Penstemon pseudospectabilis
Art der Gattung Bartfaden (Penstemon)
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Penstemon pseudospectabilis, auch Wüsten-Bartfaden genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Bartfaden (Penstemon) innerhalb der Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae). Er ist im Südwesten der USA und in Nordmexiko beheimatet und wird als Zierpflanze verwendet.
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Penstemon pseudospectabilis | ||||||||||
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| Penstemon pseudospectabilis | ||||||||||
| M.E.Jones |
Beschreibung




Vegetative Merkmale
Penstemon pseudospectabilis ist eine ausdauernde, immergrüne, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 60 bis 100 Zentimetern erreicht. Ihre aufsteigenden bis aufrechten Stängel sind je nach Varietät grün oder leicht blaugrün bereift.[1]
Die Laubblätter sind grundständig und gegenständig am Stängel verteilt angeordnet. Die kurz gestielten Grundblätter und unteren Stängelblätter sind bei einer Länge von 2 bis 16,5 Zentimetern und einer Breite von 1,2 bis 5 Zentimetern eiförmig bis lanzettlich. Sie haben eine zugespitzte Basis, einen fein bis grob gezähnten Rand und ein stumpfes bis spitzes äußeres Ende. Meist sind vier bis sieben Paare Stängelblätter vorhanden. Die oberen Stängelblätter sind kürzer und breiter. Ihre Blattspreite ist eiförmig bis dreieckig, ihre Basis ist lappenförmig, den Stängel umschließend oder durchwachsend. Der Blattrand ist fein bis grob gezähnt und das Blattende ist spitz.[1]
Generative Merkmale
Die Blütezeit erstreckt sich in Mitteleuropa von Mitte Mai bis Ende Juni.[2] Der endständige, unterbrochene oder durchgehende, einseitswendige, thyrsoide Gesamtblütenstand ist 12 bis 48 Zentimeter lang. Er besitzt eine kahle Blütenstandsachse und vier bis dreizehn Wirtel aus zymösen, ein- bis dreiblütigen (selten bis zu sechsblütigen) Teilblütenständen, jeweils zwei pro Knoten. Die unteren Tragblätter sind eiförmig, durchwachsen oder lanzettlich und lappenförmig den Stängel umschließend. Sie sind am Rand gezähnt, manchmal ganzrandig. Die Stiele der Teilblütenstände und der Einzelblüten sind aufsteigend bis aufrecht, kahl oder drüsig-behaart.[1]
Die zwittrige, zygomorphe und fünfzählige Blüte hat eine doppelte Blütenhülle. Ihre fünf Kelchblätter sind an der Basis verwachsen. Die 3 bis 5,5 Millimeter langen Kelchlappen sind eiförmig und können kahl oder drüsig-behaart sein. Die fünf Kronblätter sind zu einer 2,5 bis 3,4 Zentimeter langen, allmählich aufgeblähten, rosaroten Blütenkrone verwachsen. Diese ist an der Schlundöffnung mehr oder weniger eingeschnürt, hat dort einen Durchmesser von 7 bis 10 Millimetern, ist außen und innen drüsig-behaart und stark zweilippig. Innen weist sie rotviolette Saftmale auf. Die abgerundeten Kronlappen sind etwa halb so lang wie die Kronröhre. Das längere Paar Staubblätter reicht bis zur Öffnung. Das kahle oder an der geraden bis zurückgebogenen Spitze spärlich gelb behaarte Staminodium ist eingeschlossen. Der kahle Griffel ist 20 bis 25 Millimeter lang.[1]
Die kahle, eiförmige Kapselfrucht ist 7 bis 12 Millimeter lang und 4 bis 6 Millimeter breit.[1] Sie hat an der Spitze vier steife, nach außen gebogene Zipfel.
