Perennial Autonomy

US-amerikanisches Verteidigungstechnologieunternehmen From Wikipedia, the free encyclopedia

Perennial Autonomy, LLC ist ein US-amerikanisches Verteidigungstechnologieunternehmen, das auf autonome und KI-gestützte Drohnen sowie Systeme zur Drohnenabwehr spezialisiert ist. Das Unternehmen wurde 2023 im Umfeld des früheren Google-CEO Eric Schmidt gegründet und trat zunächst unter den Namen White Stork und Project Eagle in Erscheinung.[1][2] Bekannt wurde Perennial Autonomy vor allem durch den Einsatz seiner Drohnenabwehrsysteme im Ukrainekrieg und durch einen im Mai 2026 vergebenen Rahmenvertrag des US-Verteidigungsministeriums mit einem Höchstwert von 500 Millionen US-Dollar.[3]

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Geschichte

Die Anfänge von Perennial Autonomy gehen auf ein von Eric Schmidt initiiertes Drohnenprojekt zurück, das 2023 unter dem Namen White Stork gegründet wurde.[4] Forbes berichtete Anfang 2024, Schmidt habe das Projekt im Verborgenen aufgebaut, um KI-gestützte militärische Drohnen für die Ukraine zu entwickeln. Das Unternehmen warb dafür Personal von Apple, SpaceX, Google und US-Bundesbehörden an. Drohnen sollen sowohl im Umfeld von Schmidts Family Office Hillspire in Menlo Park als auch in der Ukraine getestet worden. Als Berater wirkte Sebastian Thrun mit.[5]

2024 wurde das Projekt in Project Eagle umbenannt.[6] Im Zuge des Ukrainekriegs entwickelte das Unternehmen Systeme zur Abwehr von Einweg-Angriffsdrohnen, insbesondere iranisch entwickelten und von Russland eingesetzten Shahed-Drohnen. Das System Merops wurde Berichten zufolge zunächst in der Ukraine gegen russische Drohnen eingesetzt und später auch von NATO-Staaten wie Polen und Rumänien erprobt beziehungsweise beschafft.[7][8]

Im Januar 2026 erhielt Perennial Autonomy von der Joint Interagency Task Force 401 des US-Verteidigungsministeriums einen Auftrag über 5,2 Millionen US-Dollar für das System Bumblebee V2.[9] Im Mai 2026 folgte ein dreijähriger Indefinite-Delivery/Indefinite-Quantity-Rahmenvertrag mit einem Höchstwert von 500 Millionen US-Dollar. Er umfasst nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums KI-gestützte Drohnenabwehrsysteme wie Merops, Bumblebee und Hornet, die zu diesem Zeitpunkt auch von US-Kräften im Verantwortungsbereich des United States Central Command eingesetzt wurden.[3]

Ebenfalls 2026 wurde ein europäischer Produktionsplan enthüllt. Das Wall Street Journal berichtete, Perennial Autonomy habe mit dem Münchner Unternehmen Twentyfour Industries eine Vereinbarung zur Fertigung des Merops-Systems in Deutschland geschlossen.[10][11] Als Berater stellte das Unternehmen zudem den Ex-Kanzleramtschef Wolfgang Schmidt ein.[12]

Unternehmensprofil

Perennial Autonomy entwickelt und liefert autonome Drohnen und Drohnenabwehrsysteme für militärische Nutzer. Das US-Verteidigungsministerium beschreibt seine Systeme als Verbindung von KI-Entwicklung aus dem Silicon Valley mit Erfahrungen aus dem ukrainischen Kriegsschauplatz. Ziel ist der Schutz von US-Streitkräften und Verbündeten gegen moderne Luftbedrohungen durch schnell skalierbare, vergleichsweise kostengünstige und im Einsatz erprobte Systeme.[13]

Die öffentlich bekannte Investoren- und Eigentümerstruktur ist nur teilweise nachvollziehbar.[1] Mehrere internationale Medien nennen Eric Schmidt als Gründer, Initiator oder maßgeblichen Geldgeber des Projekts. Daneben gehören mit Swift Beat sowie weiteren Gesellschaften wie Volya Robotics und Aurelian Industries mehrere Unternehmen zu Schmidts Verteidigungstechnologie-Netzwerk, die an Entwicklung, Erprobung und Produktion autonomer Drohnensysteme beteiligt sind Die ukrainische Zeitung Ukrajinska Prawda berichtete 2025, Schmidt sei in der ukrainischen Miltech-Szene zugleich als wichtiger Partner und als umstrittener, eigeninteressierter Investor wahrgenommen worden.[6] Auch die estnische Standortagentur Invest Estonia berichtete über die Verbindung des Projekts zu Estland und über Volya Robotics als europäische Gesellschaft im Umfeld des Unternehmens.[14] Volya wurde von Schmidts Family Office Hillspire gegründet.[6]

Das Geschäftsmodell ist auf die schnelle Entwicklung und Lieferung von Drohnensystemen für staatliche Sicherheits- und Verteidigungskunden ausgerichtet. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Kostenlogik der Drohnenabwehr: Statt teure Flugabwehrraketen gegen vergleichsweise billige Angriffs- und Aufklärungsdrohnen einzusetzen, sollen günstige Abfangdrohnen massenhaft beschafft werden können. US Army Secretary Daniel Driscoll erklärte laut Defense News, Merops koste rund 15.000 US-Dollar pro Stück, während Shahed-Drohnen auf etwa 30.000 bis 50.000 US-Dollar geschätzt würden; bei höheren Stückzahlen könne der Preis von Merops weiter sinken.[15]

Produkte

Technologisch beruht das Portfolio von Perennial Autonomy auf der Verbindung von Drohnenhardware, Computer Vision, Sensorfusion, störungsresistenter Kommunikation und autonomen Zielverfolgungsfunktionen.[3]

Merops

Das bekannteste System von Perennial Autonomy ist Merops. Es besteht aus einer Bodenstation, Startplattformen und der Abfangdrohne Surveyor. Das System kann stationär oder mobil eingesetzt werden und wird von einer vierköpfigen Bedienmannschaft betrieben. Die Ausbildung soll etwa zwei Wochen dauern.[7] Der Surveyor-Interceptor kann ferngesteuert oder autonom operieren und nutzt Wärme-, Funkfrequenz- oder Radarsensoren zur Zielverfolgung. Er soll gegnerische Drohnen entweder durch Rammen oder durch eine Detonation in der Nähe des Ziels zerstören.[7][16]

Die Leistungsfähigkeit von Merops wurde vor allem durch den Einsatz in der Ukraine bekannt. Business Insider berichtete im November 2025, das System habe bereits mehr als 1.900 Abfänge im Kampfeinsatz verzeichnet.[7] Im Mai 2026 berichtete DefenseScoop unter Berufung auf Unternehmensangaben, Merops habe seit Mitte 2024 mehr als 4.000 russische Drohnen in der Ukraine abgefangen.[17]

Bumblebee

Bumblebee V2 ist ein FPV-Mehrrotor-System zur Drohnenabwehr. Nach Angaben der U.S. Army ist es darauf ausgelegt, feindliche kleine unbemannte Luftfahrzeuge durch direkten Zusammenstoß physisch zu neutralisieren. Das System soll mithilfe eigener Software gegnerische Drohnen erkennen, verfolgen und treffen können; es wurde von der Joint Interagency Task Force 401 als kostengünstige kinetische Gegenmaßnahme mit geringer Kollateralschadenswahrscheinlichkeit beschrieben.[9][3]

Hornet

Hornet ist eine mittlere Angriffsdrohne beziehungsweise Einwegdrohne, die in Medienberichten dem Umfeld von Swift Beat, Project Eagle und Perennial Autonomy zugerechnet wird und zu den an das US-Militär zu liefernden Systemen gehört.[2][3] Nach Berichten handelt es sich um eine kostengünstige Drohne mit einer Reichweite von bis zu rund 200 Kilometern und einer Nutzlast von etwa fünf Kilogramm; andere ukrainische Fachmedien nannten für Hornet eine Reichweite von etwa 150 Kilometern und Produktionskosten im Bereich von 5.000 bis 10.000 US-Dollar. Jede Hornet hat die gleiche explosive Durchschlagskraft wie eine schwere Artilleriegeschoss und kann ohne Personaleinsatz weit hinter der Front eingesetzt werden und erschwert dem Feind z. B. die Logistik.[18][19]

Einzelnachweise

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