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Pauluskirche (Fellbach)

Kirchengebäude in Fellbach From Wikipedia, the free encyclopedia

Die evangelische Pauluskirche ist ein Kirchengebäude in Fellbach, einer Stadt im Rems-Murr-Kreis in Baden-Württemberg. Die Kirchengemeinde Fellbach gehört zum Kirchenbezirk Waiblingen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Das Bauwerk ist beim Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg als Baudenkmal eingetragen.

Pauluskirche in Fellbach

Beschreibung

Die expressionistische Saalkirche wurde 1926/27 nach einem Entwurf von Wilhelm Jost mit an die Gotik angelehnten Formen errichtet. Sie besteht aus einem dreischiffigen Langhaus unter einem mächtigen und steilen Satteldach, einem eingezogenen und mit steilem Giebel gedeckten Rechteck-Chor im Osten und einem mächtigen Fassadenturm auf querrechteckigem Grundriss im Westen, dessen oberstes Geschoss die Turmuhr und den Glockenstuhl mit fünf Kirchenglocken beherbergt; sein mit den vier kupfergedeckten Dachflächen konkav geschwungenes, von einem Hahn gekröntes Pyramidendach ist stadtbildprägend. Der Altarraum war ursprünglich durch ein Oberlicht erhellt, das 1954 wegen einfallender Kälte durch eine Holzschalung und in der Südwand durch ein nachträgliches Fenster ersetzt wurde. Der Innenraum des Langhauses ist als Pseudobasilika mit hoher Hauptschiff-Flachdecke und hinter Spitzbogenarkaden verlaufenden schmalen Seitenschiffen und dort nicht zu großen Fenstern gestaltet. Der Westturm ist zum Innenraum vollständig geöffnet und enthält – getragen von Spitzbogengewölben – die tiefe und raumbreite Orgel- und Chorempore.

Ausstattung

Die historisch durchkomponierte Kirchenausstattung ist aus der Bauzeit einheitlich erhalten. Dies gilt für die künstlerischen und kunstgewerblichen Einzelstücke von den Prinzipalien über die Bau-, Beton- und Holzplastik bis zu den Fenstern und Beleuchtungskörpern.

Tympanon über dem Westportal

Der Bildhauer Eugen Schwab schuf 1927 die monumentale Christusfigur im Tympanon über dem Haupteingang.

Altar, Kanzelfuß und Taufstein

Die den Kanzel-Ambo tragenden Evangelistensymbole, die Skulpturen der knieenden Engel als Trägerfiguren der Altarmensa und des achteckigen Taufsteins wurden 1927 von Jakob Wilhelm Fehrle im künstlerischen Steingussverfahren geschaffen, nicht – wie gelegentlich angegeben – aus Terrakotta modelliert. Fehrle war einer der wenigen Künstler seiner Zeit, der diese Gestaltungstechnik beherrschte und in kirchliche Räume einbrachte. Er fertigte auch die filigran gearbeitete Messinghaube für den Taufstein sowie die Altarleuchter.

Holzbildwerke

Der Kruzifixus am Wandkreuz hinter dem Altar stammt vom Bildhauer Ernst Neumeister. Ebenfalls zur Einweihung der Pauluskirche 1927 schuf Jakob Wilhelm Fehrle das Kantenschnitzwerk des Kanzel-Ambos und auch die geschnitzten Seitenteile des Orgelgehäuses.

Historisches Gemälde

Das einzige alte Ausstattungsstück ist ein Bildnis des Reformators Johannes Brenz: die vermutlich in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts gefertigte Kopie (Öl auf Leinwand) eines Tafelbildes von 1584 Jonathan Sauter (Schlosskirche Stuttgart), 1977 auf Holz gezogen.

Glasgemälde

Lydia Jost-Schäfer, die Ehefrau des hier tätigen Architekten, trug 1927 mit Farbglasgestaltungen zum Gesamtbild des Bauwerks bei. Das nördliche Seitenschiff erhielt fünf Fenster mit biblischen Frauengestalten (Maria Magdalena, Salome, Maria, Maria und Martha von Bethanien), das südliche Seitenschiff erhielt fünf Fenster mit biblischen Männergestalten (die Apostel Matthäus, Petrus, Paulus von Tarsus, Johannes, Jakobus der Jüngere). 1935 kam noch das Rundfenster mit Jesus im Gespräch mit Nikodemus und über der Orgel die Rosette mit einem Kreuz, umgeben von Pflanzenornamenten hinzu, alle gefertigt in der Stuttgarter Glaswerkstatt Saile.[1][2]

Die Türen des Westportals

Im Jahre 1980 schuf die Künstlerin Ingrid Seddig aus Leutenbach-Nellmersbach die beiden Kupfer-Türflügel des Westportal mit der Darstellung der Bekehrung des Saulus zum Paulus.[3]

Orgel

Die Orgel wurde 1927 von der Orgelbau Friedrich Weigle gebaut und 1976 erneuert von Peter Plum aus Marbach am Neckar.

Literatur

  • Walter Distel: Protestantischer Kirchenbau seit 1900 in Deutschland. Dissertation ETH Zürich, Zürich 1933, S. 50, 115; Foto 3 und 4.
  • Adolf Schahl (Bearb.): Die Kunstdenkmäler des Rems-Murr-Kreises, Band I. In: Die Kunstdenkmäler in Baden-Württemberg. (Hrsg.) Landesdenkmalamt Baden-Württemberg; München/Berlin 1983, S. 336–338.
  • Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Baden-Württemberg I, Regierungsbezirke Stuttgart und Karlsruhe. Deutscher Kunstverlag, München 1993, S. 228.

Einzelnachweise

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