Chromosomensatz
Die Chromosomengrundzahl ist x = 8; es liegt Diploidie vor mit der Chromosomenzahl 2n = 16.[1]
Ökologie
Penstemon pseudospectabilis wird sowohl von Bienen als auch von Kolibris bestäubt. Die rosafarbenen (nicht roten) Blütenkronen sind für Kolibris nicht ganz optimal, passen jedoch zu deren Schnabellänge. Die breite Kronröhre ermöglicht es auch mittelgroßen Bienen, wie Honigbienen, bis zu den Nektarien vorzudringen. Die Zusammensetzung des Nektars ist typisch für Kolibriblüten. Mit knapp 4 Milligramm Zucker pro Blüte ist die tägliche Nektarproduktion für Kolibriblüten zwar relativ hoch (typisch sind 2 bis 4 Milligramm), im Vergleich zu anderen, reinen Bienenblüten der Gattung jedoch gering. Die Kolibris besuchen die Blüten häufiger in den frühen Morgenstunden, bevor die Bienen aktiv werden.[3]
Vorkommen
Penstemon pseudospectabilis kommt in Südkalifornien (im Südosten der Mojave-Wüste- und in der Sonora-Wüste), in Arizona, im Süden Utahs und im Westen New Mexicos sowie in Nordwestmexiko vor.[4][1][5] Er besiedelt dort felsige und kiesige Flusstäler, trockenheiße Talböden von Canyons, sandige, trockene Hänge und Trockengebüsche mit Wacholder, Pinyon-Kiefern und Kreosotbüschen sowie lichte Kiefern-Eichen-Wälder in planar-kollinen und montanen Höhenlagen von 100 bis 2300 Metern.[1]
Systematik
Die Erstbeschreibung unter dem Artnamen Pentstemon pseudospectabilis erfolgte im Jahr 1908 durch Marcus Eugene Jones in Contributions to Western Botany, Band 12, Seite 66.[6] Später wurde die Schreibweise des Gattungsnamens an den früher veröffentlichten Namen Penstemon angeglichen. Der artspezifische Namensteil pseudospectabilis spielt auf die große Ähnlichkeit der Blüten zu denen von Penstemon spectabilis an.[6] Penstemon pseudospectabilis wird der Sektion Spectabilis der Untergattung Penstemon innerhalb der Gattung Penstemon zugeordnet.[1] Zwei Varietäten sind bekannt:[4]
- Penstemon pseudospectabilis var. connatifolius (A.Nelson) C.C.Freeman: Diese östliche, grünere Varietät kommt in Arizona, Utah und New Mexico vor. Typisch sind die kahlen Blütenstiele und Kelchblätter.[7] Sie bildet in Arizona mit Penstemon eatonii die natürliche Hybride Penstemon × crideri A.Nelson.[8]
- Penstemon pseudospectabilis var. pseudospectabilis: Diese westliche, meist blaugrün bereifte Varietät kommt in Südkalifornien, West- und Südzentral-Arizona und dem Nordwesten von Mexiko vor. Typisch sind die drüsig-behaarten Blütenstiele und Kelchblätter.[8]
Verwendung
Penstemon pseudospectabilis wird in Mitteleuropa selten als Zierpflanze verwendet. Er eignet sich für trockenwarme Freiflächen, Kies- und Steingärten sowie steppenartige Pflanzungen, beispielsweise in Kombination mit Mexikanischem Federgras, Palmlilien, Opuntien und Nachtkerzen. Da er Konkurrenz um Wurzelraum und Licht schlecht verträgt, ist ein großer Abstand zu den anderen Pflanzen wichtig.[2]
Penstemon pseudospectabilis bevorzugt vollsonnige, trockene Standorte auf durchlässigen, sandig-schottrigen, mäßig nährstoffreichen Böden.[9] Er gilt als winterhart bis −29 °C (Zone 5),[10], sofern er ausreichend gegen Winternässe geschützt ist.[2]
Literatur
- Craig C. Freeman: Penstemon. In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Band 17. Oxford University Press, New York u. a. 2006, ISBN 0-19-530564-7, Penstemon pseudospectabilis M.E.Jones auf S. 253 (textgleiche Online-Version).
Weblinks
- Fotos bei Lady Bird Johnson Wildflower Center.
- Beschreibung und Fotos bei George Oxford Miller: Wildflowers of New Mexico.
- Beschreibung, Fotos und Verbreitungskarte (Kalifornien) bei Jepson Herbaria, University of California.