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Peter Braunholz

deutscher Fotokünstler From Wikipedia, the free encyclopedia

Peter Braunholz (* 12. April 1963 in Langenhagen) ist ein deutscher Fotokünstler, Musiker, Komponist und Musikproduzent.

Peter Braunholz (2015)

Leben und Wirken

Peter Braunholz erhielt als Kind eine klassische Klavierausbildung. 1983 hatte er einen Studienaufenthalt am Musicians Institute of Technology in Los Angeles und studierte anschließend Germanistik und Filmwissenschaften an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main. Während des Studiums arbeitete er als Live- und Studiomusiker (E-Bass, Gitarre und Keyboards)[1] und absolvierte zahlreiche Auftritte, auch in Radio- und Fernsehsendungen (u. a. in der Sendung Verstehen Sie Spaß? als Bassist von Patricia Kaas).[2]

Von 1988 bis 1992 arbeitete er als Musiker, Arrangeur und Produzent in den Tonstudios von DMC Music Publishing[3] in Rüsselsheim.

Im September 1993 eröffnete Braunholz ein Atelier für Gestaltung in Frankfurt am Main und realisierte in der Folge Kommunikationsprojekte für Unternehmen und Verlage. Auch für den Frankfurter Societäts-Verlag war er als Autor, Gestalter und Fotograf tätig.[4][5]

Ab 1999 konzentrierte sich Braunholz zunehmend auf die Fotokunst. Ab 2008 wurde er von der Kölner Galerie Jones vertreten, anschließend von den Galerien Judith Andreae in Bonn, Julia Philippi in Heidelberg, Wesner in Konstanz, Anja Knoess in Köln und Mäder in Basel. Seitdem ist er mit seinen Arbeiten in Ausstellungen, Messen und Sammlungen international vertreten und wurde vielfach international ausgezeichnet.

2022 begann Braunholz in seinem eigenen Tonstudio mit Kompositionen und Tonaufnahmen für die von ihm neu gegründeten Musikprojekte Asvasana (solo), Brownie (solo), Groovaz (mit Saxophonist Vladimir Strecker) und Unosonar (solo)[6]. Bis Ende 2024 komponierte und veröffentlichte er über 100 Musikstücke für diese Projekte – die Kompositionen des Albums „Ocean Drive“ der Groovaz gemeinsam mit Vladimir Strecker. Seitdem ist er als Komponist außerordentliches Mitglied der deutschen Verwertungsgesellschaft GEMA. Der Groovaz-Titel „Joggers On The Beach“ erreichte im Juni 2024 Platz 1 in den spanischen Smooth Jazz Charts[7]. Platz 2 erreichte dort der Titel „good news“ seines Soloprojekts Brownie im Januar 2024[8]. Seit Juli 2023 (Brownie und Groovaz) und seit November 2024 (Unosonar) veröffentlicht das deutsche Jazz Label Mons Records die Musik dieser Projekte.[9] 2025 erreichte er mit seinem Titel „morning walk“ (Brownie) über eine Million Streams beim amerikanischen Anbieter Pandora (USA).

Braunholz lebt im österreichischen Bad Hofgastein.

Fotografisches Werk

Braunholz fotografiert Landschaften und Architektur, zumeist in Farbe und in stilistischer Vielfalt. Wiederkehrendes Thema seiner Arbeit als Fotokünstler sind Ansichten der Wirklichkeit, die in seinen Bildern unwirklich scheinen, aber weder inszeniert noch manipuliert sind („Parallele Wirklichkeiten“).[10]

„Die Stärke des Fotografen Braunholz liegt (…) in seiner konzeptuellen Auffassung der Welt. Denn Braunholz interessiert sich vor allem für die sogenannte Wirklichkeit und wie man diese wahrnimmt. Es geht ihm in erster Linie um den fotografischen Blick in parallele Wirklichkeiten, was nicht – wie so oft bei anderen Künstlern – zu einer Art Dichotomie zwischen Traum und Wirklichkeit, Fiktion und Fakt führen muss...Hier geht es nicht um das Fantastische oder gar Surreale, wohl aber um einen gleichzeitig dokumentarischen wie auch abstrahierenden Blick auf die Dinge und ihr Wesen, ihre Essenz (…) Durch seine besondere Sehkraft, die durch seinen äußerst sensiblen Blick auf die Welt definiert wird, schafft Peter Braunholz Momentaufnahmen, die uns als Betrachter Einblicke in eine Vielzahl weiterer Parallelrealitäten ermöglichen.“

– Gérard A. Goodrow[11]

„Peter Braunholz aus Frankfurt hat einen besonderen Zugang zur Fotografie, der auf einem einzigartigen Verständnis des Mediums beruht. Im Gegensatz zu den inszenierten oder maßgeblich am Computer konstruierten Werken renommierter Kollegen wie Jeff Wall oder Thomas Ruff basieren seine Arbeiten auf einem Vergleich zwischen der uns umgebenden Wirklichkeit und künstlich geschaffenen Illusionen (…) Braunholz geht es um mehr als die bloße Erfassung von Objekten und Ereignissen, er ist den geheimen Zusammenhängen und Verbindungen im wirklichen Leben auf der Spur.“

