Paula Barila Bolopa

äquatorialguineische Schwimmerin (* 1979) From Wikipedia, the free encyclopedia

Paula Barila Bolopa (* 12. Oktober 1979 in Baney) ist eine ehemalige äquatorialguineische Fußballspielerin und Schwimmerin. Sie war eine von zwei äquatorialguineischen Schwimmern bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney, zusammen mit Eric Moussambani.[1]

Schnelle Fakten
Paula Barila Bolopa
Nation: Äquatorialguinea Äquatorialguinea
Schwimmstil(e): Freistil, Brust
Geburtstag: 12. Oktober 1979
Schließen

Leben

Bolopa begann als Fußballerin für die First Division von E Waiso Ipola. Sie nahm an einem Schwimm-Ausscheidungswettkampf für die Olympischen Spiele 2000 teil und wurde nach anderthalb Monaten Training ausgewählt.[2]

Nach Eric Moussambanis zwar mühsamem, aber tapferem Auftritt über 100 Meter Freistil der Männer richtete sich die Aufmerksamkeit der Medien auf seine Landsfrau. Laut „The Telegraph“ war die Zuschauertribüne fast voll besetzt, als sich die Nachricht verbreitete, dass eine weibliche „Eric“ an den Start ging.[3] Ein Korrespondent der The Times berichtete:

„Paula Barila Bolopa, noch tropfnass vom Schwimmen, wurde belagert. Tonbandgeräte wurden ihr ins Gesicht gehalten, und ein Dolmetscher übersetzte ihre Kommentare aus dem Spanischen für amerikanische Fernsehsender. Jemand reichte ihr ein Handy, damit sie live mit einem Radiomoderator in Madrid sprechen konnte. Als sie gefragt wurde, ob sie seit ihrem Durchbruch Autogramme gegeben habe, runzelte sie empört die Stirn. „Viele“, sagte sie. Sie und das Starleben hatten sich schnell angefreundet.“[4]

Barila Bolopa nahm am 50-Meter-Freistil-Wettbewerb teil und belegte in ihrem Vorlauf mit einer Zeit von 1:03,97 min den letzten Platz. Dies war doppelt so lang wie die zweitschlechteste Zeit,[5][6] und gilt als die langsamste Zeit in der olympischen Geschichte dieser Disziplin.[7] Sie wurde von den Zuschauern lautstark unterstützt und angefeuert.[8][9]

Barila Bolopa qualifizierte sich über eine Wildcard-Verlosung für die Olympischen Spiele, ohne die Mindestqualifikationsanforderungen zu erfüllen. Diese Verlosung sollte die Teilnahme von Entwicklungsländern ohne teure Trainingsanlagen fördern. Äquatorialguinea besaß nur zwei Schwimmbecken, die beide nicht den olympischen Maßen entsprachen, und sie war noch nie zuvor in einem 50-Meter-Becken geschwommen. Nach dem Rennen sagte sie: „Ich bin zum ersten Mal 50 Meter geschwommen. Es war weiter, als ich dachte. Ich war sehr müde.“[10]

Die BBC kommentierte: „Bolopa und Moussambani sind zu zwei der Stars der Olympischen Spiele in Sydney geworden, ähnlich wie Eddie „The Eagle“ Edwards bei den Olympischen Spielen 1988 in Calgary für seine tapferen, aber lächerlichen Skisprungversuche zum Helden wurde.“[11] The Telegraph schrieb, Barila habe „den Geist von Eddie dem Adler wiedererweckt“ („recapture[d] the spirit of Eddie the Eagle“).[3] Agence France-Presse berichtete, sie habe „den Status einer olympischen Heldin erlangt“ („gained Olympic hero status“) und kommentierte: „Sie weckte die Zuneigung der Zuschauer für eine mutige, unerschrockene Heldin, die es wagte, anzutreten, obwohl sie wusste, dass sie wahrscheinlich die schlechteste Olympionikin aller Zeiten in dieser Disziplin sein würde“ („She brought out the spectators’ affection for a courageous, have-a-go hero who dared to compete knowing she would probably be the worst-ever Olympian in that event“).[9]

Barila arbeitete zum Zeitpunkt der Spiele als Supermarktkassiererin.[12]

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI