Pearly Brown
US-amerikanischer Musiker
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Reverend (oder Blind) Pearly Brown (* 18. August 1915 in Abbeville, Georgia, USA; † 28. Juni 1986 in Plains, Georgia, USA) war ein US-amerikanischer Musiker (Gitarre, Mundharmonika, Akkordeon, Gesang), der vor allem als Straßenmusiker bekannt war. Sein Repertoire umfasste Gospel Blues, Blues, Country und Spirituals.
Biografie
Pearly Brown wurde am 18. August 1915 in Abbeville (Georgia) geboren und war von Geburt an blind. Seine Mutter starb, als er noch klein war, sein Vater hatte sie verlassen. Brown wuchs in Americus (Georgia) auf und ging in eine Blindenschule in Macon (Georgia). Von seiner Großmutter lernte er Lieder aus der Sklavenzeit und Spirituals. Bereits früh lernte er Gitarre zu spielen und begann mit 15 Jahren zu predigen. Als sein musikalisches Vorbild nannte er vor allem Blind Willie Johnson, den er auf Schallplatten gehört hatte. Er spielte auch in der religiösen Hillbilly-Tradition wie Roy Acuff und Eddie Arnold.[1][2]
1939 begann Brown als Straßenmusiker in Americus aufzutreten, später auch in anderen Orten Georgias, schwerpunktmäßig in Macon. Er arbeitete mit anderen blinden Musikern zusammen; sie wurden häufig von der Polizei schikaniert. Brown selbst wurde in Macon wegen seiner Straßenmusik inhaftiert.[3]
Der Musikethnologe Harry Oster nahm 1961 Browns erstes Album Georgia Street Singer auf, das auf dem Label Folk Lyric veröffentlicht wurde und Brown einem größeren Publikum bekannt machte.[2] Er war der erste schwarze Künstler, der in der Radioshow Grand Ole Opry auftrat. Er spielte bei Festivals wie zum Beispiel dem Newport Folk Festival. 1966 spielte er in der Carnegie Hall, wo er für seinen Auftritt bei einem Wettbewerb eine zwölfsaitige Gitarre gewann. Anfang der 1970er Jahre moderierte er eine wöchentliche 15-minütige Radiosendung in Macon.[1][3]
1973 wurde für Rounder Records Browns zweites Album It’s a Mean Old World to try to Live In aufgenommen, veröffentlicht 1975.[2] 1974 trat er in Kalifornien beim Monterey Jazz Festival, in Clubs, auf der Straße und im Radio auf. Er war außerdem Vorgruppe für bekannte Musiker wie Bonnie Raitt, Ry Cooder und Wet Willie. 1977 erschien die knapp halbstündige Videodokumentation It’s a Mean Old World, die Pearly Brown in Americus begleitet und ihn beim Musizieren zeigt.[1][4]
1979 beendete Pearly Brown seine Straßenauftritte aus gesundheitlichen Gründen. Er starb am 28. Juni 1986 in Plains (Georgia).[2][3]
Nachwirkung
Es gibt unbestätigte Gerüchte, dass Pearly Brown Duane Allman und Dickey Betts, beide von der Allman Brothers Band, im Slide-Gitarrenspiel unterrichtete.[3] Im Song Everybody’s Got a Mountain to Climb der Allman Brothers auf dem Album Where It All Begins (1994) ist Brown erwähnt.[5]
2010 wurde Brown in die Georgia Music Hall of Fame aufgenommen.[3]
Diskografie
(Quelle: [6])
- 1961: Georgia Street Singer (Folk-Lyric FL 108)
- 1975: It’s a Mean Old World to try to Live In (Rounder 2011)
- 2002: You’re Gonna Need That Pure Religion (Arhoolie CD 9025) – Neuauflage von Georgia Street Singer mit zusätzlichen Aufnahmen aus dem Jahr 1974
Liveaufnahmen von Pearly Brown:
- 1977: Mariposa Folk Festival 1976 – ein Song von Pearly Brown
- 1993: Blues With A Feeling, Newport Folk Festival 1966 – ein Song von Pearly Brown mit seiner Frau Christine Brown
- 1995: Gospel at Newport, Newport Folk Festival 1966 – zwei Songs von Pearly Brown mit seiner Frau Christine Brown
- 1996: Devil Got My Woman, Newport Folk Festival 1966 – drei Songs von Pearly Brown mit seiner Frau Christine Brown
Pearly Brown ist mit einzelnen Songs auch auf verschiedenen Kompilationen vertreten.
Filmografie
- 1977: It’s a Mean Old World (Regie/Produktion: John English, William VanDerKloot, Robert L. Williams)[4]
Weblinks
- Pearly Brown bei AllMusic (englisch)
- Pearly Brown bei Discogs
- Stefan Wirz: Illustrated Reverend Pearly Brown discography. Wirz.de
- It’s A Mean Old World. Folkstreams