– Juan Xu[12]

Ausstellungen (Auswahl)

Einzelausstellungen

  • 2011: Galerie Jones, Köln
  • 2013: Galerie Wesner, Konstanz
  • 2016: Beyond – Von fotografischen Wirklichkeiten, Galerie Anja Knoess, Köln[13]
  • 2018: Die Verklärung des Gewöhnlichen, Kunstverein Germersheim, Germersheim[14]
  • 2021: Die Magie des Scheinbaren, Burg Kronberg, Kronberg im Taunus[15]
  • 2022: Mannheimer Kunstverein, Galerientage 2022, Mannheim[16]

Gruppenausstellungen

  • 2009: Tell it like it is, Galerie Jones, Köln[17]
  • 2013: (In)habitancy, kuratiert von Simone Kraft, Kunstverein Böblingen, Böblingen[18]
  • 2014: Dresden Public Art View, Internationale Billboard Ausstellung, Dresden[19]
  • 2015: lacda 'top 40' juried competition winners exhibit Los Angeles Center of Digital Art, (California Museum of Photography), Los Angeles[20]
  • 2015: Exposure Award Finalists, Musée du Louvre, Paris[21]
  • 2015: Arte Laguna Prize Finalists, Arsenale di Venezia, Venedig[22]
  • 2016: Brighton Photo Biennal, Brighton
  • 2016: SF Camerawork „Lensculture Finalists Exhibition“, San Francisco[23]
  • 2016: Angkor Photo Festival, Angkor
  • 2016: Photokina, Köln (Hahnemühle Artist Signing)[24]
  • 2017: Lensculture Finalists, Digitale Präsentationen auf Fotofestivals, weltweit
  • 2017: Mannheimer Kunstverein, Mannheim[25]
  • 2017: Vienna Photobook Festival, Wien[26]
  • 2018: Farbe und Raum, Kunstverein Friedberg, Friedberg[27]
  • 2018: Aussicht – Einsicht, Museum Sinclair-Haus, Bad Homburg[28]
  • 2018: Felix Schoeller Photo Award, Kulturgeschichtliches Museum Osnabrück[29]
  • 2019: Über Leben am Land, Kunst Haus Wien – Museum Hundertwasser,[30]
  • 2021: Entgrenzungen von öffentlichen und privaten Sphären, Kallmann-Museum[31]
  • 2022: Ausstellung zum 40-jährigen Jubiläum des Kunstverein Germersheim[32]

Auszeichnungen (Auswahl)

  • 2015: Finalist, Arte Laguna Prize, Venedig
  • 2015: Silver Star Award, ND Photography Awards, London
  • 2016: Finalist, Lens Culture Street Photography Awards, San Francisco[33]
  • 2018: 1. Preis IPA International Photography Awards, Los Angeles
  • 2018: 1. Preis Gala-Pollux Awards, Ecken, York[34]
  • 2018: 1. Preis Gala-Pollux Awards, Topophilia, York[34]
  • 2018: International Architecture Photographer of the Year, Gala-Pollux Awards, York[34]

Veröffentlichungen

  • mit Gérard A. Goodrow, Thomas Vinson: Die Verklärung des Gewöhnlichen/The Transfiguration of the Commonplace/La transfiguration du banal. Eigenverlag, Kronberg im Taunus 2019, ISBN 978-3-9819501-3-7.
  • mit Werner Lutz, Heinz Stahlhut: Peter Braunholz – Natures. Galerie Mäder Basel, Basel 2019, ISBN 978-3-906172-53-8.
  • mit Gérard A. Goodrow: Fotografische Wirklichkeiten/Photographic Realities. Kehrer Verlag Heidelberg Berlin, Heidelberg 2017, ISBN 978-3-86828-768-4.
  • Ecken (Corners) by Peter Braunholz. Positive Magazine, Berlin 2017.
  • Übergriffe. Kunstturm Mücke, Mücke 2014.
  • Peter Braunholz: Selected works 2008–2013. Hrsg.: Galerie Wesner. Konstanz 2013.
  • Peter Braunholz: Works 2010. Hrsg.: Peter Braunholz. Kronberg i. Ts. 2011.
  • Peter Braunholz: Individualization. Hrsg.: Peter Braunholz. Kronberg i. Ts. 2010.
  • Peter Braunholz: Works 2009/2010. Hrsg.: Peter Braunholz. Kronberg i. Ts. 2010.
  • mit Britta Boerdner, Christian Setzepfandt: Der Frankfurter Hauptfriedhof. Societäts-Verlag, Frankfurt am Main 2009, ISBN 978-3-7973-1147-4.
  • Peter Braunholz: Works 2008/2009. Hrsg.: Peter Braunholz. Kronberg i. Ts. 2009.
  • Peter Braunholz: Mixed works. Hrsg.: Peter Braunholz. Kronberg i. Ts. 2008.

Einzelnachweise

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