Peeter Symons
Kunstmaler
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Leben und Werk
Peeter Symons wurde um 1609 in Antwerpen geboren und war während der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts als Maler tätig. Er wurde 1629 Meister der Antwerpener Lukasgilde. 1636/37 nahm er Schüler auf. Er malte nach Ölskizzen von Peter Paul Rubens zwei Bilder für die Torre de la Parada (Jagdschloss Philipps IV.): Cephalus und Procris, die sich heute im Prado-Museum befinden. Madrid, signiert „Peeter Symons f.“, sowie Neptun und Nymphe (verschollen). Sein von Jacobus de Man gestochenes Bildnis ist signiert „Petrus Symen, Pictor Antverpiensis, Jacobus de Man exc.“ Zu Symons' Biografie sind kaum weitere Informationen überliefert; seine künstlerische Ausbildung und sein familiärer Hintergrund bleiben weitgehend unbekannt. Seine Bedeutung liegt hauptsächlich in seiner Rolle als Gehilfe und Mitarbeiter während der produktiven Phase von Rubens’ Werkstatt. Symons war beteiligt an großen dekorativen Projekten, darunter Wandgemälde und Deckengestaltungen, und wirkte insbesondere an Gemälden, die mythologische und allegorische Themen behandeln. Die Zusammenarbeit mit Rubens fand im Kontext bedeutender Staatsaufträge statt, wie jenen für König Philipp IV. von Spanien (Palacio del Buen Retiro, Madrid).[1]
Cephalus und Procris (Rubens/Symons)

Das Bild behandelt eine Episode aus den Metamorphosen des römischen Dichters Ovid (Buch VII, 835–841). In dieser Erzählung verdächtigt Procris ihren Ehemann Cephalus der Untreue, folgt ihm heimlich und verbirgt sich im Gebüsch. Cephalus, der bei der Jagd ein Geräusch vernimmt, hält sie für ein Tier und tötet sie unbeabsichtigt mit seiner Waffe.
Rubens wählte für seine Vorlage den Moment kurz vor Procris’ Tod. Im Gegensatz zu anderen Darstellungen mythologischer Todesgeschichten, etwa Der Tod der Eurydike (Prado, P1630) oder Der Tod des Hyacinth (Gemälde verloren, Ölskizze im Prado, P2641), wird hier die dramatische Spannung unmittelbar vor der Katastrophe betont. Die Szene zeigt zwei Figuren in einer Landschaft, ein ikonografisches Schema, das sich in weiteren Werken des Zyklus wiederfindet, etwa Clytia (Gemälde verloren, Ölskizze in der William-Suhr-Sammlung, New York), Diana und Endymion (Gemälde verloren, Skizze im Musée Bonnat, Bayonne, Inv.-Nr. CM33) oder Pan und Syrinx (Gemälde verloren, Ölskizze im Musée Bonnat, Bayonne, Inv.-Nr. CM32).

Verglichen mit der vorbereitenden Skizze von Rubens weist das Gemälde Änderungen in der Gestaltung der Gesichter auf. Procris wirkt in der Leinwandfassung weniger entschlossen und stärker auf das bevorstehende tragische Ende bezogen. Zudem wurde der in der Skizze dargestellte Speer durch einen Pfeil ersetzt.[1]
Torre de la Parada
Die Gemälde für den Torre de la Parada entstanden im Rahmen des größten Auftrags, den Rubens von König Philipp IV. von Spanien erhielt. Zwischen 1636 und 1638 wurden über sechzig Werke nach Madrid gesandt, um das Lustschloss in den Bergen von El Pardo auszustatten. Neben Rubens waren auch andere Künstler wie Diego Velázquez beteiligt. Die Themen entstammten vor allem den Leidenschaften der Götter nach Ovids Metamorphosen und anderen klassischen Quellen. Rubens fertigte für dieses Projekt zahlreiche Ölskizzen auf Holztafeln an, die die wesentlichen Züge der Figuren und die moralische Aussage der Geschichten vorgaben. Diese dienten den Werkstattmitarbeitern und beteiligten Malern als Vorlage. Das Museo del Prado in Madrid bewahrt heute zehn dieser Skizzen von Rubens auf, neun davon stam
men aus einer Stiftung der Herzogin von Pastrana im Jahr 1889, eine wurde im Jahr 2000 erworben. Auch die meisten nach diesen Vorlagen ausgeführten Gemälde befinden sich heute im Prado.[1]
Literatur
- Matthias Wivel: Rubens and his Collaborators. Thames & Hudson, London 2011.
- Hans Vlieghe: Flemish Art and Architecture 1585–1700. Yale University Press, New Haven 1998.
- Simons, Peeter, Veröffentlicht von K. G. Saur 2021, Allgemeines Künstlerlexikon Online / Artists of the World Online, De Gruyter 2009.
- Thieme-Becker, 1937.
- Julius S. Held: The Oil Sketches of Peter Paul Rubens. A Critical Catalogue. 2 Bde., Princeton University Press 1980, 698 S., 600 Abb.
