semester wechselte er nach Münster und begann dort ein Studium der Biologie und Humanmedizin. Letzteres schloss er 1931 mit der ärztlichen Staatsprüfung ab und wurde im gleichen Jahr mit einer Arbeit über den bulbus carotidis promoviert. Im folgenden Jahr trat er eine Stelle als Assistenzarzt an der von Coenen geführten Chirurgischen Universitätsklinik Münster an. Seine Habilitation und Erteilung der venia legendi erfolgten 1939.[3]

Sunder-Plassmann wurde 1946 als Nachfolger von Hermann Coenen auf den Lehrstuhl für Chirurgie berufen. Aufgrund des endenden Zweiten Weltkriegs und den politischen Umwälzungen der frühen Nachkriegszeit verlief das Berufungsverfahren schleppend, bei der Auswahl der Kandidaten spielten politische Gründe ebenso eine Rolle wie die Stärkung der Universitätsmedizin in Münster als prägende Größe im Raum Westfalen.[3]

Wirken

In die Zeit Sunder-Plassmanns fällt insbesondere der Wiederaufbau der Chirurgischen Universitätsklnik Münster nach dem Zweiten Weltkrieg.[3]

Zudem führte er verschiedene wegweisende Operationen durch, darunter die Implantation eines Aortenbogenimplantats aus Kunststoff bei einer 7-jährigen Patientin mit peripherer Pulslosigkeit 1960[5], die zweite Implantation eines Herzschittmachers 1961[6] sowie die Transplantation einer Leichenniere 1965[7]. Diese Eingriffe galten zum damaligen Zeitpunkt als wegweisende Meilensteine in der Herz- und Transplantationschirurgie.[3]

Einzelnachweise

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