Paul Torche

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Paul Torche (* 6. Juni 1912 in Cheiry, Kanton Freiburg; † 29. Dezember 1990 in Freiburg im Üechtland; heimatberechtigt in Cheiry) war ein Schweizer Politiker der Christlichdemokratischen Volkspartei (CVP), der unter anderem zwischen 1947 und 1954 Mitglied des Nationalrates, drei Mal Präsident des Staatsrates des Kantons Freiburg (1951, 1955, 1960) sowie von 1969 bis 1970 Präsident des Ständerats war.

Paul Torche

Leben

Paul Torche, Sohn des Landwirts Henri Olivier Torche und der Cécile Angélique Bondallaz, begann nach dem Besuch des Kollegiums St. Michael ein Studium er Rechtswissenschaften an der Universität Freiburg, das er mit einem Lizenziat beendete. Während seines Studiums war er Mitglied der Studentenvereinigung Nuithonia sowie zwischen 1928 und 1936 der SA Sarinia und fungierte von 1934 bis 1935 als Präsident des Schweizerischen Studentenvereins. Er war zudem als Mitglied der Jungkonservativen aktiv und nahm nach seiner Zulassung 1937 eine Tätigkeit als Notar auf. Er war als Vertreter der Konservativen Volkspartei (KVP) von 1941 bis 1946 Mitglied des Freiburger Grossrats und wurde im Anschluss am 1. Dezember 1946 Mitglied des Staatsrates des Kantons Freiburg, dem er bis zu seinem Rücktritt aus gesundheitlichen Gründen am 31. März 1966 angehörte. Während dieser Zeit fungierte er zudem zwischen 1946 und 1956 als Vorsteher des Gesundheits- und Polizeidepartements und leitete dabei die Spitalreform ein, die zum Bau des neuen Kantonsspitals führte.

Bei den Parlamentswahlen 1947 wurde Torche im Nationalratswahlkreis Freiburg außerdem erstmals Mitglied des Nationalrates und gehörte diesem nach seiner Wiederwahl 1951 vom 1. Dezember 1947 bis zum 1. März 1954 an. Als Nachfolger von Maxime Quartenoud war er zwischen dem 1. Januar und dem 31. Dezember 1951 zum ersten Mal Präsident des Staatsrates des Kantons Freiburg, woraufhin Pierre Glasson ihn ablöste.[1] Nach seinem Ausscheiden aus dem Nationalrat wurde er am 15. März 1954 für den Kanton Freiburg Mitglied des Ständerates und gehörte diesem nach seinen Wiederwahlen 1955, 1959, 1963, 1967 und 1971 bis zum 1. Juni 1972, wobei er seit 1957 Mitglied der Konservativ-Christlichsozialen Volkspartei (KCVP) sowie 1970 Mitglied der Christlichdemokratischen Volkspartei (CVP) wurde.

Als erneuter Nachfolger von Maxime Quartenoud bekleidete er vom 1. Januar 1955 bis zum 31. Dezember 1955 zum zweiten Mal das Amt des Präsidenten des Freiburger Staatsrats und wurde daraufhin von José Python abgelöst.[1] 1956 übernahm er den Posten des Vorstehers des Departements für Inneres, Landwirtschaft, Industrie und Handel und war maßgeblich für den wirtschaftlichen Aufschwung, die Verbesserung der Lage der Bauern (Meliorationsgesetz), die Erarbeitung einer Strategie der Industrieförderung (Informationspolitik, Unterstützung und Anwerbung externer Firmen bei der Niederlassung sowie die Ankunft grosser Banken) und die Gründung der Fribourgeoise générale d'assurances SA verantwortlich, die aus dem Kanton eine wirtschaftlich moderne Region machten. Er war als Nachfolger von Pierre Glasson vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 1960 zum dritten Mal Präsident des Freiburger Staatsrats und wurde daraufhin von Claude Genoud abgelöst.[1]

Nach dem Rücktritt von Bundesrat Jean Bourgknecht[2] aus gesundheitlichen Gründen gehörte Paul Torche neben den Nationalräten Roger Bonvin[3] aus dem Kanton Wallis, Franco Maspoli aus dem Tessin, Ettore Tenchio aus Graubünden und Gaston Clottu aus Neuenburg zu den fünf Bewerbern für die Nachfolge. Letztlich verlor Torche erst im fünften Wahlgang der Bundesratswahl am 27. September 1962 mit 85 Stimmen gegenüber 142 Stimmen für Bonvin, der daraufhin neuer Bundesrat wurde. Er förderte auch die Universität Freiburg und engagierte sich zwischen 1966 und 1972 als Präsident von deren Freundeskreis. Als Mitglied des Ständerates gehörte auf eidgenössischer Ebene zu den Befürwortern der politischen Öffnung und der Verkehrserschliessung. Er verteidigte insbesondere die Idee eines Rhein-Rhône-Kanals entlang dem Jurasüdfuss, der das Mittelmeer mit der Nordsee hätte verbinden sollen. Am 24. November 1969 übernahm er von Christian Clavadetscher den Posten des Präsidenten des Ständerats und behielt dieses Amt bis zu seiner Ablösung durch Arno Theus am 30. November 1970.[4]

Torche war seit 1942 mit Yvonne Philomène Berchier verheiratet, Tochter des Prokuristen Oscar Pierre Berchier.

Commons: Paul Torche – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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