Peter Brotschi

Schweizer Lehrer, Journalist, Buchautor und Politiker From Wikipedia, the free encyclopedia

Peter Brotschi (* 1957) ist ein Schweizer Journalist, Buchautor und Politiker (CVP).

Leben

Peter Hermann Brotschi entstammt einer Familie, die nachweisbar aus dem Gebiet des heutigen Kantons Bern um das Jahr 1500 dem Lauf der Aare folgend in Selzach SO am Jurasüdfuss angekommen ist.[1] Sein Vater Hermann Josef Brotschi aus Selzach (20. Juni 1929 bis 4. April 2021) war zuerst Flugzeugmechaniker bei der Schweizer Luftwaffe und später Polizeibeamter, zuletzt Chef der Stadtpolizei Grenchen. Seine Mutter Verena Theresia Dobler (* 6. April 1935) stammt aus Balsthal. Aufgewachsen ist er in einer behüteten Kindheit und in römisch-katholischer Tradition mit zwei Brüdern und einer Schwester in Grenchen und Trimbach. Nach der Ausbildung zum Primarlehrer am kantonalen Lehrerseminar in Solothurn stieg er als freier Mitarbeiter in den Journalismus ein, wechselte nach siebenjähriger Lehrer- und Schreibtätigkeit 1986 als vollamtlicher Redaktor zur Solothurner Zeitung, wo er für die kantonale Politik zuständig war. 1989 wurde er Redaktionsleiter Grenchner Tagblatt.

Ab 1992 amtete er als Stadtschreiber-Stellvertreter von Grenchen. Von 1994 bis 2002 war er Chefredaktor der Luftfahrtzeitschrift AeroRevue. Danach arbeitete er auf seinem angestammten Beruf als Primarlehrer in Bettlach und als freier Journalist und Autor, vor allem im Fachbereich Luftfahrt. Seit 2018 ist er als freier Autor tätig. Sein Arbeitsgebiet umfasst hauptsächlich die Allgemeine Luftfahrt (General Aviation) sowie die Militärluftfahrt der Schweiz. Im Jahr 2010 trat er als Aviatik-Experte in der Serie des Schweizer Fernsehens zum Jubiläum "100 Jahre Schweizer Luftfahrt" auf. Sieben Beiträge und eine Schwerpunktwoche vom 19. bis 23. Juli 2010 im Sendegefäss "Schweiz aktuell".[2]

Als Buchautor trat er ab 1985 mit zwei Erzählungen mit kriminalistischem Hintergrund an die Öffentlichkeit. Anschliessend folgten vier Bücher über aviatische Themen, vor allem aus dem Bereich der Schweizer Luftwaffe. Das Werk "Gebrochene Flügel – alle Flugunfälle der Schweizer Luftwaffe", Erstauflage 2006 bei Orell Füssli, Zürich, arbeitete erstmals dieses Kapitel der Schweizer Militär- und Luftfahrtgeschichte auf und wurde zu einem Sachbuch-Erfolg und Standardwerk. 2013 erschien das autobiografische Werk "Ein wenig des Himmels für mich" und 2018 der Roman "Biders Nacht", der aufgrund historischer Begebenheiten in einer fiktiven Erzählung die letzte Nacht des Schweizer Flugpioniers Oskar Bider, seiner Schwester Leny Bider, die erste Filmschauspielerin der Schweiz, und ihrer Entourage erzählt.

Die Fliegerei faszinierte ihn von Kindheit an. Peter Brotschi besass mit 18 Jahren den Segelflugausweis und wechselte später zum Motorflug. Seine fliegerische Tätigkeit benutzt er hauptsächlich für Landschaftsaufnahmen. Er dokumentiert dabei vor allem die Zersiedelung und Zubetonierung der Schweiz, vor allem des Mittellands zwischen Bern und Zürich. In verschiedenen Medien dokumentiert er die Zersiedelung, so etwa 2019 in einer Artikelserie bei infosperber.ch, sowie im Facebook.

