Peeter van Bredael

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Peeter van Bredael, auch Breda und alternative Vornamen: Peter, Pieter, Petrus und Pierre (* getauft am 29. Juli 1629 in Antwerpen; † beerdigt am 9. März 1719 ebenda)[1] war ein flämischer Maler, der sich auf italianisierende Landschaften, Marktszenen und Schlachtendarstellungen spezialisiert hatte. Er gilt als Stammvater einer weitverzweigten Antwerpener Künstlerdynastie.[2]

Peeter van Bredael, aus: Het Gulden Cabinet, Künstlerbiografien von Cornelis de Bie für den Antwerpener Verleger und Kupferstecher Jan Meyssens, 1662, Petrus van Bredael, S. 381
Peeter van Bredael: Der Alte Ochsenmarkt in Antwerpen. Königliches Museum der Schönen Künste (Antwerpen)

Leben

Peeter van Bredael wurde 1629 in Antwerpen als Sohn von Peter van Bredael und Maria Pais getauft. Im Jahr 1640 begann er seine Ausbildung in der Werkstatt von David Rijckaert III., welche er 1644 abschloss. Anschließend unternahm er ausgedehnte Reisen, darunter eine nachgewiesene Reise nach Spanien sowie Reisen durch die Niederlande. Ein Aufenthalt in Italien ist urkundlich nicht belegt, angesichts seiner späteren Bildthemen jedoch als möglich anzusehen. 1648 kehrte er nach Antwerpen zurück und heiratete Anna Maria Veldener, die Tochter des Bildhauers Jennyn Veldener. Das Paar hatte acht Kinder, von denen drei – Jean Pierre der Ältere, Joris und Alexander – ebenfalls Maler wurden. Mehrere Enkel, darunter Jean Pierre der Jüngere, Joseph und Jean-François van Bredael, setzten die künstlerische Tradition der Familie fort.[2]

Im Jahr 1650 oder 1651 erwarb er die Freimeisterschaft der Lukasgilde in Antwerpen. Er trat außerdem einer Schützengilde bei und bekleidete dort den Rang eines Hauptmanns. 1689 wurde er Direktor der Akademie in Antwerpen. Zu seinen Schülern zählten neben seinen Söhnen auch Hendrik Frans van Lint und Ferdinandus Hofmans. Peeter van Bredael starb in Antwerpen und wurde am 9. März 1719 dort begraben. Damit erreichte er ein Alter von nahezu 90 Jahren.[2]

Werk

Italienisierende Landschaft mit Marktszene. Groeningemuseum, Brügge

Peeter van Bredael ist vor allem für seine figurenreichen, italianisierenden Marktszenen, Ruinenlandschaften und gelegentlichen Schlachtenbilder bekannt. Stilistisch steht sein Werk unter dem Einfluss von Paul Bril und Willem van Nieulandt II. Motivisch griff er auf grafische Vorlagen zurück, darunter Stiche nach Claude Lorrain und Liévin Cruyl. Aus diesen entlehnte er antike Ruinen als dekorative Versatzstücke und überführte sie in eigene Kompositionen, ohne deren ursprünglichen topographischen Zusammenhang zu bewahren. Eine stilistische Nähe zu Anton Goubau ist ebenfalls feststellbar.[2]

Peeter van Bredaels Bilder zeichnen sich durch einen dunklen Grundton aus, den er mit farbigen Akzenten belebte. Die Kompositionen sind mit umfangreicher Staffage bevölkert: Händler, Hirten, Reiter, Tiere und Markttreiben beleben die Szenen und verleihen ihnen einen theatralisch-dekorativen Charakter. Obwohl ein Italienaufenthalt nicht dokumentiert ist, schuf van Bredael Bilder des südeuropäischen Stadtlebens, die auf den Geschmack einer nordeuropäischen Käuferschaft ausgerichtet waren. Zwei reich ausgestattete, italianisierende Märkte im Nationalmuseum Stockholm tragen seine vollständige Signatur „Peeter van Bredael f.“. Im Groeningemuseum in Brügge befindet sich ein weiterer italianisierender Markt und im Mauritshuis in Den Haag eine Landschaft mit Hirtenfamilie.[2]

Das Motiv des figurenreichen Reiter- und Schlachtenkampfs wurde von seinen Söhnen und späteren Familienmitgliedern aufgegriffen, was eine klare Trennung der jeweiligen Œuvres erschwert. In der älteren Literatur kommt es zudem zu Verwechslungen mit dem Schlachtenmaler Karel Breydel. Als Lehrmeister von Hendrik Frans van Lint spielte van Bredael außerdem eine wichtige Rolle bei der Vermittlung der italianisierenden Landschaftstradition an die jüngere Malergeneration.[2]

Werke (Auswahl)

Literatur

  • Ulrich Thieme, Felix Becker, Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, E. A. Seemann, Leipzig 1910.
  • Alfred von Wurzbach, Niederländisches Künstler-Lexikon, Halm und Goldmann, Wien/Leipzig 1906.
  • Robert H. Wilenski, Flemish Painters 1430–1830, Faber & Faber, London 1960.
  • Didier Bodart, Les peintres des Pays-Bas méridionaux et de la Principauté de Liège à Rome au XVIIe siècle, Institut Historique Belge de Rome, Brüssel/Rom 1970.
  • Emmanuel Bénézit, Dictionnaire critique et documentaire des peintres, sculpteurs, dessinateurs et graveurs, Gründ, Paris 1976.
  • Walther Bernt, Die niederländischen Maler und Zeichner des 17. Jahrhunderts, Bruckmann, München 1979.
  • Jan de Maere, Marie Wabbes, Illustrated Dictionary of 17th Century Flemish Painters, La Renaissance du Livre, Brüssel 1994.
  • Hans F. Schweers, Gemälde in deutschen Museen, Saur, München 1994.
  • Ann Zwollo, Hollandse en vlaamse veduteschilders te Rome 1675–1725, Van Gorcum, Assen 1973.
  • Yves Thiery, Les peintres flamands de paysage au 17e siècle, Lefebvre & Gillet, Brüssel 1987.
  • Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 13: Sommer – Valverane. Paris, 2006.
  • Allgemeines Künstlerlexikon Online / Artists of the World Online, De Gruyter, 2009.
Commons: Peeter van Bredael – Sammlung von Bildern
  • RKD – Nederlands Instituut voor Kunstgeschiedenis: Peeter van Bredael. https://rkd.nl/explore/artists/12095

Einzelnachweise

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