Peter Brunner (Pathologe)

deutscher Pathologe From Wikipedia, the free encyclopedia

Peter Brunner (* 20. September 1932 in Dresden; † 14. April 2016[1]) war ein deutscher Pathologe.

Leben

Er war der Sohn von Wilhelm Brunner, dem späteren Oberbürgermeister von Pirna, wo er auch seine Kindheit und Jugend verbrachte.[2] Brunner legte ein erfolgreiches Abitur ab, absolvierte anschließend zwei medizinische Studiengänge einschließlich Promotion und wurde 1979 zum Chefarzt der Pathologie am Krankenhaus Aschaffenburg berufen.[3]

Peter Brunner studierte an der Humboldt-Universität in Berlin Veterinärmedizin. Die Staatsexamen absolvierte er wegen Problemen mit der Staatssicherheit an der Freien Universität in West-Berlin.[1]

Nach kurzer Tätigkeit in der Veterinärmedizin entschied er sich, das Studium der Humanmedizin an der Universität Erlangen zu beginnen. Nach Abschluss der Staatsexamen in der Humanmedizin begann er eine Ausbildung in der Pathologie und übernahm den Posten als wissenschaftlicher Assistent des pathologischen Institutes der Universität Erlangen.

1977 habilitierte sich Peter Brunner mit einer Arbeit zur Gewebedynamik der Bronchialschleimhaut und war anschließend als Oberassistent und Prosektor am Pathologischen Institut der Universität Erlangen tätig.

1979 übernahm er die Leitung des neu gegründeten Instituts für Pathologie am Klinikum Aschaffenburg. In den folgenden Jahren baute er das Institut personell und strukturell auf und entwickelte es zu einer leistungsfähigen pathologischen Einrichtung. Während anfangs Obduktionen im Vordergrund standen, gewann später die histopathologische und zytologische Diagnostik zunehmend an Bedeutung. 1989 wurde ein Neubau des Instituts nach seinen Vorstellungen realisiert.

Brunner war kontinuierlich in der universitären Lehre engagiert und hielt regelmäßig Lehrveranstaltungen in Erlangen sowie nach seiner Umhabilitation in Würzburg. Zudem organisierte er internationale Fortbildungsveranstaltungen, insbesondere für medizinisch-technische Assistenten. Für sein Engagement in der ärztlichen Fortbildung wurde ihm 1998 die Ernst-von-Bergmann-Plakette der Bundesärztekammer verliehen. Bereits 1986 hatte er in Aschaffenburg die Medizinische Gesellschaft zur Fortbildung der Ärzte gegründet.

Sein wissenschaftlicher Schwerpunkt lag in der Lungenpathologie, wofür er Drittmittel der Deutschen Forschungsgemeinschaft einwarb. In seiner Aschaffenburger Zeit entstanden zahlreiche Publikationen und zwölf Dissertationen.

Zum Zeitpunkt seines Eintritts in den Ruhestand 1997 verfügte die Pathologie Aschaffenburg über eine moderne Ausstattung und arbeitete regional wie überregional mit Kliniken und niedergelassenen Ärzten zusammen. Brunner gilt als Begründer der Pathologie am Klinikum Aschaffenburg.

In seinen letzten Jahren widmete er sich der Medizingeschichte und veröffentlichte 2014 eine historische Darstellung zur Geschichte des Krankenhauses und Klinikums Aschaffenburg. Neben der Medizingeschichte weckte seine Familiengeschichte großes Interesse in ihm, weshalb er diverse Bücher dazu verfasste. Er veröffentlichte unter anderem das Buch Pirna im Zweiten Weltkrieg.[4][5]

Peter Brunner starb am 14. April 2016 im Alter von 83 Jahren.[1] Der Politiker Gerd Brunner war sein Bruder.

Einzelnachweise

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