Paško Rakić
jugoslawisch-US-amerikanischer Neurowissenschaftler
From Wikipedia, the free encyclopedia
Paško Rakić (* 15. Mai 1933 in Ruma, Königreich Jugoslawien) ist ein jugoslawisch-US-amerikanischer Neurowissenschaftler an der Yale University.

Leben
Rakić studierte zunächst Medizin an der Universität Belgrad und begann Anfang der 1960er Jahre seine Karriere als Neurochirurg an der Universitätsklinik in Belgrad. Seine Forschungstätigkeit begann er 1962 als Fellow an der Harvard Medical School.[1] Von 1967 bis 1969 war er als Assistenzprofessor für Entwicklungsbiologie und Genetik in Belgrad tätig. 1969 kehrte er als Assistant Professor für Neuropathologie an die Harvard Medical School zurück und wurde dort 1972 Associate Professor. 1978 wechselte er als Ordentlicher Professor an die Yale University School of Medicine.
Forschung
Zu Rakićs Forschungsgebieten gehören die Entwicklungsmechanismen und Evolution des Großhirns. Er trug zum Verständnis der Organisation und Entwicklung der Hirnrinde bei Primaten bei, wobei sein Team Gehirne von Affen in 7000 Schnitte zerteilte und bewahrte, damit künftige Forscher die untersuchen können und die Experimente nicht wiederholen müssen.[2][3] Innerhalb seiner Forschung zur Gehirnentwicklung leistete er einen großen Beitrag zum Verständnis der neuronalen Migration, indem er zeigte, dass Neuronen über ein vorübergehendes Gerüst aus lebenden Zellen vom Inneren des Gehirns an ihre Zielorte in der Hirnrinde geleitet werden.[4] Er hat gemeinsam mit seinen Kollegen eine Vielzahl an Genen und Molekülen identifiziert, die beispielsweise eine Rolle bei der Differenzierung oder beim Zelltod von Neuronen spielen.[5]
Fachartikel unter Mitwirkung Rakićs wurden mehr als 100.000 Mal zitiert.[6]
Preise und Auszeichnungen
Rakic wurde in die National Academy of Sciences der USA gewählt sowie in die American Academy of Arts and Sciences; er ist außerdem im Vorstand der Society for Neuroscience.[7] Gemeinsam mit Thomas Jessell und Sten Grillner gewann er 2008 den Kavli-Preis für Neurowissenschaften.[8]
Rakic erhielt den mit $50.000 dotierten 15. jährlichen Bristol-Myers Squibb-Preis für herausragende Leistungen in den Neurowissenschaften.[9] 1986 erhielt er den Karl Spencer Lashley Award, 2000 den Pasarow Award, 2002 gemeinsam mit seiner Frau Patricia Goldman-Rakic den Ralph-W.-Gerard-Preis.
Die Norwegische Akademie der Wissenschaften wählte ihn zum Mitglied.[10]
1990 machte ihn die Kroatische Akademie der Wissenschaften und Künste zum korrespondierenden Mitglied. 1992 erhielt er den Internationalen Preis der Fyssen-Stiftung. Seit 2014 ist er auswärtiges Mitglied der Academia Europaea.[11] 2016 wurde er zum auswärtigen Mitglied der Royal Society gewählt.
Privat
Er war mit der Neurowissenschaftlerin Patricia Goldman-Rakic verheiratet, die am 31. Juli 2003 verstarb.[12]
Veröffentlichungen (Auswahl)
- Pasko Rakic: Mode of cell migration to the superficial layers of fetal monkey neocortex. In: The Journal of Comparative Neurology. Band 145, Nr. 1, 1972, S. 61–83, doi:10.1002/cne.901450105.
- Pasko Rakic: Specification of Cerebral Cortical Areas. In: Science. Band 241, Nr. 4862, 1988, S. 170–176, doi:10.1126/science.3291116.
- Keisuke Kuida, Timothy S. Zheng, Songqing Na, Chia-Yi Kuan, Di Yang, Hajime Karasuyama, Pasko Rakic & Richard A. Flavell: Decreased apoptosis in the brain and premature lethality in CPP32-deficient mice. In: Nature. Band 384, 1996, S. 368–372, doi:10.1038/384368a0.
- Keisuke Kuida, Tarik F Haydar, Chia-Yi Kuan, Yong Gu, Choji Taya, Hajime Karasuyama, Michael S-S Su, Pasko Rakic & Richard A Flavell: Reduced Apoptosis and Cytochrome c–Mediated Caspase Activation in Mice Lacking Caspase 9. In: Cell. Band 94, Nr. 3, 1998, S. 325–337, doi:10.1016/S0092-8674(00)81476-2.
- Pasko Rakic: Evolution of the neocortex: a perspective from developmental biology. In: Nature Reviews Neuroscience. Band 10, 2009, S. 724–735, doi:10.1038/nrn2719.
- Zdravko Petanjek, Miloš Judaš, Goran Šimić, Mladen Roko Rašin, Harry B. M. Uylings, Pasko Rakic & Ivica Kostović: Extraordinary neoteny of synaptic spines in the human prefrontal cortex. In: Proceedings of the National Academy of Sciences. Band 108, Nr. 32, 2011, S. 13281–13286, doi:10.1073/pnas.1105108108.
Weblinks
- HAZU Paško Rakić – Biography
- Paško Rakić :: Detalji znanstvenika
- Rakic Lab Home
- Nacional Paško Rakić-strastveni istraživač tajanstvenih neurona