Am 20. Januar 2025 gab die ETH-Bibliothek Zürich in einem Blog bekannt, dass die Flugaufnahmen von Peter Brotschi in die Bibliothek aufgenommen werden. Gleichzeitig wurde eine erste Serie von 285 Aufnahmen online gestellt. Sie zeigen alle Ortschaften und diverse Sehenswürdigkeiten seines Heimatkantons Solothurn, die innert drei Monaten im Sommer 2007 fotografiert wurden.[3]

Politik

2007 kandidierte er für die Christlich-Demokratische Volkspartei (CVP) als Quereinsteiger für die Nationalratswahlen, wurde aber nicht gewählt. Anlässlich der ordentlichen Erneuerungswahlen wurde er im Frühling 2009 für die CVP in den Kantonsrat des Kanton Solothurn gewählt. In der Legislaturperiode 2009–2013 gehörte er der Sozial- und Gesundheitskommission an und der Interparlamentarischen Kommission Fachhochschule Nordwestschweiz (IPK FHNW). Dieses Kommission präsidierte er in den Jahren 2010/2011. Im Jahr 2012 war er Präsident der Spezialkommission zum Neubau des Bürgerspitals Solothurn. Die Kandidatur für die Gesamterneuerungswahlen in den Nationalrat im Oktober 2011 endete für ihn auf dem Platz des 1. Ersatzes. 2013 erfolgte die Wiederwahl in den Kantonsrat. Er nahm Einsitz in der Bildungs- und Kulturkommission sowie weiterhin in der IPK FHNW. 2014 war er Präsident des Kantonsrats. 2017 wurde er wiederum in den Kantonsrat gewählt sowie in den Gemeinderat (Exekutive) der Stadt Grenchen. Im Kantonsrat war er nun Vizepräsident der Geschäftsprüfungskommission. Bei den ordentlichen kantonalen Erneuerungswahlen 2021 verzichtete er auf eine erneute Kandidatur und trat nach zwölfjähriger Tätigkeit aus dem kantonalen Parlament zurück.

Im Oktober 2017 wurde Peter Brotschi an der Generalversammlung in Dornach zum Präsidenten des Verbandes "Bürgergemeinden und Wald Kanton Solothurn" (BWSO) gewählt, also der Waldeigentümer.

Militär

1978 absolvierte Peter Brotschi die Fliegerrekrutenschule am Militärflugplatz Payerne, 1979 die Unteroffiziersschule, gefolgt im Frühling 1980 von der Offiziersschule in Dübendorf. Von 1980 bis 2010 diente er als Milizoffizier in der Schweizer Luftwaffe, zuerst als Zuführer in der Fliegerkompanie 11 und ab 1994 als Public Information Officer im Stab der Fliegerbrigade 31. In seinen letzten Dienstjahren kommandierte er den Fachstab Kommunikation der Luftwaffe im Rang eines Majors.

Privates

Peter Brotschi ist Vater von zwei erwachsenen Kindern und Grossvater von vier Enkelkindern. Er lebt in Grenchen. Bei wildundwald.ch sowie bei Führungen auf den Regionalflughafen Grenchen (LSZG) fungiert er als Referent.

Bibliografie

  • Liebe einer Fasnacht. kriminalistische Erzählung. Cornfeld-Verlag, Basel 1985, ISBN 3-905310-12-0.
  • Brandteufel. kriminalistische Erzählung. Cornfeld-Verlag, Basel 1987, ISBN 3-905310-30-9.
  • Regionalflugplatz Grenchen. Vogt-Schild, Solothurn 1991, ISBN 3-85962-097-5.
  • Rotoren und Flügel. Lufttransporte in der Schweizer Armee. Vogt-Schild, Solothurn 1995, ISBN 3-85962-103-4.
  • Jets über der Schweiz – Menschen und Flugzeuge, Ausbildung und Einsätze in der Schweizer Luftwaffe. Schück-Verlag, Adliswil 1998, ISBN 3-9520906-3-8.
  • Gebrochene Flügel – Alle Flugunfälle der Schweizer Luftwaffe. 6. Auflage. Verlag Orell Füssli, Zürich 2014, ISBN 978-3-280-06126-8.
  • Ein wenig des Himmels für mich – Reportagen und Erlebnisse eines Fliegers und Aviatikjournalisten. aeropublications.ch, Teufen 2013, ISBN 978-3-033-04211-7.
  • Biders Nacht. Roman. Knapp Verlag, Olten 2018, ISBN 978-3-906311-50-0.

Einzelnachweise

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